16 PENNE

09 September 2011: SC – Defensivere Strategien

Das fehlende Vertrauen der Anleger in die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger lastet weiterhin auf den Märkten. Angesichts der nach wie vor hohen Volatilität erhalten Schweizer Immobilien sowie konservativ ausgerichtete Hedge-Fonds etwas mehr Gewicht in den Portfolios.

Die Verunsicherung der Anleger dominiert nicht nur die Stimmung an den Finanzmärkten, sondern greift immer mehr auch auf die Realwirtschaft über. Gerade in der Schweiz werden wir dies noch stärker zu spüren bekommen, sorgt doch der weiterhin zu teure Schweizer Franken für deutliche Bremsspuren beim Wirtschaftswachstum. Auf globaler Ebene stehen leider nicht mehr viele wirksame Instrumente zur Verfügung, um eine mögliche Rezession abzuwenden. Ob staatliche Ausgabenprogramme, Zinssenkungen oder der Aufkauf von Staatsanleihen – all diese Massnahmen wurden bereits ergriffen, ohne jedoch die erwünschte Wirkung zu erzielen. Die Zentralbanken sind nun gefordert, noch Schlimmeres zu verhindern. Die EZB beispielsweise muss bereit sein, weiterhin italienische und spanische Staatsanleihen zu kaufen und dadurch letztlich das Bankensystem zu stabilisieren.

Weniger Risiko in “nicht normalen” Zeiten
Die Wahrscheinlichkeit sehr hoher, aber auch sehr tiefer Renditen ist gestiegen. Dies führt dazu, dass wir unsere Strategie etwas anders ausrichten als unter “normalen” Marktbedingungen. Trotz günstiger Bewertung der Aktienmärkte insgesamt und einer äusserst tiefen Bewertung europäischer Titel nehmen wir keine markante Übergewichtung von Aktien vor. Vielmehr passen wir die durch die Marktkorrekturen gesunkene Aktienquote wieder dem Gewicht in der Benchmark an. Gleichzeitig halbieren wir die Quote der Private-Equity-Anlagen, die in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld deutlich unter Druck kommen dürften, und erhöhen im Gegenzug den Anteil breit diversifizierter Hedge-Fonds-Anlagen.

Staatsanleihen von Griechenland, Portugal und Irland kommen für uns nach wie vor nicht infrage; bei Staatstiteln von Italien und Spanien sind wir sehr zurückhaltend. Wir gewichten Unternehmensanleihen immer noch stärker als Staatsanleihen. Einerseits sind die Ausfallrisiken trotz leichten Anstiegs auf einem unterdurchschnittlich tiefen Niveau, andererseits suchen wir bewusst nach Alternativen zu den Staatstiteln. Mit Ausnahme der Portfolios in Schweizer Franken, wo wir die langen Laufzeiten untergewichten, halten wir überall an der neutralen Duration fest. Anlagen in Schweizer Immobilien haben sich vergleichsweise gut gehalten und haben nun mehr Gewicht im Portfolio. Da die Verzinsung gegenüber Schweizer Staatsobligationen deutlich besser ist, behalten wir dieses Übergewicht bei. Bei den Währungen sehen wir bis auf Weiteres von Wetten ab.

Quelle: BONDWorld – Swisscanto (31. August 2011)