LGT Navigator 7. Dezember 2017 : Anleihen – Steinhoff-Bilanzskandal trifft EZB

Ein Ausverkauf der Schuldtitel des niederländischen Detailhandelskonzerns Steinhoff International Holdings NV inmitten finanzieller Unregelmässigkeiten hat einen namhaften Anleihegläubiger erwischt – die Europäische Zentralbank (EZB)……..


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Die von einer Steinhoff-Einheit herausgegebenen Anleihen stürzten bis zu 41 Cent auf 42 Cent ab, nachdem der Retail-Konzern die Veröffentlichung der Unternehmensergebnisse hinauszögerte und den Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden angekündigt hatte. Die EZB besitzt einen Teil der Anleihen, welche Januar 2025 planmässig auslaufen. Die Steinhoff-Anleihen gehören zu den rund EUR 129 Mrd. an Unternehmensschulden, die die EZB seit Juni 2016 im Rahmen ihrer Bemühungen zur Ankurbelung der Wirtschaft in der Eurozone erworben hat. Die Zentralbank hat ihr Risiko begrenzt, indem sie nur Investment-Grade-Anleihen erworben hat. Gemäss den Richtlinien gibt es keine Verpflichtung, Anleihen zu verkaufen, falls deren Rating in den spekulativen Bereich fällt.

Euphorie in Bezug auf US-Steuerreform verflogen

Die erste Euphorie in Bezug auf die geplante Steuerreform in den USA scheint vorerst verflogen und Anleger sorgen sich nun verstärkt um die Finanzierbarkeit. Auch die Möglichkeit, dass die massiven Steuersenkungen die Fed zwingen könnten, das Tempo der Zinsanhebungen zu erhöhen, sorgte an den Aktienmärkten für eine kurzfristige Konsolidierungsphase. Zudem gerät die Schuldenobergrenze der USA wieder in den Fokus, nachdem der Haushaltsstreit anfangs September dank der Einigung auf eine Zwischenfinanzierung vorläufig aufgeschoben wurde. Der Bericht des privaten Personaldienstleister ADP lieferte einen ersten Hinweis auf die mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktstatistik am Freitag. Demnach haben amerikanische Firmen im November mehr Personal eingestellt als antizipiert und damit die Erwartung an eine Zinserhöhung nächste Woche bestärkt. 

 

Quelle: BondWorld.ch