Durchwachsene Berichtsaison belastet Märkte

Notenbanken verschieben die Zinsnormalisierung..


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die laufende Berichtsaison zum Q3 fiel in den USA bis jetzt zwar leicht positiver als in den Vorquartalen aber insgesamt doch durchwachsen aus. Denn obwohl die meisten Unternehmen die Erwartungen übertreffen konnten, muss man sich doch vor Auge halten, dass diese extrem niedrig gesetzt waren. Somit vermochten die Ergebnisse dem Leitindex nur vereinzelt kleine Impulse verleihen, von einer Rally bleibt der S&P500 damit auch angesichts anhaltend latenter Risiken weit entfernt.

Ein ähnliches Bild zeigt sich momentan auch in der Schweiz. Diese Woche präsentierten mit Geberit, UBS, ABB und Novartis vier SMI-Unternehmen ihre Zahlen. Dabei konnte ABB zwar die Gewinnerwartung erfüllen, enttäuschte aber beim Auftragseingang. Die Valoren wurden an der Börse entsprechend abgestraft. Auch bei Novartis konnte der Kursrückgang trotz solidem Ergebnis nicht gestoppt werden. Somit bleibt der SMI unter Druck und konnte die Schwelle von 8‘000 Punkten erneut nicht halten. Kurzfristig dürften die Impulse für einen raschen Rebound fehlen.

Ein gemischtes Bild dürfte sich auch beim nächste Woche zur Veröffentlichung anstehenden Einkaufsmanagerindex zeigen. In den USA fielen die regionalen Vorindikatoren nicht einheitlich aus. Der Index sollte aber erneut über der Expansionsschwelle von 50 Punkten notieren. Das Hauptaugenmerk wird nächste Woche auf dem Fed-Meeting liegen. Das letzte Treffen vor den Präsidentschaftswahlen, welche eine Woche später stattfinden, dürfte trotz der robusten Konjunktur und einem weiterhin soliden Beschäftigungszuwachs ohne Zinserhöhung enden. Die Märkte rechnen mit einer Erhöhung im Dezember, wobei wir nicht ausschliessen, dass erst 2017 ein Schritt Richtung Zinsnormalisierung erfolgen wird.

Auch in der Schweiz stehen die Einkaufsmanagerindizes zur Veröffentlichung an. Der PMI für das verarbeitende Gewerbe sollte sich komfortabel über der 50-Punkte-Marke behaupten können. Gespannt werden auch die Detailhandelsumsätze erwartet. Diese Umsätze zeigen schon seit Monaten eine negative Entwicklung und die erneute Aufwertung des CHF gegenüber dem EUR (siehe Fokus) wird erneut Druck auf den Schweizer Detailhandel ausüben.

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Schliesslich stehen nächste Woche die Notenbanktreffen in Japan und Grossbritannien an, welche jedoch ohne Zinsänderungen verlaufen dürften. Die japanische Wirtschaft lahmt schon seit Jahren, der weiterhin starke Yen belastet die Exportwirtschaft und die Inflation ist weit von der Zielmarke entfernt. Unter diesen Umständen dürfte die BoJ an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten, mit einer weiteren Lockerung wird jedoch nicht gerechnet. In Grossbritannien dürfte die BoE trotz zuletzt guten Indikatoren den Zinssatz auf dem historisch tiefen Niveau belassen, um einer möglichen konjunkturellen Abkühlung infolge des harten Brexits entgegenwirken zu können.

Quelle: BONDWorld.ch