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LGT Navigator 09. Dezember 2016 : EZB verlängert ihr Anleihekaufprogramm

Die Europäische Zentralbank (EZB) beliess gestern den Refinanzierungssatz (0.0%) und den Einlagensatz (-0.4%) unverändert, überraschte allerdings, indem sie die Höhe des monatlichen Anleihekaufvolumens ab April 2017 um EUR 20 Milliarden verringert……


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Gemäss EZB-Chef Mario Draghi soll das bestehende Programm bis mindestens Dezember 2017 verlängert werden, ab April dann mit neu EUR 60 Milliarden statt der aktuellen EUR 80 Milliarden pro Monat. Grundsätzlich äusserte man sich dahingehend, Unterstützungsprogramme eher auszubauen als zu verringern. Und die EZB versicherte, die Anleihekäufe zu verlängern oder zu erhöhen, falls dies nötig wäre. Die europäischen Aktienmärkte reagierten in den Minuten nach der Ankündigung mit Verlusten, welche aber im Verlaufe des Handelstages überkompensiert wurden. Die amerikanischen und asiatischen Märkte folgten diesem Beispiel gestern Abend und heute Morgen.

Anleihen – EZB-Entscheidung führt zu Marktverwerfungen

Die Entscheidung der EZB zur Reduktion des Anleihekaufprogramms ab April bis Dezember 2017 hatte heftige Auswirkungen auf Währungs- und Anleihemärkte, die sich zuvor für einen unveränderten Stimulus positioniert hatten. Der EUR, der sich nach dem Einbruch auf 1.05 gegenüber dem USD im Zuge des Ergebnisses des italienischen Referendums bereits auf 1.08 erholt hatte, schoss bei Ankündigung der QE-Reduktion zunächst auf 1.09 hoch. Als der Markt jedoch realisierte, dass das QE-Programm bis mindestens Ende 2017 auf einem recht starken Niveau fortgeführt wird, und sich Draghi sehr dovish äusserte, implodierte EUR/USD sehr schnell auf 1.06. Vor allem die Kommentare, dass die EZB auf lange Zeit ein aktiver Anleihekäufer sein wird und ein QE-Ende nicht diskutiert wurde, drückten auf den EUR. Die Renditen europäischer Staatsanleihen zogen zunächst an; während sie für die Kernländer der Eurozone später wieder zurückfielen, blieben sie für die Peripherie leicht erhöht.

 

Quelle: BondWorld.ch