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Janus Henderson: Schweizer Staatsverschuldung 2020 im globalen Vergleich sehr tief

Janus Henderson Sovereign Debt Index : Pandemie lässt weltweite Staatsverschuldung um ein Sechstel ansteigen

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Jim Cielinski, Global Head of Fixed Income bei Janus Henderson


Die weltweite Staatsverschuldung steigt 2020 um mehr als ein Sechstel (17,4 %) bzw. 9,3 Billionen US-Dollar auf einen Rekordwert von 62,5 Billionen US-Dollar

Der Anstieg entsprach einem Siebtel (14,8 %) des globalen BIP

Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt global 13‘050 US-Dollar

Mit 28‘345 US-Dollar hat die Schweiz gemeinsam mit Dänemark und Schweden die niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung in Europa

Die Staatsverschuldung steigt 2020 in der Schweiz um 27 % bzw. 52 Milliarden US-Dollar auf 246 Milliarden US-Dollar und verschuldet sich mit am wenigsten im globalen Vergleich

Die grössten Volkswirtschaften (USA, Japan und China) haben sich 2020 am höchsten verschuldet, das grösste Haushaltsdefizit hatte jedoch Grossbritannien

Diese Schulden sind günstig zu bedienen – die Kosten für die Kreditaufnahme sind in 25 Jahren trotz der viermal höheren Schulden nur um ein Fünftel gestiegen

Die Schulden werden weltweit im Jahr 2021 um weitere 768 US-Dollar pro Person ansteigen

Für die Schweiz wird ein Rückgang der Schulden im laufenden Jahr auf 234 Milliarden US-Dollar erwartet

Der kontinuierliche Rückgang der Zinsen hat weltweit zu erheblichen Renditen für Anleiheinvestoren geführt, nun steigen sie wieder an und Anleihekurse fallen, da sich die Weltwirtschaft zu erholen beginnt

19-04-21 1 Janus Henderson

Die weltweite Staatsverschuldung stieg 2020 um mehr als ein Sechstel auf einen Rekordwert von 62,5 Billionen US-Dollar

Laut der ersten Veröffentlichung des Janus Henderson Sovereign Debt Index nahmen 2020 Staaten weltweit Schulden auf, die einem Volumen von acht Jahren entsprechen, um die globale Pandemie zu bekämpfen, und erhöhten ihre Schulden um mehr als ein Sechstel (17,4 %). Da acht von zehn Staaten im Index in eine Rezession rutschten, stockten die Regierungen ihre Haushaltskasse um 9,3 Billionen US-Dollar[1] auf. Dies entspricht einem Siebtel (14,8 %) des weltweiten Bruttoinlandsprodukts[2], ein höherer Betrag als zur Stützung der Wirtschaft nach der globalen Finanzkrise erforderlich war. Die weltweite Staatsverschuldung erreichte zum Jahresende einen Rekordwert von 62,5 Billionen US-Dollar, fast das Vierfache der Summe von 1995 (+273 %) und umgerechnet 13‘050 US-Dollar pro Person[3].

Die grössten Volkswirtschaften haben sich 2020 am meisten verschuldet, das grösste Haushaltsdefizit hatte jedoch Grossbritannien

Einige Länder haben mehr Schulden aufgenommen als andere, um die Herausforderungen des letzten Jahres zu meistern. In absoluten Zahlen haben die grössten Volkswirtschaften natürlich die meisten Kredite aufgenommen. Allein auf die USA, Japan und China entfiel mehr als die Hälfte der weltweiten staatlichen Neuverschuldung im Jahr 2020.

Gemessen an der Grösse seiner Wirtschaft war Grossbritannien mit einem staatlichen Haushaltsdefizit von einem Fünftel seines BIP der grösste Kreditnehmer, aber auch die USA, Brasilien, Südafrika, Spanien, Kanada, Japan und Singapur hatten Defizite von mindestens einem Achtel der Grösse ihrer Volkswirtschaften. Schweden und die Schweiz gehören zu den Ländern, die sich am wenigsten verschuldet haben, aber keines kommt auch nur annähernd an Taiwan heran, dessen Schulden im Verhältnis zum BIP gegenüber dem Vorjahr fast unverändert blieben, da erfolgreiche Massnahmen auf den Pandemieausbruch die Wirtschaft wachsen liess.

Bereits vor der Pandemie hatten die Staaten der Welt in jedem der letzten 25 Jahre ein Defizit, da die Ausgaben höher waren als die Steuereinnahmen. Glücklicherweise wuchs auch die Weltwirtschaft stark an, so dass die Schuldenlast von einer höheren Steuerbasis untermauert wurde. Der Anstieg der Staatsverschuldung hat dennoch das Wirtschaftswachstum um ein Fünftel übertroffen.

„In der Schweiz sind die Schulden zwischen 1995 und 2020 von 149 Milliarden auf 246 Milliarden US-Dollar angewachsen. Im Verhältnis zum BIP sind die Schulden im gleichen Zeitraum von 41 % auf 31 % gesunken. Weltweit steht die Schweiz damit vergleichsweise sehr gut da. Laut der Ergebnisse unseres Index-Reports wird erwartet, dass der Schuldenstand bis 2025 weiter auf 29 % des BIP sinkt. Auf den europäischen Anleihemärkten wies die Schweiz als erstes Land eine negative Effektivverzinsung auf, was zusammen mit der geringen Gesamtverschuldung die niedrige Zinslast erklärt“, so Fedor Plambeck, Director of Sales Schweiz bei Janus Henderson.

Diese Schulden sind günstig zu bedienen

Trotz der stark gestiegenen Verschuldung hat sich die Zinslast nicht erhöht. 2020 mussten die Staaten weltweit nur noch 2,0 % für ihre Kredite[4] zahlen, 1995 waren es noch 7,6 %. Dieser enorme Rückgang der Zinssätze bedeutet, dass die weltweite Zinslast nur um etwas mehr als ein Fünftel gestiegen ist, obwohl die Verschuldung fast viermal so hoch ist. Relativ zum BIP hat sich die Zinslast seit 1995 mehr als halbiert. Kein Land im Index von Janus Henderson zahlte im Jahr 2020 einen höheren Zinssatz als 1995.

Der kontinuierliche Zinsrückgang hat zu erheblichen Renditen für Anleiheinvestoren geführt

Die Staaten finanzieren ihre Schulden, indem sie Anleihen an Investoren ausgeben, die auf den Finanzmärkten gekauft und verkauft werden können. Der kontinuierliche Zinsrückgang in den letzten 25 Jahren hat zu erheblichen Renditen für Anleiheinvestoren geführt. Zwischen 1995 und 2020 erzielte der Global Government Bonds Index[5] eine Gesamtrendite von 308 % in US-Dollar, was fast dem Fünffachen der Inflationsrate im gleichen Zeitraum entsprach.

Die Schulden werden im Jahr 2021 erneut ansteigen – um weitere 768 US-Dollar pro Person

2021 wird es zu einem weiteren deutlichen Anstieg der Staatsverschuldung um etwa 4 Billionen US-Dollar bzw. 768 US-Dollar pro Person kommen. Verglichen mit der Grösse der Weltwirtschaft hat die Verschuldung dank einer voraussichtlich starken wirtschaftlichen Erholung jedoch bereits ihren Höhepunkt erreicht.

 

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Bethany Payne, Global Bonds Portfolio Manager bei Janus Henderson, sagt: „Schulden sind oft mit moralischen Vorbehalten behaftet, die nahelegen, dass sie vermieden werden sollten. Doch eine solche Sichtweise missversteht die Bedeutung der staatlichen Kreditaufnahme zur Unterstützung der Wirtschaft in schlechten Zeiten wie 2020. Die Schulden sind auf Rekordniveau, gleichzeitig sind aber die Finanzierungskosten so günstig, dass die Verschuldung die richtige Entscheidung war.

Wirtschaftswachstum ist der sicherste Weg, eine hohe Staatsverschuldung zu überwinden. Die Erholung von Corona wird sehr unterschiedlich ausfallen. Dienstleistungsorientierte Volkswirtschaften wie Grossbritannien, die ein schwieriges Jahr 2020 hatten, dürften sich schneller erholen als vom verarbeitenden Gewerbe geprägte Volkswirtschaften wie Deutschland, die vom Rückgang der globalen Nachfrage im Jahr 2020 weniger betroffen waren.

Viele Länder haben sich bei ihrer jüngsten Kreditaufnahme auch auf Darlehen konzentriert, die in relativ kurzer Zeit zurückgezahlt werden müssen. Für diese Länder besteht ein reales Risiko, dass sie in Zukunft grosse Schuldenbeträge zu deutlich höheren Zinsen refinanzieren müssen.“

Jim Cielinski, Global Head of Fixed Income bei Janus Henderson, kommentiert: „Die Anleihemärkte sind eine riesige Bewertungsmaschine für die Kreditwürdigkeit und die wirtschaftliche Leistung eines jeden Landes – sie bestimmen, wie viel ein Staat für Kredite zahlen muss. Damit sind sie nicht nur für Anleiheinvestoren wichtig. Die an den Anleihemärkten festgelegten Zinssätze beeinflussen den Wert jedes Vermögens, von Häusern bis hin zu Aktienmärkten.

Auf die eine oder andere Weise hat jeder ein Interesse an den Anleihenmärkten. Menschen können selbst Anleihen besitzen oder sie können sich dafür entscheiden, sie über Investmentfonds zu halten. Anleihen helfen bei der Finanzierung von Renteneinkommen für Pensionsfonds. Versicherungsgesellschaften nutzen sie, um Risiken zu verwalten und Ausschüttungen zu finanzieren. Das Bankensystem, Hypotheken und Sparzinsen hängen alle von den Anleihemärkten ab. Ohne die Anleihenmärkte könnten moderne Volkswirtschaften einfach nicht funktionieren.

Anleger haben in den letzten Jahren hervorragende Renditen mit Anleihen erzielt. Jetzt sind die Zinsen aber wieder auf dem Weg nach oben und das birgt Risiken. Die Zentralbanken werden sich bemühen, die Zinsen vorerst niedrig zu halten, aber stärkere Volkswirtschaften sind tendenziell eine schlechte Nachricht für die Anleihekurse.“

Quelle: BondWorld.ch