Allianz IG: „Fünf zentrale Anlagethemen im Jahr 2017“

Während die Marktteilnehmer nach einem weiteren ereignisreichen Jahr Bilanz ziehen, sollten Anleger fünf Dinge im Blick behalten:…..

 

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Wachstum der Weltwirtschaft bleibt mäßig

1. Anleger sollten sich auf schwaches Wirtschaftswachstum einstellen, da die USA in die Spätphase des Konjunkturzyklus eintreten, Japan mit der Alterung seiner Bevölkerung zu kämpfen hat und Europa unter „Brexitis“ leidet. Zwar dürfte es den USA und der Eurozone letztlich gelingen, eine Rezession zu vermeiden, doch befinden sie sich weiterhin in einer der schwächsten jemals verzeichneten Wachstumsphasen. Etliche Schwellenländer dagegen sollten prosperieren, da China seine Volkswirtschaft auf eine neue Grundlage stellt und viele Länder Asiens wachstumsfreundliche Reformen vornehmen.

2. Geldpolitik: Zinsen bleiben insgesamt niedrig

Wir rechnen damit, dass die US-Notenbank ihre Leitzinsen moderat anhebt. Gleichzeitig dürfte es in den Schwellenländern zu Zinssenkungen kommen, da die Inflationsraten dort zurückgehen. Die Europäische Zentralbank und die japanische Notenbank werden voraussichtlich an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten. Die global verfügbare Liquidität dürfte ihren Gipfel überschritten haben, während die Notenbanken negative Zinsen durchgesetzt haben, um damit vermehrte Staatsausgaben zu begünstigen.

3. China bleibt der Star und Asien generell attraktiv

Den größten Beitrag zum Wachstum der Weltwirtschaft leistet nach wie vor China. Dabei benötigt es inzwischen weniger Industrierohstoffe und stattdessen mehr Rohöl und Agrarrohstoffe, während die Urbanisierung rapide fortschreitet. Zwar bestehen Bedenken hinsichtlich seiner finanziellen Situation, doch könnte Chinas großangelegtes Infrastrukturprojekt „One Belt, One Road“ zur Stärkung von Handel und Kapitalverkehr der neue Marshall-Plan sein, den die Welt nach der globalen Finanzkrise benötigt. Da inzwischen auch Indien und Indonesien erhebliche Reformfortschritte machen, bietet Asien insgesamt die beste Mischung aus Wachstum und Investitionen.

4. Öl: Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht

Schon seit einiger Zeit raten wir Anlegern, nicht zu lange mit einem sehr niedrigen Ölpreis zu rechnen; diese Position beginnt sich inzwischen zu bestätigen. Denn es ist gerade der niedrige Ölpreis, der zu einem Rückgang der Investitionen in der Energiebranche geführt und damit zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage beigetragen hat. Wir meinen zwar, dass ein leichter Ölpreisanstieg im Jahr 2017 die Investitionen im Ölsektor beflügeln und auch die globale Inflation anfachen könnte. Jedoch erwarten wir nicht, dass dies zu einem erneuten Boom der unkonventionellen Ölförderung in den USA führt. Die Angebotsseite wird angesichts der angespannten politischen Situation im Nahen Osten, in Lateinamerika und in Afrika weiterhin unter Druck stehen.

5. Eine politische Trendwende zeichnet sich ab

Die Tendenz zur Deregulierung war im Jahr 2016 weiterhin auf dem Rückzug, während sich Nationalismus und Populismus ausbreiteten: dazu trugen das „Brexit- Votum“, die Ablehnung des CETAAbkommens durch die belgische Region Wallonien sowie die US-Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders und Donald Trump bei. Da 2017 in Europa wichtige Wahlen anstehen, sollte die Politik weiterhin eine wichtige Rolle bei Anlageentscheidungen spielen. Möglicherweise meiden einige Investoren auch lediglich bestimmte Märkte, obwohl diese attraktiv bewertet sind. Auch die Geldpolitik wird stärker von politischen Einflüssen geprägt sein, da sie Teil einer ausdrücklichen Regierungsstrategie wird, in der die Fiskalpolitik dominiert. Das Geld, das die Notenbanken dem Staat zur Verfügung stellen, wird nach unserer Einschätzung in den kommenden Jahren in vielen Ländern vor allem in die heimische Infrastruktur und Militärausgaben fließen.

In vielerlei Hinsicht wird das Jahr 2017 für die Anleger nichts anderes bereithalten als 2016: Angesichts niedriger Marktrenditen werden für Anleger, die keine ausreichenden Risiken eingehen, auch keine hinreichenden Erträge abfallen. In Zukunft ist eine aktive, gezielte Suche nach Quellen von Kapitalzuwachs und laufenden Erträgen notwendig, während wir darauf warten, dass eine konjunkturelle Wende ein Jahr näherrückt.

Quelle: BondWorld.ch