Bezalel Ariel Jupiter AM

Jupiter AM: Inflationsillusion?

Jupiter AM : Inflationsillusion? Weshalb deflationäre Kräfte die Oberhand behalten.

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Von Ariel Bezalel (photo), Head of Strategy, Fixed Income und Harry Richards, Fondsmanager im Fixed Income-Team bei Jupiter Asset Management


Derzeit vergeht kaum ein Tag ohne Schlagzeilen, die eine baldige Rückkehr der Inflation vorhersagen.

Die Frage ist jedoch, ob die Daten lediglich statistische Ausschläge des Pendels widerspiegeln oder ob sich ein neuer Trend abzeichnet. Wir sind der festen Überzeugung, dass die Zinsen für längere Zeit auf einem niedrigen Niveau verharren werden. Mit der Wiedereröffnung der Wirtschaft der einzelnen Länder wird es zweifellos zu einem Wachstums- und Inflationsschub kommen. Gründe dafür werden jedoch hauptsächlich Basiseffekte und einige vorübergehende Angebotsengpässe sein. Der Druck durch diese Faktoren dürfte jedoch spätestens nach ein bis zwei Quartalen nachlassen. Kurzfristig wird der Inflationsdruck schwanken. Da wir ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Rendite anstreben, richten wir unseren Blick jedoch auf längerfristige Trends. Die strukturelle Inflation wird überall durch ein Zusammenspiel von zu hoher Verschuldung, der „Zombifizierung“ des Unternehmenssektors, alternder Bevölkerungen und der durch Globalisierung, Technologie und Niedriglohnarbeit verursachten Umbrüche in Schach gehalten.

Die gute Nachricht ist, dass die erfolgreichen Impfkampagnen in den Industrieländern ein gewisses Mass an berechtigtem Optimismus hervorgerufen haben.

Schwieriger zu beantworten ist die Frage, ob die erstaunlichen Bewertungen von Aktien und Unternehmensanleihen auch dann Bestand hätten, wenn die Unterstützung durch die Zentralbanken entfallen würde. Im Moment hat es den Anschein, als wollten die Zentralbanken diesbezüglich kein Risiko eingehen. Unseres Erachtens werden Zinserhöhungen in den USA mehrere Jahre auf sich warten lassen. Die zugrunde liegenden strukturellen Probleme mahnen jedoch zu Vorsicht.

Quelle: BondWorld