Duguid Bruce Federated Hermes

Federated Hermes – wackeliges Growth-Comeback und Netto-Null als Treiber

Federated Hermes: Marktupdate – diesmal: Die Fed bleibt cool gegenüber Inflationssignalen, aber die Rohstoffpreise, siehe Kupfer und Gold, überhitzen.

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Bruce Duguid, Head of Engagement/EOS


Zudem: Bruce Duguid, Head of Engagement/EOS zur Hauptversammlung von LyondellBasel: „Wir akzeptieren nicht, dass kein Netto-Null-Ziel gesetzt ist.“

Bruce Duguid, Head of Engagement/EOS:

„LyondellBasell sticht in Europa als eines der wenigen Unternehmen hervor, die sich noch kein Netto-Null-Ziel gesetzt haben. Wir haben daher bei LyondellBasell unser Engagement auch durch die Climate Action 100+-Initiative intensiviert. Zur Hauptversammlung heute haben wie zwei Diskussionspunkte eingereicht, um die Weiterentwicklung der Klimastrategie zu fördern.

Denn: Der Chemiesektor gehört zu den Sektoren, die als hohe globale Emittenten mehr Aufmerksamkeit benötigen. Es besteht die doppelte Herausforderung von klimabedingten Risiken sowie jenen im Zusammenhang mit der Produktion von Kunststoffen und anderen Produkten. Wir arbeiten mit dem Unternehmen zusammen, um einen längerfristigen Ansatz zum Management dieser Risiken zu finden und sicherzustellen, dass diese bei Investitionsentscheidungen berücksichtigt werden – um letztlich negative Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren.“

Grant Lewis Federated HermesLewis Grant, Senior Global Equities Portfolio Manager:

„Die Inflation ist nach wie vor ein brisantes Thema. Anleger versuchen abzuschätzen, ob Value wieder nachlässt und eine Rotation zurück zu Growth bevorsteht. Anfang Mai führten Value-Titel die Märkte an. Aber: Vergangene Woche haben Growth-Titel, insbesondere US-Technologietitel, ein Comeback hingelegt. Die Daten zu den Verkäufen von Immobilien in den USA enttäuschen und führen, da die Fed die Inflationssignale herunterspielt, zu einer Pause im Reflationsgeschehen. Kupfer hat nach seinem früheren Anstieg ein Zwei-Wochen-Tief erreicht, während Gold weiter steigt und ein Vier-Wochen-Hoch erreicht hat.

Da sich die Einführung von Impfstoffen weltweit beschleunigt und die Volkswirtschaften sich wieder öffnen, haben Aktien mit Value-Ausrichtung in den USA und Europa eine Outperformance hingelegt. In Asien, wo die Einführung von Impfstoffen aufgrund von Ängsten vor einer neuen Virus-Variante etwas stockender verlief, ist das Rendite-Bild durchwachsener – ohne dass Value-Titel besonders outperformen.

Zinserhöhungen am Horizont

In naher Zukunft erwarten wir, dass sich der Trend in Richtung Value fortsetzen wird – insbesondere da die Zentralbanken weltweit begonnen haben, eine Verlagerung der Geldpolitik in Richtung Zinserhöhungen anzudeuten. Neuseeland und Kanada waren die ersten, die einen hawkischeren Ton ankündigten, Südkorea hat inzwischen nachgezogen.

Growth-Titel weisen nach wie vor hohe Multiplikatoren auf. Die Erwartung steigender Zinsen wird wahrscheinlich hier den Aufschwung dämpfen. Allerdings war es noch nie klug, die Fed zu ignorieren. Heißt für Anleger: Diversifiziert bleiben. Ein Stimmungsumschwung bei der Inflation – wenn etwa die Rohstoffpreise fallen – könnte eine schnellere Rückkehr zu Growth-Titeln auslösen als erwartet.“

Dall'Angelo Silvia Federated HermesSilvia Dall’Angelo, Senior Economist:

„Die jüngsten Konjunkturumfragen für Mai (Flash-PMIs) deuten darauf hin, dass die Weltwirtschaft weiterhin auf dem Weg zu einer sehr starken Erholung im zweiten und dritten Quartal 2021 ist – gestützt durch überzeugende Fundamentaldaten. Entscheidend ist, dass die Einführung von Impfstoffen – eine Voraussetzung für die Wiederbelebung der Wirtschaft – in den meisten Industrieländern mit anhaltendem Tempo voranschreitet. Die Eurozone begann im vergangenen Monat, zu Großbritannien und den USA aufzuschließen.
Allerdings ist die Erholung in den einzelnen Ländern und Regionen nach wie vor uneinheitlich. Besonders ausgeprägt: die Unterschiede zwischen Schwellenländern und Industrieländern, was die unterschiedlichen Möglichkeiten widerspiegelt, die notwendigen Ressourcen zur Eindämmung der Pandemie und zur Unterstützung der Erholung zu mobilisieren.

Virus als Zünglein an der Waage

Inzwischen hat sich die Divergenz zwischen dem Dienstleistungssektor und dem verarbeitenden Gewerbe mit der Wiederbelebung der Wirtschaft allmählich verringert, wobei der erstere zum letzteren aufgeschlossen hat. Insgesamt ist das globale BIP-Wachstum in diesem Jahr auf dem Weg zu einem Wachstum von 6 %. Aber: Es bestehen weiterhin Risiken. Kurzfristig ist die Entwicklung des Virus immer noch ein Unsicherheitsfaktor, siehe die Schwierigkeiten bei der Eindämmung der Pandemie in Indien. Mittelfristig ist immer noch unklar, ob die fiskalischen Anreize das Produktivitätswachstum ankurbeln und eine grünere und integrativere Expansion ermöglichen.

Versus Inflation: Geldschwemme bleibt – noch…

Der geldpolitische Rahmen dürfte auf absehbare Zeit akkommodierend bleiben, da die Zentralbanken entschlossen scheinen, das jüngste Ansteigen der Inflation zu bekämpfen. Insbesondere die Fed-Vertreter haben dies in letzter Zeit sehr konsequent als „vorübergehend“ bezeichnet und die Bedeutung des Vollbeschäftigungsaspekts ihres Mandats betont. Da die US-Wirtschaft jedoch weiterhin Fortschritte macht, wird die Fed die geldpolitische Akkommodation allmählich reduzieren müssen – beginnend mit einer Verlangsamung des Tempos ihrer Anlagenkäufe. Wenn die Wirtschaft weiterhin stark bleibt, wird die stärkere Diskussion über das Tapering in den kommenden Sitzungen beginnen – und wahrscheinlich zu einer entsprechenden Umsetzung Anfang nächsten Jahres führen, so zumindest die Fed-Vertreter.“

Quelle: BondWorld