Europafreundlicher niederländischer Wahlausgang

Fed normalisiert, SNB bleibt unverändert expansiv…


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die europafeindliche Bewegung von Geert Wilders hat bei den Parlamentswahlen in den Niederlanden schlechter abgeschnitten als erwartet. Die Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Mark Rutte hat hingegen zwar an Stimmen eingebüsst, liegt aber klar in Führung, und wird nun Koalitionsverhandlungen mit anderen europafreundlichen Parteien führen. Nach den Urnengängen in Grossbritannien und den USA, sorgt dies erst einmal für eine gewisse Erleichterung in Europa. Als nächstes stehen die wichtigen Präsidentschaftswahlen in Frankreich an. Für den ersten Wahlgang am 23. April zeigen die Umfragen aktuell unverändert ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Unabhängigen Emmanuel Macron und Marine LePen an. Die Wahlen in Europa sind laut der jüngsten Lagebeurteilung weiterhin auch ein wesentlicher Risikofaktor für die SNB, welche die weitere Aufhellung der Weltkonjunktur und die moderate Erholung in der Schweiz gefährden können. Zwar hat sich die Situation am Devisenmarkt wieder beruhigt. Der Franken hat gegenüber dem Euro etwas nachgegeben, und die Nationalbank hat in den letzten beiden Wochen wohl nicht mehr am Devisenmarkt interveniert. Sie wird aber weiterhin bei Bedarf aktiv bleiben. Die SNB hat bei ihrer vierteljährlichen Sitzung im März ihre expansive Geldpolitik bestätigt. Der Negativzins von -0.75% soll Anlagen in Schweizer Franken weniger attraktiv machen. Die japanische Notenbank hat diese Woche ebenfalls an ihrer lockeren Geldpolitik und der Steuerung der Langfristzinsen festgehalten. Zudem bleibt die Bank of England an der Seitenlinie, wegen der Brexit-Unsicherheit. Nach der parlamentarischen Zustimmung kann Premierministerien Theresa May nun wie angekündigt bis Ende März das offizielle Austrittsgesuch bei der EU stellen. Die amerikanische Notenbank Fed schreitet hingegen bei der Zinsnormalisierung voran. Nachdem sie nach dem ersten Zinsschritt noch ein Jahr Pause eingelegt hatte, hat sie wie erwartet die Leitzinsen diese Woche zum dritten Mal um 25 Basispunkte angehoben. In der Lagebeurteilung hat sie dies vor allem damit begründet, dass die Inflation nun nahe dem Zielwert ist und die

17 03 17 1RAFInflationsrisiken ausgeglichen sind. Die mittelfristigen Wachstums- und Inflationserwartungen der FOMC-Mitglieder blieben dabei unverändert. Sie gehen von einem moderaten Aufschwung der US-Wirtschaft und einer Stabilisierung des Inflationstrends aus. Diese Einschätzung wurde durch die Konjunkturdaten in dieser Woche untermauert. Die Detailhandelsumsätze sprechen für eine moderate Konsumdynamik im ersten Quartal, und die Kerninflation sowie die Lohnerwartungen in den Kleinunternehmen haben sich stabilisiert. Nächste Woche stehen Zahlen zu den Auftragseingängen für Investitionsgüter in der USIndustrie an, die im Vormonat im Gegensatz zur nach wie vor sehr guten Stimmung nicht weiter zulegen konnten. Wie bereits in zahlreichen Reden der Fed-Mitglieder in den letzten Wochen angedeutet, zeigen die neuen Fed-Projektionen eine klare Konzentration der Zinserwartungen bei insgesamt 3 Zinsschritten von jeweils 25 Basispunkten in diesem Jahr. Auch für 2018 blieb die Medianerwartung bei 3 Zinsschritten.

 

Quelle: BONDWorld.ch