Fokus: OPEC hat keinen nachhaltigen Einfluss auf den Ölpreis

Die Ölpreise sind seit Mitte November wieder spürbar gestiegen. Aufwind verschaffte das anstehende OPEC-Meeting in Wien……


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Es scheint eine gewisse Zuversicht zu herrschen, dass sich die Kartellmitglieder auf konkrete Massnahmen einigen können, um den anhaltenden Angebotsüberschuss zu bekämpfen.

Wir bleiben hinsichtlich der Erfolgsaussichten einer möglichen OPEC-Einigung allerdings skeptisch. Zwar ist durchaus möglich, dass sich die Mitglieder zu einem gemeinsamen Kompromiss zusammenraufen. Denn angesichts der Tatsache, dass die Ölpreisbaisse mittlerweile schon seit mehr als zwei Jahren andauert, und nach mehreren gescheiterten Versuchen, entweder die US-Fracker aus dem Markt zu drängen oder eine Preiserholung durch Produktionseingrenzung zu bewirken, steht das einst mächtige Kartell unter Erfolgsdruck. Um nicht vollends an Glaubwürdigkeit zu verlieren, ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich die zum Teil untereinander heillos zerstrittenen Mitglieder zu einem Minimalkompromiss durchringen. Allerdings dürfte kaum eine stärkere effektive Kürzung der Fördermengen als viel eher eine Einfrierung überhaupt in Frage kommen.

Dies scheinen die OPEC-Staaten bereits antizipiert zu haben. So haben einzelne Mitglieder seit der Absichtserklärung zur Förderbeschränkung von Ende September ihre Produktion deutlich ausgeweitet. Mehr noch: Seit Beginn des Preiszerfalls hat die OPEC ihre Förderung um täglich fast 4 Mio. Fass gesteigert. Einigen sich die Kartellmitglieder tatsächlich auf eine Einfrierung der aktuellen Fördermengen, ist man dennoch weit davon entfernt, die Ölschwemme nachhaltig zu beseitigen.

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Ein Aufwind für die Ölpreise dürfte somit weitgehend ausbleiben. Und wenn doch, dürften die amerikanischen Shale-Produzenten die Erholung ziemlich bald wieder limitieren. Denn die Fracker können im Gegensatz zu konventionellen Förderern ihr Produktionsvolumen äusserst flexibel an Änderungen beim Ölpreisniveau anpassen (siehe Grafik). Kommt hinzu, dass der künftige US-Präsident Trump grundsätzlich die heimische Ölproduktion fördern möchte.

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Wir schliessen kurzfristige Ausschläge nach oben bei den Ölnotierungen insgesamt nicht aus. Eine nachhaltige Preiserholung erwarten wir aber weiterhin nicht. Wir empfehlen daher, Rohstoff-Anlagen dahingehend umzusetzen, dass dem Öl-Exposure kein dominantes Gewicht zufällt.

Quelle: BONDWorld.ch