„Kein Grund zur Sorglosigkeit “

Gemessen an der Stärke der Kursschwankungen („Volatilität“) haben die Aktienmärkte die ersten fünf Monate von 2017 äußerst ruhig überstanden……


Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld Click here to register for your free copy 


Von Hans-Jörg Naumer Global Head of Global Capital Markets & Thematic Research


Der Volatilitätsindex VIX bewegt sich kaum von der Stelle und verharrt auf einem niedrigen Niveau. Und das, obwohl die Agendapunkte kaum spannender hätten sein können. Dabei gibt es genügend Gründe, um nicht allzu sorglos nach vorn zu blicken:  

Politische Risiken bestehen weiterhin, vor allem das Risiko einer Deglobalisierung. Deglobalisierung wirkt inflationsfördernd und ist Sand im Getriebe des Wachstums. Eine Verlierer-VerliererSituation für alle Beteiligten.

Der politische Kalender in Europa („Brexit“-Verhandlungen) und besonders in der Eurozone bleibt prall gefüllt. Wahlen in Österreich stehen an. Vorgezogene Neuwahlen in Italien sind nicht auszuschließen. Bei der Eurogruppe geht es um sechs Milliarden Euro, die für Griechenland freigegeben werden sollen, um im Juli auslaufende Schulden refinanzieren zu können. Es bleibt abzuwarten, in welcher Form der Internationale Währungsfonds (IWF) bei der Stange bleibt.

Die Divergenz der Geldpolitik, vor allem zwischen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed), dürfte an den Kapitalmärkten wieder stärker diskutiert werden. Entgegen unseren Erwartungen scheint die EZB eine lockerere Gangart der US-Währungshüter zu unterstellen, als tatsächlich zu erwarten ist.

Das weltweite Trendwachstum bleibt niedrig aufgrund demografischer Trends, eines niedrigen Produktivitätswachstums und zu hoher Schuldenniveaus weltweit.

Was stärkt den Märkten den Rücken?

Die globale Konjunktur bewegt sich weiter auf einem soliden Pfad, wenn es auch Zeichen zyklischer Abschwächung gab.

Die politischen Unsicherheiten der Eurozone sind zwar längst nicht vom Tisch, haben sich nach den verschiedenen Wahlen der letzten Monate aber merklich verringert. Die Existenz gefährdenden Krisen wurden abgewandt.

Trotz der beschriebenen Divergenz bleibt die globale Geldpolitik aus der Gesamtsicht weiterhin extrem expansiv.

Verstehen. Handeln.

In einem Umfeld niedrigeren Trendwachstums geht die Bedeutung von „Beta“ für das Portfolio zurück. „Alpha“, also die aktiv erwirtschaftete Zusatzrendite, wird wichtiger.

Die Dynamik der Analystenschätzungen für die Unternehmensgewinne hält an und liefert ein klar positives Signal für die Aktienmärkte, ebenso wie der Reflationierungstrend.

Bei einem nachlassenden monetären Stimulus und unter Berücksichtigung politischer Stolpersteine sollten sich die Investoren auf eine zunehmende Volatilität einstellen.

Aktien können noch übergewichtet bleiben. Grund zur Sorglosigkeit besteht aber nicht.

Aktives Investieren ist ein Muss! Dies gilt sowohl innerhalb von Vermögensklassen als auch vermögensklassenübergreifend.

Quelle: BondWorld.ch