EUR/CHF fällt unter 1.07

Fed-Erwartungen für Dezember weiter gestiegen…


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die Märkte haben sich nach den starken Reaktionen in Folge der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten diese Woche eingependelt. Die Signale über die zukünftige Ausrichtung der US-Wirtschafts- und Aussenpolitik sind widersprüchlich, womit den Finanzmärkten eine klare Richtung fehlt. Damit bleibt der Schweizer Franken gefragt. EUR/CHF durchbrach diese Woche mehrmals die Marke von 1.07. Dabei dürfte die Schweizerische Nationalbank erneut am Devisenmarkt interveniert haben. Ob und wie stark sie aktiv war, darüber werden am Montag die wöchentlichen Daten zu den Sichteinlagen der Banken bei der SNB Hinweise geben. Eine weitere Erhöhung des Negativzinses scheint die Nationalbank derzeit allerdings nicht zu planen. Zwar bestehe nach Aussagen des Direktoriums noch Spielraum. Die Bereitschaft jüngst einen EUR/CHF-Kurs unter 1.075 zu akzeptieren, weist jedoch darauf hin, dass man wohl eher bereit ist einen stärkeren Franken gegenüber dem Euro zuzulassen. Dafür sprechen auch die in den letzten Monaten weiter verbesserte Situation der Schweizer Exportwirtschaft sowie die jüngste Abwertung gegenüber dem US-Dollar (siehe Grafik). Die kommende Woche anstehenden Export- und Industrieproduktionsdaten sollten den Erholungstrend in der Schweizer Exportindustrie bestätigen.

Die Aussichten auf ein Fiskalprogramm der neuen US-Regierung und einem damit verbundenen steigenden Inflationsdruck haben in der letzten Woche weltweit zu einem Zinsschub geführt. Allerdings wiederholten einige Vertreter der amerikanischen Notenbank, darunter auch die Vorsitzende Janet Yellen, diese Woche ihren unverändert vorsichtigen mittelfristigen Zinsausblick. Dieser dürfte sich auch im Protokoll zur letzten Zinssitzung widerspiegeln. Da die erneute Stärke des USD ebenfalls dämpfend auf die US-Inflation und Industriedynamik wirkt, gehen wir kurzfristig nicht von einer Fortsetzung der starken Aufwärtsbewegung bei den Langfrist-Renditen aus.

Ungeachtet dessen hat sich die an den Zinsmärkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer zweiten Zinserhöhung der Fed bei ihrer nächsten Sitzung Mitte Dezember weiter auf sehr hohe 96% erhöht. Die jüngsten US-Konjunkturdaten fielen vor allem hinsichtlich der Konsumdynamik zuversichtlich aus. Die Industrieproduktion hat für Oktober zwar insgesamt enttäuscht. Das Ergebnis war aber stark von der wetterbedingt geringeren Stromproduktion geprägt. Die Industriedynamik bleibt verhalten, zeigt jedoch zuletzt nicht weiter nach unten. Kommende Woche steht diesbezüglich die Veröffentlichung der Auftragseingänge für langlebige Güter auf der Agenda.

In der Eurozone wurde die Frühschätzung für das BIP-Wachstum im dritten Quartal von 0.3% bestätigt, wobei die nationalen Zahlen für Deutschland erwartungsgemäss eine vorübergehende leichte Verlangsamung zeigten, während Italiens Wirtschaft zumindest im dritten Quartal etwas stärker zulegen konnte. Der Anstieg der Unternehmensstimmung in den letzten Monaten lässt für den Jahreswechsel insgesamt eine leichte Wachstumsbeschleunigung erwarten. Nächste Woche werden die neuen Einkaufsmanager- und Ifo-Umfragen veröffentlicht.

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Quelle: BONDWorld.ch