Aktienmärkte mit zumindest zwischenzeitlichem Marschhalt

Trump-Euphorie kommt allmählich zum Erliegen…


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die Aktienbörsen haben diese Woche eine vorerst temporäre Verschnaufpause eingelegt. Vor allem bei den US-Indizes wurde der anhaltende Höhenflug durch spürbare Korrekturen unterbrochen. So musste etwa der Leitmarkt S&P 500 am Dienstag den grössten Tagesverlust seit anfangs Oktober des letzten Jahres hinnehmen, als die amerikanische Berichtssaison zum zweiten Quartal mit zunächst deutlich enttäuschenden Unternehmens-Ergebnissen eröffnet wurde (siehe Grafik).

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Angesichts der – trotz Verbesserungen bei den Unternehmensgewinnen – nach wie vor sehr teuren Bewertungen, vermögen indessen solche kleinere Rückschläge bei den Aktien nicht zu überraschen. Zumal in einem Umfeld, das schnell für Nervosität an den Aktienmärkten sorgen kann. Man denke etwa an die wieder an Fahrt gewonnene Fed-Zinsnormalisierung, den jüngst wieder schwächelnden Ölpreis und wohl vor allem an die immer stärker bröckelnde (innerparteiliche) Unterstützung sowie den abnehmenden Vertrauensvorschuss für Donald Trump. Dass nach dem politischen Schlamassel rund um die EinwanderungsRestriktionen auch die Abschaffung von „Obamacare“ trotz der auch im Repräsentantenhaus vorherrschende republikanischen Mehrheit nicht beschlossen wurde, sondern der Entscheid darüber vertagt wurde, dürfte die anfängliche Trump-Euphorie weiter eindämmen und an den Märkten für Ernüchterung sorgen.. Angesichts dieser Gemengelage an Unruheherden erstaunt es nicht, dass die Anleger aktuell zur Risikomeidung neigen und vermehrt Zuflucht in sichere Häfen suchen. Demzufolge verzeichnete der Schweizer Franken aber auch der japanische Yen zuletzt wieder deutliche Aufwärtsbewegungen – was auch zu entsprechender Belastung der Aktien, der export-abhängigen japanischen Unternehmen führt.

Trotzdem sollten die Aktienmärkte konjunkturseitig mit dem aufgehellten Wirtschaftsausblick nach wie vor gut unterstützt sein. In den USA läuft die Wirtschaft robust – ungeachtet weiter fehlender Details zu Trumps geplantem Wirtschaftsprogram. Und in der Eurozone bleibt der eingeschlagene Erholungspfad trotz etwas abgenommenen Konsumentenvertrauens immer noch intakt – angeführt von Deutschland, wo sowohl der Geschäftsklima- als auch der Einkaufsmanagerindex ein anhaltend solides konjunkturelles Umfeld anzeigen dürfte. Kommt es zu keinen politischen Störungen – etwa in Form eines europafeindlichen Wahlausgangs in Frankreich – dürfte daher der Aufwertungsdruck des CHF gegenüber des EUR nicht weiter zunehmen, womit auch der Handlungsdruck der SNB für Eingriffe am Devisenmarkt abnehmen sollte. Die nächsten Zahlen zu den Sichteinlagen dürften nächste Woche bestätigen, dass die Schweizer Währungshüter bereits beim aktuellen EUR/CHF-Niveau von rund 1.07 keinen Anlass mehr zur Intervention sehen.

Sorgenkind bleibt indessen vielerorts die Inflation. In Japan dürfte diese erneut deutlich unter den angestrebten knapp 2% zu liegen kommen. Und auch in Europa sollte die Jahresrate im März ihren Höhepunkt überschritten haben. Der Energiepreiseffekt kehrt sich nun um, und die Kernrate verharrt unter der 1.0%-Marke.

Quelle: BONDWorld.ch