LGT Navigator 27. Oktober 2017 : Währungen – Schwedische Krone leidet am Zögern der Riksbank

Während sich die meisten Marktteilnehmer gestern auf den EZB-Entscheid fokussierten, stand für Investoren in Schwedischen Kronen (SEK) auch die geldpolitische Ausrichtung der schwedischen Notenbank im Mittelpunkt…………


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Wie erwartet beliess die Riksbank den Leitzins auf dem Rekordtief von  -0.5% – neben dem Leitzins der SNB von -0.75% der niedrigste Satz weltweit. Vor dem Hintergrund einer stark wachsenden heimischen Wirtschaft und dem Umstand, dass das Inflationsziel der Notenbank von 2% quasi erreicht ist – wenn auch mit Unterstützung temporärer Faktoren – erscheint die ultra-expansive Geldpolitik und die Fortführung des QE-Programmes der Schweden zunehmend deplatziert. Die Riksbank wollte aber wohl zunächst den EZB-Entscheid abwarten, um eine übermässig schnelle und weite Aufwertung der SEK zu vermeiden, welche dann auch die Inflation verlangsamen würde. Die schwedische Valuta gab im Tagesverlauf etwa -0.5% gegenüber dem EUR nach.

EZB läutet vorsichtige Wende ein

Die Europäische Zentralbank kündigte gestern angesichts positiver Konjunkturperspektiven einen vorsichtigen Kurswechsel an. Sie wird ab Januar ihre Anleihenkäufe um die Hälfte auf EUR 30 Mrd. monatlich reduzieren, aber bis mind. Ende September 2018 fortsetzen. Der Beschluss fiel im Zentralbankgremium jedoch nicht einstimmig. Dissens gab es in Bezug auf die Festlegung eines Enddatums. Aufgrund der nach wie vor moderaten Inflationsentwicklung im Euroraum hat sich die EZB damit für einen vorsichtigen Kurswechsel entschieden und Draghi betonte, dass die quantitative Lockerung hinsichtlich Umfang und/oder Dauer jederzeit wieder ausgeweitet werden könne. Die Leitzinsen blieben wie erwartet auf dem Rekordtief von null Prozent und der Zinsausblick unverändert, wonach die Zinsen auch nach dem Ende der Anleihenkäufe auf rekordtiefem Niveau bleiben können. Eine erste Zinserhöhung wird daher nicht vor 2019 erwartet. 

 

Quelle: BondWorld.ch