Kommentar von State Street zur Sitzung des geldpolitischen Komitees der Bank of England

Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. Click here to register for your free copy 


Michael Metcalfe


Michael Metcalfe: „Angetrieben vom abweichenden Abstimmungsverhalten Kristin Forbes signalisiert das Monetary Policy Committee (MPC) nun nicht nur eine blosse Tendenz in Richtung einer möglichen geldpolitischen Straffung, sondern stellt allmählich eine tatsächliche Straffung in 2017 in Aussicht. Das Protokoll der Mai-Sitzung zeigte, dass nur wenige weitere positive Nachrichten zu den Konjunktur- und Inflationsaussichten ausreichen würden, um die MPC-Mitglieder über eine unmittelbare Verringerung des geldpolitischen Stimulus nachdenken zu lassen. Seit der letzten Sitzung wurde zum Beispiel vermeldet, dass sich die Einzelhandelsumsätze im April unerwartet kräftig erholten, was zweifellos eine solche positive Nachricht gewesen wäre. Was vielleicht mehr überrascht hat, ist die Tatsache, dass sich die Bank of England (BoE) durch die erneuten politischen Unsicherheiten nach der Wahl nicht von ihrer aggressiven Ausrichtung hat abbringen lassen. Es wird Monate dauern, bis mehr Klarheit darüber herrscht, wie der Wahlausgang sowohl die Brexit-Verhandlungen als auch das Geschäftsklima und das Verbrauchervertrauen beeinflussen wird. Da nun auch Michael Saunders und Ian McCafferty für eine Zinserhöhung stimmten, ist heute jedoch klargeworden, dass die Sorgen der BoE hinsichtlich der Inflation schwerer wiegen als die möglichen politischen Auswirkungen auf den Konjunkturausblick.“

Alan Wilson: „Wie von den Marktteilnehmern erwartet, beliess die Bank of England (BoE) sowohl Leitzinsen als auch ihr Kaufprogramm für Vermögenswerte unverändert. Die BoE vollzieht nach wie vor einen geldpolitischen Drahtseilakt, bei dem sie einen vorübergehenden Inflationsdruck gegen Prognosen ausbalancieren muss, die besagen, dass die durch den Brexit ausgelösten Unsicherheiten letztlich die Konjunktur im Vereinigten Königreich bremsen werden. Heute stand die Abstimmung des Komitees im Fokus sowie die Frage, ob die jüngsten Hinweise auf eine aggressivere Haltung zu mehr abweichende Stimmen führen würden – die Antwort kam mit den überraschenden abweichenden Stimmen von Michael Saunders und Ian McCafferty. Dies zeigt, dass sich die aggressivere Haltung im Monetary Policy Committee (MPC) ausweitet. Da Kristin Forbes in Kürze das MPC verlässt, verlagert sich der Fokus jetzt auf die anderen Mitglieder des Komitees und deren geldpolitische Entscheidungen in den kommenden Monaten. Das MPC wird voraussichtlich weiter starke Signale aussenden, die auf eine geldpolitische Straffung hindeuten, um so die Marktteilnehmer zu ermutigen, die Inflationserwartungen zu drosseln, und damit quasi die Arbeit der BoE zu erledigen. Diese Hinweise sind von den Marktteilnehmern jedoch vollständig ignoriert worden, denn gegenwärtig wird am Markt so gut wie keine Zinserhöhung in den nächsten 12 Monaten eingepreist. Deshalb hat sich die aggressivere geldpolitische Ausrichtung im Komitee ausgeweitet; angesichts der prekären Aussichten für die Konjunktur im Vereinigten Königreich kann das MPC nicht zulassen, dass sich die Inflation verfestigt. 

 
Quelle: BONDWorld.ch