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Blackrock: BII Makro Perspektiven nach EZB Entscheid

BlackRock : EZB lockert Beschränkungen für weitere Lockerung der Geldpolitik.

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Jean Boivin , Leiter des BII ( Photo @BlackRock)


Bartsch Elga BlackRock
Bartsch Elga ( Photo @BlackRock)

„Die Europäische Zentralbank hat ihren geldpolitischen Handlungsrahmen durch die Einführung eines symmetrischen Ziels um ihr jährliches Inflationsziel von 2% herum erheblich geändert. Auch wenn dies wie eine technokratische Neuerung aussehen mag, lockert der neue geldpolitische Rahmen langfristig die bisherigen Beschränkungen und öffnet den Weg, die Geldpolitik weiter zu lockern“, so Elga Bartsch, Leiterin des Makro-Research des BlackRock Investment Institute (BII), und Jean Boivin, Leiter des BII, im jüngsten BII- Macro and Markets perspectives research paper.

Das Wichtigste in Kürze:

· Der neue Rahmen der EZB entspricht den meisten anderen grossen Zentralbanken: Wir sind der Ansicht, dass dies Teil eines weltweiten Trends ist, die Beschränkungen zu lockern, die eine lockerere Politik im Vergleich zu früheren Rahmenwerken verhindern.

· Ausgehend von den Zukunftsprognosen der EZB dürfte die Umsetzung der neuen EZB-Strategie noch mehrere Jahre lang zu zusätzlichen Ankäufen von Vermögenswerten führen.

· Wenn wir unsere Wirtschaftsaussichten an den neuen Rahmen und die Reaktionsmöglichkeiten der EZB anpassen, könnte dies zu einem Anstieg der Inflation um etwa 20-30 Basispunkte und zu einem Anstieg des BIP-Wachstums um 30-40 Basispunkte führen.

· Die Leitzinsen würden niedriger ausfallen als im vorherigen Rahmen: Wir gehen nicht mehr davon aus, dass die EZB die Zinssätze von ihrem derzeitigen Niveau von -0,5 % auf Sicht von fünf Jahren anhebt, während wir früher von einer Anhebung im Jahr 2024 ausgingen.

· Die Änderung der Strategie allein könnte nicht ausreichen, um die Preisstabilität vollständig wiederherzustellen, und eine weitere Erosion des geldpolitischen Spielraums der EZB bleibt ein Risiko. Daher richten sich alle Augen auf die anstehenden finanzpolitischen Reformen.

Fokus-Chart:

16-09-21 BlackRock

Es hätte anders sein können:

In unserem Research bewerten wir, wie anders die Politik der EZB gewesen wäre, wenn es diesen Rahmen in der Vergangenheit gegeben hätte. Wir sind nicht nur der Meinung, dass die EZB die Zinsen 2011 nicht erhöht hätte, sondern auch, dass sie die Geldpolitik in den Jahren 2014-2016 energischer gelockert hätte, indem sie früher mit gross angelegten Ankäufen von Staatsschulden begonnen hätte. Eine stärkere Reaktion der EZB hätte damals wahrscheinlich teilweise dem Deflationsdruck entgegengewirkt, der durch die Krise im Euroraum aufgrund von Umschuldungen, unterkapitalisierten Banken und Sparmassnahmen entstanden war.

Quelle: BondWorld