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Fokus: Schweizer Wirtschaft operiert mit angezogener Handbremse

Die Schweizer Wirtschaft konnte Anfang 2017 ein BIP-Wachstum von 0.3% gegenüber dem Vorquartal verzeichnen, was eine weitere leichte Verbesserung im Vergleich zu den beiden letzten Quartalen bedeutet…..


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Dabei trug der private Konsum nur sehr moderat zum Wachstum bei. Treibende Kraft war zum Jahresbeginn das Verarbeitende Gewerbe. Die Exporte haben sich kräftig erholt, und auch die Ausrüstungs-investitionen zeigten nach oben.

Mit dem erfolgreichen Jahresstart im Verarbeitenden Gewerbe spiegelt sich die starke Stimmungsaufhellung bei den Schweizer Unternehmen seit letztem Herbst schliesslich auch in den offiziellen Wachstumszahlen wider. Dabei sind die Impulse nicht auf die immer mehr verpuffende Trump-Euphorie zurückzuführen, sondern auf das generell verbesserte globale Wachstumsumfeld.

Die Schwellenländer haben sich stabilisiert. Beispielsweise zeigen die Schweizer Exporte nach China wieder kräftig nach oben. Dies hilft speziell die Abwärtsspirale in der zuletzt gebeutelten Uhrenindustrie zu stoppen. Darüber hinaus verleiht insbesondere die gefestigte Erholung in der Eurozone Rückenwind. Die wirtschaftliche Situation in den benachbarten Handelspartnerländern ist entscheidender als die Belastung durch den weiterhin starken Franken. Der langjährige Abwärtstrend des Anteils der Eurozone an den Schweizer Exporten konnte zum Jahreswechsel gestoppt werden. Im ersten Quartal 2017 gingen wieder über 46% der Warenexporte in die Eurozone – mit einer besonders starken Nachfrage aus Deutschland. Und da sich die Unternehmens-stimmung in Europa auf einem hohen Niveau behaupten kann, ist auch für die kommenden Monate eine robuste Exportnachfrage angezeigt.

Das Schweizer Konsumentenvertrauen konnte sich hingegen nicht so positiv wie die Unternehmensstimmung entwickeln. Die vorübergehende Delle am Arbeitsmarkt im Nachgang des Wechselkursschocks ist zwar ausgestanden. Das Beschäftigungswachstum bleibt aufgrund eines deutlich verlangsamten Stellenaufbaus im Dienstleistungssektor aber verhalten. Dies trifft nicht zuletzt für den Detailhandel zu, der unter dem unverändert hohen Einkaufstourismus leidet. Die Wertschöpfung im Handel war im 1Q17 das vierte Quartal in Folge rückläufig. Da zudem die Kombination aus wieder allmählich steigender Inflation und unverändert moderatem Lohnwachstum die Reallöhne in diesem Jahr im Gegensatz zu den Vorjahren kaum steigen lassen wird, dürfte die Konsumerholung weiterhin begrenzt ausfallen.

Trotz des derzeit grundsätzlich positiven Wachstumsumfelds lassen anhaltende Nachwirkungen des starken Wechselkurses die Schweizer Wirtschaft nach wie vor mit angezogener Handbremse operieren. Entsprechend erwarten wir damit 2017 unverändert keine Beschleunigung des Schweizer BIP-Wachstums im Vergleich zu den bereits respektablen 1.3% des Vorjahres.

Quelle: BONDWorld.ch