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LGT Navigator: Anleger bleiben nach starken Zahlen zurückhaltend

LGT Navigator: Die Rekordergebnisse von Alphabet und Amazon konnten den Börsen keinen nachhaltigen Auftrieb verleihen.

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In Italien soll der ehemalige EZB-Chef Mario Draghi eine neue Regierung bilden. Die Verbraucherpreise in der Eurozone steigen zum Jahresauftakt erstmals seit Ausbruch der Coronapandemie.

Die starken Zahlen der amerikanischen Tech-Giganten Alphabet und Amazon haben den Börsen am Mittwoch keinen nachhaltigen Schwung verleihen können. Zwar nahm der Technologieindex Nasdaq Composite zunächst einen neuen Rekord ins Visier, die Gewinne bröckelten jedoch rasch und das Barometer schloss kaum verändert zum Vortag. Der S&P 500 kletterte den dritten Tag in Folge und schloss +0.1% fester, der Dow Jones Industrial stieg ebenfalls +0.1%.

Nach einem Rekordumsatz im Schlussquartal waren die Titel der Google-Mutter Alphabet gefragt. Sie verteuerten sich um +7.3%. Dagegen gaben die Valoren von Amazon nach (-2%), obschon der weltgrösste Onlinehändler auf ein äusserst erfolgreiches Geschäftsquartal zurückblickt. Der Konzern hat am Mittwoch überraschend einen Wechsel an der Konzernspitze angekündigt. So wird sich Amazon-Gründer Jeff Bezos als CEO zurückziehen.

In Asien handeln die Aktienmärkte am Donnerstag mit Abgaben. In Tokio verliert der Nikkei mehr als -1% und in Hongkong gibt der Hang Seng rund -1.1% nach. Die Börse in Shanghai notiert -0.6% schwächer.

Draghi soll es richten

In Italien übernimmt ein alter Bekannter die Aufgabe, eine neue Regierung zu bilden. So hat der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella den ehemaligen Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, am Mittwoch damit beauftragt, ein Expertenkabinett zusammenzustellen. Zuvor waren Gespräche gescheitert, die bisherige Regierungskoalition der Fünf-Sterne-Bewegung und des Partito Democratico zu retten. Der parteilose Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte am 26. Januar seinen Rücktritt eingereicht, nachdem das Bündnis auseinandergebrochen war. Draghi steht vor der schwierigen Aufgabe, eine mehrheitsfähige Regierung zu bilden. Die stärkste Kraft im Parlament, die Fünf-Sterne-Bewegung, hat eine Zusammenarbeit mit ihm bereits ausgeschlossen. Der frühere EZB-Präsident kennt sich mit Krisen aus: Während seiner Amtszeit erlebte die Eurozone die bislang schwersten Turbulenzen. Im Juli 2012, zum Höhepunkt der Eurokrise, versprach Draghi, alles zu tun, um den Euro zu retten – «whatever it takes» lauteten die Worte, mit denen Draghi damals die Finanzmärkte beruhigte. Nun soll der 73-jährige gebürtige Römer den Weg ebnen, um Italien aus der Wirtschaftskrise zu führen, die von der Coronapandemie ausgelöst wurde.

Preise in der Eurozone steigen wieder

Die jährliche Inflationsrate in der Eurozone ist im Januar auf den höchsten Stand seit Ausbruch der Coronakrise geklettert. Wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte, ist die Teuerungsrate auf +0,9% gestiegen, nachdem die Verbraucherpreise in den vergangenen fünf Monaten gesunken sind. Ursache für die sinkenden Preise waren der Wirtschaftseinbruch nach dem Corona-Schock sowie niedrige Energiepreise. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine jährliche Inflationsrate von knapp 2% an, verfehlt dieses Ziel aber schon seit Jahren.

US-Dienstleister optimistischer

Die Stimmung im amerikanischen Dienstleistungssektor hat sich zum Jahresauftakt überraschend aufgehellt. So ist der ISM-Index für die Servicebranche im Januar auf 58.7 Punkte gestiegen und hat sich im Monatsvergleich um 1 Punkt verbessert. Analysten hatten einen Rückgang erwartet, denn die Branche leidet besonders unter den Massnahmen, die zur Eindämmung des Coronavirus ergriffen wurden. Überraschend ist die Entwicklung auch deshalb, weil sich der Ausblick für die Industriebranche, die weniger stark von den Corona-Einschränkungen tangiert ist, im gleichen Zeitraum eingetrübt hat, wie der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe zum Wochenauftakt gezeigt hat.

Wirtschaftskalender 04. Februar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:45 CH Seco Konsumklima (Q1) -30.0
10:00 EZ Monatsbericht der EZB  
11:00 EZ Einzelhandelsumsatz (M/M, Dezember) -6.1%
13:00 GB Zinsentscheid der BoE  
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenhilfe 847’000

 

Unternehmenskalender 4. Februar

Land Unternehmen Periode
CH ABB Q4
CH Roche Q4
CH Swisscom  Q4
DE Deutsche Bank Q4
DE Merck Co. Q4
USA Bristol-Myers Squibb Q4
USA Ford Motors Q4
USA Gilead Sciences Q4
USA Philip Morris Q4

 

Quelle: BondWorld.ch