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LGT Navigator: Anleger gehen vor EZB-Entscheid in Deckung

LGT Navigator: Die EZB wird heute anlässlich ihres letzten Zinsentscheids im Corona-Jahr 2020 mit grosser Wahrscheinlichkeit ihre bereits sehr expansive Geldpolitik weiter lockern.

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Knapp eine Woche später folgt dann auch die US-Notenbank. Während an den Aktienbörsen zaghafte Fortschritte in den Verhandlungen über ein neues Konjunkturpaket in den USA zunächst für Unterstützung sorgten, brachte das Spitzen-Brexit-Gespräch keinen Durchbruch. Anleger gingen daher verstärkt in Deckung, was vor allem die Technologieaktien zu spüren bekamen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte heute Nachmittag (13:45 Uhr MEZ) ihre Anleihekäufe zur Abfederung der Pandemie-Folgen voraussichtlich um EUR 500 Mrd. aufstocken und die Laufzeit bis Ende 2021 verlängern. Zudem könnte die EZB versuchen, mit weiteren Billig-Krediten für Geschäftsbanken sowie mit höheren Freibeträgen, ab denen Strafzinsen auf Notenbank-Einlagen fällig werden, die Wirtschaftserholung über die zweite Pandemiewelle zu retten. Zudem könnte der bis morgen laufende EU-Gipfel den Weg für den EU-Haushalt und EUR 750 Mrd. an Coronahilfen freimachen, nachdem die deutsche Ratspräsidentschaft zuletzt einen Kompromiss mit Ungarn und Polen erzielt hat.

An der New Yorker Börse dominierten nach den jüngsten Rekorden Gewinnmitnahmen. Der Dow Jones Industrial kletterte zunächst noch über 30 300 Punkte, gab dann aber zum Handelsschluss um -0.35% auf 30 068.81 Punkte nach. Kräftige Verluste von bis zu zwei Prozent mussten vor allem die Tech-Giganten wie Apple oder Microsoft hinnehmen. Der S&P 500 schloss -0.79% tiefer bei 3 672.82 Zählern und der Nasdaq 100 gab gar um -2.15% auf 12 364.64 Punkte nach. Auch an den Aktienmärkten in Asien setzte sich der Trend zu Gewinnmitnahmen fort. Die europäischen Aktien-Futures signalisieren vor dem EZB-Zinsentscheid und dem EU-Gipfel leichte Verluste, während der Euro minimal höher notiert.

Brexit-Spitzengespräch ohne Ergebnis – Verhandlungen werden fortgesetzt

Auch das Spitzentreffen zwischen der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem britischen Premierminister Boris Johnson brachte gestern Abend keinen Durchbruch bei den Verhandlungen. Geeinigt haben sich Brüssel und London lediglich auf eine Fristverlängerung bis zum Wochenende. Johnson hatte bereits vor dem Treffen betont, dass Grossbritannien auch ohne einen Brexit-Handelspakt mit der EU gut leben könne. Kommt es nicht zu einer Einigung, so droht zum Ende der Brexit-Übergangsphase am Jahreswechsel eine massive Beeinträchtigung des Handels, mit entsprechenden negativen Folgen für beide Wirtschaften.

Trump hofft auf einen «Weissen Ritter» im Supreme Court

Der noch amtierende US-Präsident Donald Trump muss im juristischen Streit um die Präsidentschaftswahl eine weitere Niederlage einstecken. Der Supreme Court in Washington wies einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung zurück, mit der Trump die Zertifizierung des Wahlergebnisses im Swing-State Pennsylvania zu Gunsten von Biden rückgängig machen wollte. Bereits zuvor wurden mehrere Klagen in verschiedenen Bundesstaaten abgeschmettert und in der vergangenen Woche bestätigte selbst Justizminister William Barr, dass es keine Beweise für Betrug in einem Ausmass gebe, die das Ergebnis noch verändern würden. Das Trump-Lager gibt sich aber dennoch nicht geschlagen und so reichte der republikanische Justizminister von Texas, Ken Paxton, eine weitere Klage beim Obersten Gericht ein, die zu Gunsten von Biden bereits zertifizierten Wahlergebnisse in Pennsylvania, Georgia, Michigan und Wisconsin für ungültig zu erklären. Die durch Trump gesäten Zweifel an der Legitimität des Wahlergebnisses, scheinen im republikanischen Lager nach wie vor auf Resonanz zu stossen. Einer aktuellen Umfrage der Washington Post zufolge, sollen im US-Kongress weniger als 30 Republikaner den Wahlsieg Bidens anerkennen.

Erholungsdynamik der deutschen Exporte schwächt sich ab

Die Exportindustrie in Deutschland scheint sich weiter zu erholen und die Ausfuhren nahmen im Oktober bereits den sechsten Monat in Folge zu, jedoch hat sich die Dynamik der Erholung abgeschwächt. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Exporte um +0.8%, während Analysten mit einem Anstieg um +1.3% gerechnet hatten. Der Oktober-Zuwachs war denn auch der schwächste seit dem corona-bedingten Einbruch im April. Auch im Jahresvergleich wird deutlich, wie sehr die Coronakrise den Exportweltmeister geschwächt hat. So lagen die Ausfuhren im Oktober -6.5% unter dem Niveau des Vorjahres. Auch in der Betrachtung seit Jahresbeginn bleiben die Exporte in den ersten zehn Monaten um -11.2% unter dem Vergleichswert im Jahr zuvor.

Wirtschaftskalender 10. Dezember

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Industrieproduktion (Oktober, J/J) -6.3%
08:45 FR Industrieproduktion (Oktober, J/J) -6.0%
13:45 EZ EZB-Zinsentscheid  0.0%
14:30 EZ EZB-Pressekonferenz  
14:30 USA Verbraucherpreise (November, M/M) 0.0%
14:30 USA Verbraucherpreise (November, J/J) +1.2%
14:30 USA Kern-Verbraucherpreise (November, J/J) +1.6%
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) +712’000

 

Unternehmenskalender 13. Dezember 2020

Land Unternehmen Periode
USA Oracle Q2

 

Quelle: BondWorld.ch