Kommentar von State Street zur geldpolitischen Sitzung der Europäischen Zentralbank

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Timothy Graf


Timothy Graf: „Die heutigen Aussagen von EZB-Präsident Draghi lieferten kaum Überraschungen. Die europäischen Wirtschaftsdaten haben im bisherigen Jahresverlauf eindeutig positiv überrascht, was den Euro sowie risikoreiche europäische Vermögenswerte im zweiten Halbjahr 2017 stützen dürfte. Da sich der Verbraucherpreisanstieg wieder verlangsamt und die Kerninflation weiterhin niedrig ist, hat die Zentralbank jedoch keinen Grund zur Eile, wenn es darum geht ihre akkommodierende Geldpolitik zu beenden. Die heutigen Ankündigungen entsprachen im Wesentlichen den Erwartungen, sodass die zuletzt beobachtete Stärke des Euro anhalten dürfte. Da sich die Märkte in den vergangenen Wochen jedoch zunehmend auf einen steigenden Euro eingestellt haben, wird der Kurs wahrscheinlich nur dann kontinuierlich weiter ansteigen, wenn sich die Inflationsrate wieder nachhaltig erhöht.“

Antoine Lesné: „Die heutige Entscheidung der EZB ist keine wirkliche Überraschung! EZB-Präsident Draghi betonte in seinen Ausführungen die optimistische Grundstimmung hinsichtlich der europäischen Wirtschaftsdaten. Im bisherigen Jahresverlauf haben die Daten eindeutig positiv überrascht, was risikoreiche europäische Vermögenswerte bis in das zweite Halbjahr 2017 hinein unterstützen sollte, vorausgesetzt, die politische Agenda hält keine Enttäuschungen bereit. Allerdings verlangsamte sich der Verbraucherpreisanstieg seit Mai wieder und die Kerninflation schwankt weiter um die Marke von einem Prozent. Deshalb wird sich die EZB bei der Beendigung ihrer akkommodierenden Geldpolitik Zeit lassen. Die sogenannte „Forward Guidance“, also der Hinweis der EZB auf ihre künftige Geldpolitik, könnte als etwas ausgeglichener interpretiert werden, was im Wesentlichen den Erwartungen entspricht. Die positive Wertentwicklung risikoreicher Vermögenswerte aus dem Euro-Raum könnte anhalten, solange der Begriff „Tapering“, also die allmähliche Beendigung der monatlichen Anleihenkäufe, nicht zu laut geäussert wird.“

Quelle: BONDWorld.ch