Eurizon

Eurizon: Makroökonomie im August 2020

Eurizon: : Die lange andauernde Viruswelle in den USA hat zwar nicht zu neuen Lockdowns geführt, aber sie gibt Anlass, die Entwicklung aufmerksam zu beobachten.

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The Globe“, den Investmentausblick von Eurizon


Ohne ein Abflauen der Ansteckungsraten wird die Rückkehr zur normalen Aktivität länger dauern.

Das Unternehmervertrauen im Juni/Juli und die Unternehmensgewinne im zweiten Quartal übertrafen die übergroßen pessimistischen Erwartungen. Es zeigt sich allmählich eine V-förmige Erholung der Weltwirtschaft. Zur Fortsetzung dieser Entwicklung ist allerdings ein neuerlicher Rückgang der Ansteckungsraten notwendig.

Thema des Monats August

Als das Coronavirus erst in China und dann in Europa auftrat, hat es die Märkte kalt erwischt. Warum hat die lange Infektionswelle in den USA nicht dieselben Auswirkungen?

Die länger als erwartet andauernde Infektionswelle in Lateinamerika und den USA hat nicht zu neuen Lockdowns geführt. Daher sind die Anleger nicht gezwungen, die Wachstumsprognosen, die bereits zu Zeiten von Covid-19 in Europa und an der Ostküste der USA stark zurückgenommen wurden, weiter nach unten zu korrigieren.

Als das Virus Europa befallen hatte, war die weltweite Sterblichkeitsrate darüber hinaus stark gestiegen, weil die betroffenen Bevölkerungen vergleichsweise alt waren. Die aktuelle, lange Infektionswelle betrifft hingegen Länder mit einer jungen Bevölkerung. Tatsächlich sinkt die weltweite Sterblichkeitsrate stetig, während die Genesungsrate steigt.

Coronavirus: Sterblichkeits- und Genesungsrate

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Europa hat sich also den Luxus einer starken (vorübergehenden) Rezession gegönnt, um nicht krank zu werden. Die Schwellenländer und einige US-Bundesstaaten folgen hingegen dem Weg der Herdenimmunität (was letztlich allen zugutekommen wird, denn in einer globalisierten Welt ist auch die Herde global).

Investmentausblick im August

Die Pandemie, die nun länger dauert als vermutet, scheint nicht das Potenzial zu haben, die wirtschaftliche Erholung zu stören, könnte sie aber verzögern und ihre Stärke verringern. Dessen ungeachtet ist der August ein Monat, der grundsätzlich saisonalen Schwankungen unterliegt. Es scheint daher angebracht, das prozyklische Profil der Investitionsentscheidungen zu reduzieren und aus der Übergewichtung von Aktien Gewinne mitzunehmen.

Beurteilung der Anlageklassen im August

Staatsanleihen: Die neutrale Bewertung für US-Duration und die negative Beurteilung von Bundesanleihen und den Anleihen der Quasi-Core-Staaten der Eurozone wird bestätigt. Die Übergewichtung für Non-Core-Titel der Eurozone wird ebenfalls bestätigt.

Anleihen-Spreads: Die Übergewichtung für die Spread-Märkte wird bestätigt. Investment Grades, High Yields und die Schwellenländer werden als gleichrangig angesehen.

Aktien: Aktien werden angesichts einer starken kurzfristigen Entwicklung von positiv auf neutral heruntergestuft. Diese Bewertungen stehen unter dem Vorbehalt einer wirtschaftlichen Erholung, die durch die anhaltende Virusausbreitung in den USA und Phasen saisonaler Volatilität beeinträchtigt werden könnte. Es gilt weiter die folgende geografische Präferenz: (1) USA, (2) Schwellenländer, Japan, Europa, (3) Pazifik ohne Japan.

Währungen: Die negative Beurteilung für den Dollar wird bestätigt, der Yen wird hingegen auf neutral herabgestuft. Er wurde hauptsächlich als Hedging gegen das Aktienrisiko im Portfolio gehalten.

Quelle: BondWorld.ch