Deutsche Asset Management : Wer fürchtet sich vor der EZB?

Die Finanzmärkte befassen sich zunehmend mit der Frage, wie lange die EZB wohl noch ihre regelmässigen Anleihekäufe fortsetzen wird. Es ist absehbar, dass die Zentralbank ihr Programm wahrscheinlich im Jahr 2018 auslaufen lassen wird. Für verschiedene Anlageklassen wird dies nicht ohne Auswirkung bleiben. So zum Beispiel dürfte die Euro-Aufwertung der letzten Wochen auch damit zusammenhängen. Ein anderes Thema sind mögliche Implikationen für Risikoprämien oder sogenannte „Spreads“ auf Anleihen aus der europäischen Peripherie, wie etwa aus Italien.

Das Auslaufen des EZB-Kaufprogramms sollte zu einem Renditeanstieg führen. Ein Blick auf die historische Entwicklung legt jedoch nahe, dass die Risikoprämien nicht notwendigerweise ebenfalls steigen müssen: So etwa setzte der Rückgang von Spreads auf italienische Staatsanleihen schon lange vor Beginn des EZB Kaufprogramms ein. Seit die Zentralbank Anleihen kauft, sind die Spreads eher seitwärts gelaufen oder zwischenzeitlich sogar wieder angestiegen. Präsident Draghi’s Worte von 2012 “whatever it takes” scheinen mehr Wirkung entfaltet zu haben, als die Käufe seit dem Jahr 2015. Solange die EZB nicht alle ergriffenen Massnahmen wieder rückgängig macht, sollten hausgemachte Faktoren für die Entwicklung der Risikoprämien entscheidend sein, wie etwa die Wirtschafts- und Fiskalpolitik oder die Stabilität des Bankensektors.
 
 

Quellen: Eurostat, Bloomberg Finance L.P.; Deutsche Asset Management GmbH. Stand: 9. August 2017

Quelle: BONDWorld