Aktienmärkte lassen sich nicht aus der Ruhe bringen

Ölpreis findet nach Korrektur einen Boden…


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die Finanzmärkte sind zurzeit kaum aus der Ruhe zu bringen. Die kurze Verunsicherung nach Trumps Niederlage zu Obamacare wurde ebenso rasch verdaut wie die Einreichung des Brexit-Antrags an die EU. An den Aktienmärkten gingen diese Ereignisse ohne nachhaltigen Effekt vorüber, während die Kapitalmarktzinsen weiter leicht tiefer tendieren. Letzteres ist sicherlich auch der limitierten Durchsetzungskraft der neuen US-Regierung geschuldet, der bezüglich konjunktur- und inflationsfördernder Massnahmen mehr zugetraut wurde. Somit rentieren 10-jährige Staatsanleihen in den USA wieder deutlich unter 2.5% und auch die Eidgenossen-Rendite hat sich wieder tiefer in den negativen Bereich verabschiedet.

Auch in den kommenden Tagen dürfte der Zinstrend nicht deutlich nach oben drehen. Die Inflationszahlen aus der Eurozone haben bereits angezeigt, dass der Anstieg der Konsumentenpreise einen temporären Höchststand erzielt haben dürfte und dass sich für die kommenden Monate aufgrund des Basiseffektes bei den Ölpreisen sogar ein leichter Rückgang der Teuerungsraten abzeichnet.

Daran ändert auch der jüngste Preisanstieg des Ölpreises nichts. Dieser hat sich mit dem zuletzt unter den Erwartungen ausgefallenen US-Lageraufbau wieder leicht von der Marke von USD 50 pro Fass Brent gelöst. Auch wenn damit angesichts der wieder zulegenden Fracking-Tätigkeit noch lange nicht von einem Trend gesprochen werden kann, scheint diese untere Preis-Marke vorerst gut zu halten. 31 03 17 1RafGleichzeitig erachten wir das Ausbruchspotential nach oben als limitiert.

Zwar dürfte die OPEC die Förderbremse im Mai bis auf Ende des Jahres verlängern, jedoch ist die Einhaltungsdisziplin der einzelnen Kartellmitglieder bröcklig. Vor allem das mächtige Saudi-Arabien kann sich verringerte Öleinnahmen aus künstlich eingeschränkter Produktionskürzung immer weniger leisten, will es die Bevölkerung nicht zu stark belasten. Vor diesem Hintergrund dürfte ein Fasspreis von USD 60 bis auf Weiteres die obere Grenze bedeuten.

In der Schweiz stehen in den kommenden Tagen wichtige volkswirtschaftliche Indikatoren auf der Agenda, nachdem unternehmensseitig die Berichtssaison zum Q4 weitgehend abgeschlossen ist. Auch in der Schweiz erwarten wir eine leicht rückläufige Inflationsrate für März. Die Arbeitslosenquote dürfte aufgrund des Saisoneffekts nach den Wintermonaten wieder leicht rückläufig sein, saisonbereinigt gehen wir allerdings von einer unveränderten Arbeitslosenquote von 3.3% aus. Ermutigende Zeichen erwarten wir weiterhin vom Schweizer Einkaufsmanager-Index, der allerdings nach dem massiven Anstieg im Vormonat kaum weiter zulegen kann. Die Produktion und der Auftragsbestand werden von den Einkaufsmanagern bereits sehr positiv beurteilt.

Positive Konjunkturindikatoren und somit auch die Aussicht auf anhaltend gut fundierte Unternehmensgewinne bleiben somit weiterhin ein unterstützender Faktor für die Aktienmärkte, was den politischen Stimmungsschwankungen entgegenwirkt.

Quelle: BONDWorld.ch