Fokus: Diversifiziert vom Marktpotential profitieren

Nachdem durchgesickert war, dass die USA von der Deutschen Bank (DB) USD 14 Mrd. als Strafe für unzulässiges Verhalten am Hypothekarmarkt fordern, geriet die das grösste deutsche Finanzinstitut dermassen unter Druck, dass unter den Anlegern zeitweilig offene Panik ausbrach…..


Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. Click here to register for your free copy 


Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die Aktie des Instituts büsste so innerhalb von drei Wochen zeitweise bis zu 25% an Wert ein und handelte auf einem historischen Tief von EUR 9.89. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis lag zu diesem Zeitpunkt noch bei 0.25, was bedeutet, dass die Aktie lediglich noch zu einem Viertel des ausgewiesenen Eigenkapitals gehandelt wurde. Glaubt man dem IWF, ist die Korrektur beim Börsenkurs der Deutsche Bank Aktien sicherlich nicht ganz unberechtigt. Denn in seiner jährlichen Studie zur Stabilität des deutschen Bankensektors befand der Währungsfonds, dass die Deutsche Bank, der wichtigste Netto-Beitragende zum systematischen Risiko darstelle. Gerade in Krisenzeiten kommt zudem hinzu, dass wie bei allen internationalen Grossbanken die enge Verflechtung mit anderen Finanzinstituten und die komplexe Organisationsstruktur auch bei der DB keine akkurate und schnelle Analyse durch die Anleger ermöglicht. Taumelnde Titel werden daher bei unklarer Faktenlage häufig prophylaktisch abgestossen. Insofern sind die dramatischen Kurseinbrüche bei den Aktien der Deutschen Bank zumindest erklärbar.

07 10 16 2raf

Aus Anlegersicht sind solche rasante Sinkflüge ganz generell gute Gelegenheiten um grundsätzlich, das eigene Risiko gegenüber einzelnen Emittenten (das sogenannte Exposure) kritisch zu hinterfragen. Denn es sollte nicht vergessen werden, dass das Exposure viele unterschiedliche Formen annehmen kann und keinesfalls nur auf die Unterscheidung in Aktien und Obligationen beschränkt ist. So kommt es beispielsweise bei Obligationen stark auf die Seniorität an. Nachrangige oder hybride Anleihen etwa weisen ein viel höheres Risiko aus als normale Obligationen – im Gegenzug dafür sollte der Anleger mit einer höheren Risikoprämie entschädigt werden. Entsprechend dieser unterschiedlichen Ausgestaltung einzelner Exposures, präsentieren sich auch die möglichen Performances nicht einheitlich, wie anhand der Deutschen Bank zu sehen ist

Obwohl sich in den vergangenen Tagen die Aktien der Deutschen Bank spürbar erholt haben, wurden den Anlegern die Risiken von Einzeltitelanlagen und die Schwankungsanfälligkeit von Obligationen deutlich vor Augen geführt. Insbesondere nachrangige Obligationen, Obligationen ohne Investmentgrade Rating (Junk-Bonds) und solche aus Schwellenländer weisen oftmals höhere Risiken auf, als es Anlegern in ruhigen Börsenzeiten bewusst ist. Das heisst, dass sich breit diversifizierte Lösungen auch für vermeintlich träge Obligationen anbieten, um unternehmensspezifische Risiken möglichst zu vermeiden, aber gleichzeitig an der Gesamtmarktentwicklung zu partizipieren. Denn breit diversifizierte Lösungen – insbesondere auch bei Investitionen in Schwellenländer und hochverzinsliche Anlagen – bieten für eingegangene Risiken ein attraktives Ertragspotential.

07 10 16 3raf

Quelle: BONDWorld.ch