„Die 3 großen „G“ der Kapitalanlage (Wiederaufnahme)“

Kaum zu glauben, das „Bergfest“ zu Weihnachten konnten wir dieser Tage schon wieder begehen. Und während von 2017 mehr als die Hälfte vergangen ist, zeigt sich, dass die drei großen „G“ unverändert Prägekraft für die Kapitalmärkte besitzen….

Von Hans-Jörg Naumer Global Head of Global Capital Markets & Thematic Research


Geo-Politik: Aus der geopolitischen Großwetterlage haben sich so einige Gewitterwolken verzogen. Jüngstes Ereignis: Der neue französische Präsident Emmanuel Macron kann auf eine stabile Parlamentsmehrheit für seine Reformagenda bauen. Vom Tisch ist die Geo-Politik damit noch nicht. Zum BREXIT wurde die Verhandlungsphase eröffnet, mit einer durch die Neuwahlen geschwächten Regierung. „Trumponomics“ gehen in die Realisierungsphase und es muss sich noch zeigen, ob die hochgesteckten Erwartungen an die Konjunkturstimuli erfüllt werden.

Geldpolitik: Ja, sie bewegt sich doch, die US-Zentralbank Fed. Sie setzte ihren Leitzins endlich (!) zum zweiten Mal nach oben und bestätigt damit ihr Vertrauen in die Robustheit der USKonjunktur. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) bleibt zu hoffen, dass sie über den Herbst hin bekannt gibt, wie sie ihre Anleihenkäufe erst weiter drosseln und dann beenden will. So kann sie dann – voraussichtlich im Jahresverlauf 2018 – beginnen, ihren Leitzins endlich (!!) nach oben zu schrauben. Die Bank of Japan (BoJ) dürfte sich selbst treu bleiben und den Fuß auf dem Gaspedal halten. Damit sollte 2018 die Spitze der Zentralbankliquidität (gemessen an der Relation der Zentralbankbilanzen zum Bruttoinlandsprodukt) überschritten werden, während insgesamt die Liquiditätsversorgung üppig bleibt. Daran dürften auch die in diesem Monat stattfindenden Zentralbankratssitzungen der großen drei Zentralbanken nichts ändern.

Globale Konjunktur: Seit Mitte 2016 verbessern sich die globalen Konjunkturdaten auf breiterer Basis. Somit ist die Grundlage für ein moderat über der Potenzialrate liegendes Wachstum im Jahr 2017 vorhanden. Zwischen den größeren Ländern (China, Eurozone, Großbritannien, Japan und USA) nahmen die Divergenzen beim Wachstum zuletzt wieder leicht zu. Die Unsicherheit bzgl. der US-Konjunktur hat sich etwas erhöht. Insgesamt ist aber weiterhin ein leicht über dem Potenzial liegendes Wachstum zu erwarten. 

Verstehen. Handeln: 

Einige Quellen der Unsicherheit haben sich teilweise recht erfreulich verringert. Genügend Unsicherheit bleibt aber dennoch. Erfahrene Anleger wissen: Bei vollkommener Sicherheit gibt es keine Risikoprämien zu verdienen. Diese sind aber bitter nötig beim vorherrschenden Renditeumfeld an den Geld- und Anleihenmärkten.

Taktische Allokation Aktien & Anleihen

Die sich verbessernden Konjunkturdaten sprechen aktuell für steigende Aktien- und schwächere Rentenmärkte. 

Vorsicht bleibt allerdings geboten, da es zunehmende Anzeichen für Sorglosigkeit bei den Investoren gibt. Die schlummernden politischen Risiken sollten wieder stärker in den Fokus rücken.

Aktives Investieren bleibt ein Muss! Dies gilt sowohl innerhalb von Vermögensklassen als auch vermögensklassenübergreifend.

In einer Welt niedrigen Wachstums dürften Dividenden weiterhin bedeutsam für den Gesamtertrag bei Aktien bleiben.

Quelle: BondWorld