EZB belässt Anleihenkaufprogramm unverändert

Berichtssaison zum Q3 in der Schweiz lanciert…


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Während die meisten Marktbeobachter weiterhin von einer Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember ausgehen, verbreitet die Europäische Zentralbank aktuell keinen Aktivismus. Am Oktober-Meeting der EZB wurde auf eine Anpassung ihres Anleihenkaufprogramms verzichtet. Im Dezember bietet sich hierfür ein geeigneteres Fenster, wenn die US-Wahlen und das Verfassungsreferendum in Italien vorüber sind. Zudem liegen dann neue Konjunktur- und Inflationsprognosen vor, wie auch eine Analyse des Komitees für eine reibungslose Umsetzung der Anleihenkäufe.

Die Eurozone-Konjunktur verläuft weiterhin robust, kann aber kaum an Schwung zulegen. Die bedeutendsten Indikatoren aus Deutschland, Frankreich und Italien konnten im September durchwegs etwas zulegen, nachdem der Trend im Jahresverlauf noch leicht negativ war. Für die Oktober-Daten, die kommende Woche veröffentlicht werden, gehen wir von einer Stabilisierung aus. Auch in China haben die Konjunkturdaten jüngst nicht enttäuscht. Das Wachstum hat sich im dritten Quartal stabilisiert. Allerdings basieren die Investitionen zu einseitig auf Unternehmen im Staatsbesitz. Diese haben die Investitionen in den ersten drei Quartalen um über 20% erhöht, während private Investitionen lediglich um 2.5% angestiegen sind. In den USA rechnen wir für das Wirtschaftswachstum im Q3 mit einem Anstieg von annualisierten rund 2.5%, nach 1.4% im Vorquartal. Auch in Grossbritannien stehen Drittquartalsdaten zum BIP zur Veröffentlichung auf der Agenda. Der Brexit-Entscheid wird das Ergebnis aber noch nicht beeinträchtig haben (siehe Seite 2). Das KOF-Konjunkturbarometer dürfte anzeigen, dass sich das Schweizer Wirtschaftswachstum kaum beschleunigt und der Gegenwind bleibt, insbesondere in der Industrie.

Die global verhaltene Konjunkturdynamik dürfte sich auch in den Resultaten zur Berichtssaison für das 3. Quartal widerspiegeln. In den USA haben schon über ein Fünftel der Unternehmen, die im Leitindex S&P 500 vertreten sind, über den Geschäftsgang berichtet. Die bescheidenen Erwartungen konnten bisher mehrheitlich übertroffen werden und zum ersten Mal seit 5 Quartalen zeichnet sich insgesamt ein gegenüber dem Vorjahresquartal leicht höherer Gewinn ab. In der Schweiz präsentieren in der kommenden Woche mit Novartis, ABB, UBS und Geberit vier SMI-Unternehmen die Quartalszahlen. Aggregiert erwarten wir für den Gesamtmarkt keinen starken Anstieg der Unternehmensgewinne, wobei das Bild uneinheitlich bleibt. Eine stärkere Zunahme der Unternehmensgewinne wäre unseres Erachtens aber notwendig, um dem Gesamtindex einen Impuls für deutlich höhere Kurse zu verleihen – wie im Beispiel von Geberit, bei der ein steigender Gewinntrend dazu beiträgt, dass die Aktie seit Jahresbeginn den SMI mit einem Plus von 25% anführt.

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Quelle: BONDWorld.ch