Fokus: Schwellenländer profitieren von Trumps Fehltritten

Für die Schwellenländer war die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten ein regelrechter Schock. Dessen angekündigter Protektionismus und die Infragestellung des Freihandels führte in vielen Schwellenländer zu einem ausgeprägt pessimistischen Ausblick. Verdanken diese doch den erzielten Wohlstandsaufschwung dem von Trump kritisierten Welthandel……


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Rund zweieinhalb Monate nach Trumps Amtsantritt ist von dieser bedrückten Stimmung nichts mehr zu spüren: Der Schwellenländer-Aktienindex hat mit über 12% Gesamtrendite den stärksten Jahresstart seit fünf Jahren hingelegt und damit seinen Taucher im Zuge der Wahl Donald Trumps mehr als ausgebügelt.

Des einen Leid, des anderen Freud?

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Der Grund dafür ist in erster Linie in Trumps Amtsführung zu suchen. Denn nach dem Schlamassel bei der restriktiven Einreisepolitik und bei der nicht zustande gekommenen Abschaffung von Obamacare, musste Donald Trump bereits bei zwei zentralen Wahlkampfversprechen herbe Niederlagen einstecken. Womit immer stärkere Zweifel darüber aufkommen, ob es ihm gelingt, protektionistische Massnahmen und das Konjunkturprogramm durch zu bringen – was die Belastung für die Schwellenländer in zweierlei Hinsicht lindert. Erstens verringert sich die Sorge darüber, dass ein gigantisches Konjunkturpaket die USInflation anheizen und die Fed damit zu einer höheren Gangart bei der Zinsnormalisierung zwingen könnte. Was insofern un günstig für die Schwellenländer wäre, als dass die Anleger in einem solchen Fall sich tendenziell aus den Schwellenländern zurückziehen und stattdessen wieder in deutlich risikoärmeren US-Papiere investieren. Zweitens dürfte die TrumpSkepsis insbesondere für Mexiko und China erleichternd wirken. Denn Donald Trump sprach wiederholt davon, Importe aus diesen beiden Ländern mit einer Einfuhrsteuer von 35% bzw. 45% zu belegen. Dies würde insbesondere Mexiko empfindlich treffen – gehen doch rund 80% von dessen Exporte in die USA. Und obwohl Trump unter dem „Trading with the Enemy Act of 1917“ theoretisch solche Strafzölle ohne Zustimmung des Kongress‘ erheben könnte, reicht sein gegenwärtiges innenpolitisches Schwächeln aus, die US-Wahl induzierte Schockreaktion bei den mexikanischen Anleihen und dem Peso mittlerweile wieder zu einem grossen Teil auszugleichen.

Mexiko: Erste Schockreaktionen lassen nach

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Erleichterungen über die abgenommene Gefahr einer auf Protektionismus ausgerichteten US-Politik zeigen sich auch in anderen mit den USA eng verflochtenen Schwellenländern, während die restlichen Schwellenländer weiterhin Unterstützung von der aufgehellten Stimmung in den Industriestaaten erfahren sollten. Daher halten wir weiterhin eine breit diversifizierte Schwellenländerquote als Beimischung zum Aktienportfolio als angezeigt.

 

 

Quelle: BONDWorld.ch