Fokus: Starker USD, schwächelnder EUR

Der EUR zeigt sich zum CHF zuletzt wieder unter Druck…….


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die Äusserungen Mario Draghis, wonach eine rasche Reduktion der Anleihenkäufe unwahrscheinlich sei, wird an den Devisenmärkten offenbar als Indiz dafür gewertet, dass die EZB-Geldschwemme vorerst anhalten dürfte, was die Gemeinschaftswährung entsprechend schwächeln lässt. Doch trotz dieses Abwertungsdrucks am aktuellen Rand sollte die längerfristige Aufwertungstendenz des EUR gegenüber dem CHF weiterhin intakt bleiben. Denn der konjunkturelle Erholungspfad der Währungsunion dürfte sich weiter fortsetzen.

Vor diesem Hintergrund sollte der Interventionsdruck auf die SNB auf Dauer nachlassen. Denn wie die Sichteinlagen inländischer Banken bei der SNB indizieren, griffen die Währungshüter jeweils dann am Devisenmarkt ein, wenn der CHF unter zu starkem Aufwertungsdruck geriet. Dabei scheint die Schmerzgrenze für die SNB bei ungefähr 1.08 zu liegen. Die Sichteinlagen der Banken bei der Notenbank legen nahe, dass in der zweiten Septemberhälfte EUR-Käufe nötig waren, um den Franken nicht weiter aufwerten zu lassen. In den vergangenen Tagen dürfte aber die Marke von 1.08 auch ohne Einschreiten der SNB gehalten haben.    

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Deutlich aufgewertet hat jüngst der USD. Handelsgewichtet legte der Greenback mit den weiter gestiegenen Erwartungen einer noch im kommenden Dezember erfolgenden Fed-Zinserhöhung deutlich zu. Allerdings liegt genau in diesem Erstarken des USD gleichzeitig ein möglicherweise bremsendes Element für die weitere Dynamik der Zinsnormalisierung. Denn es ist nicht auszuschliessen, dass die Fed den nächsten Zinsschritt mit Verweis auf die Konjunkturrisiken durch einen stärkeren USD aufschieben wird. Solange die Fed jedoch zaudert sollte der

USD zum CHF vorerst die Parität nicht knacken, und Ausbruchversuchen dürfte wie schon mehrmals in diesem Jahr die Luft knapp unterhalb der psychologisch bedeutsamen Marke ausgehen.

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Deutlich mehr Auswirkungen hat der erstarkte USD indessen für den CNY. Denn die PBoC orientiert sich bei ihrem täglichen Fixing an einem Korb aus mehreren Währungen. Wertet der USD wie zuletzt gegenüber allen Währungen innerhalb dieses Korbes auf, ist die logische Konsequenz eine Abschwächung des CNY gegenüber des USD: USD/CNY notiert mittlerweile auf dem höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren. Ob und inwieweit diese CNY-Schwäche im Interesse Pekings liegt, ist schwierig abzuschätzen. Zurzeit scheint sich die PBoC auf geringstmögliche Schwankungen des CNY gegenüber dem Währungskorb zu fokussieren, um Kapitalabflüsse zu verhindern.

Der Fed-Zinsschritt, Diskussionen um ein EZB-Tapering, das infolge BREXITs nervöse GBP – an den Devisenmärkten gibt es nicht wenige Unruheherde. Bei den Hauptwährungen erwarten wir gegenüber dem CHF wenig Potential, wobei aktuell der EUR nach unten gut abgesichert erscheint, während wir beim USD nicht von einem Ausbruch nach oben ausgehen.

Quelle: BONDWorld.ch