LGT Navigator 30. Mai 2017 : Anleihen – US-Protektionismus erschwert Zinsnormalisierung

Als bislang letzter europäischer Politiker, respektive Notenbanker, hat EZBChef Mario Draghi darauf hingewiesen, dass sich die USA auf einem falschen wirtschaftspolitischen Pfad befinden………


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Zu Wochenbeginn wies Draghi auf den vierjährigen Aufschwung der Eurozone hin, welcher mittlerweile aufgrund positiver lokaler Entwicklungen selbsttragend zu sein scheint, und sagte, dass sich die grössten Risiken nun ausserhalb der Eurozone befänden. Damit richtete Draghi sich gezielt gegen die Rhetorik jenseits des Atlantiks und sagte, dass «die neo-protektionistische Haltung der USA ein klarer Anlass zur Sorge sei». Dieses Statement folgte jenem der deutschen Kanzlerin Merkel, welche in aller Deutlichkeit festhielt, dass die verlässliche Partnerschaft, welche seit dem zweiten Weltkrieg bestehe, in «einem gewissen Ausmass» vorbei sei.

Politische Spannungen dominieren

Angesichts feiertagsbedingter Abwesenheit der New Yorker und Londoner Börse verzeichneten die Aktienmärkte einen verhaltenen Wochenstart. Zur Verunsicherung der Anleger trägt neben dem akuten Unsicherheitsfaktor Nordkorea auch die Sorgen in Bezug auf den globalen Freihandel sowie die Handelsbeziehungen zu den USA nach dem G7-Gipfel bei. Spekulationen um potenzielle Neuwahlen in Italien bereits im Herbst scheinen die Zurückhaltung der Investoren in Europa noch verstärkt zu haben. Unterdessen meinte EZB-Präsident Mario Draghi, dass die Risiken für die Konjunkturentwicklung seit Ende letzten Jahres messbar zurückgegangen seien. Draghi ist aber trotzdem fest davon überzeugt, dass ein «aussergewöhnliches Ausmass an geldpolitischer Unterstützung» nach wie vor nötig sei, da der Kostendruck, insbesondere von Seiten der Löhne, nicht ausreiche, um eine dauerhafte Entwicklung hin zum mittelfristigen EZB-Ziel zu unterstützen.

 

Quelle: BondWorld.ch