Ausgelassene Börsenstimmung im Technologiesektor

Die Aktienmärkte bleiben gut unterstützt. Der US-Technologieindex hat in der ausgehenden Woche erneut einen Höchststand markiert. Die Technologiewerte verhelfen dem US-Markt auch im Jahresverlauf zu einem guten Resultat……


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Dagegen belasteten die Energietitel weiterhin den Gesamtmarkt. Die Energieschwergewichte Exxon, Schlumberger und Chevron verlieren seit Jahresbeginn zwischen 10% und 15%. Der erneute Rückgang im Ölpreis war für diese Werte nicht hilfreich, nachdem die OPEC zwar die Produktionskürzungen um 9 Monate verlängerte, der Markt aber mehr erwartet hatte und weiterhin eine Ausweitung der Förderung durch US-Produzenten fürchtet. Die insgesamt aber gute Börsenstimmung basiert auf der Aussicht auf anhaltend positive Unternehmensgewinne. Die aktuellen Konjunkturdaten unterstützen diese Annahme. Der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex ist beispielsweise auf den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1991 angestiegen. In der Schweiz hat der Einkaufsmanagerindex im Mai zwar nachgegeben, liegt aber noch immer deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.

Trotzt robustem Wachstum befinden sich die Inflationszahlen jüngst wieder auf dem Rückzug, nach dem starken Anstieg im ersten Quartal. In der Eurozone betrug die Teuerung im Mai noch 1.4%, nach 2.0% im Februar, getrieben durch einen stark negativen Ölpreiseffekt. Die Inflationsentwicklung nimmt Druck von der Europäischen Zentralbank (EZB), bereits anlässlich der Juni-Sitzung nächste Woche einen raschen Beginn für den Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm in Aussicht zu stellen. In der Schweiz stehen die Inflationszahlen für Mai auf der Agenda. Entsprechend den Vorgaben aus Europa dürfte die Teuerung ebenfalls unter dem April Wert von 0.4% sinken.

Knapper Ausgang bei britischen Parlamentswahlen erwartet

Für die britischen Parlamentswahlen am kommenden Donnerstag kommt noch einmal Spannung auf, nachdem der Vorsprung der Konservativen auf die Labour-Partei in den Umfragen auf nur noch 5 Prozentpunkte geschrumpft ist. Der Plan von Premiermi nisterin Theresa May scheint somit zu scheitern, durch Neuwahlen eine klare Mehrheit im Parlament zu gewinnen und somit mit starker Rückendeckung in die Brexit-Verhandlungen zu starten. Als sich das Parlament im April auf Initiative Mays hin für Neuwahlen aussprach, lag der Vorsprung der Konservativen noch bei 23 Prozentpunkten.

Auch in die Diskussion um mögliche Neuwahlen in Italien ist wieder Bewegung gekommen. Beppe Grillos Movimento 5 Stelle und Matteo Renzis Partito Democratico unterstützen den Vorschlag Silvio Berlusconis, ein Verhältniswahlrecht nach deutschem Vorbild mit einer 5%-Hürde einzuführen. Eine entsprechende Gesetzesvorlage soll nächste Woche ins Parlament eingebracht werden. Das Gesetz könnte bereits Anfang Juli von beiden Häusern des Parlaments verabschiedet werden. Damit steigen die Chancen für vorgezogene Parlamentswahlen in Italien, vielleicht am gleichen Tag wie in Deutschland Ende September.

Quelle: BONDWorld.ch