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LGT Navigator: Anleger in anhaltendem Spannungsfeld

LGT Navigator: Der Blick der Anleger richtet sich weiterhin auf die unübersichtliche Pandemielage, insbesondere in den USA …

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Teilweise wieder verhängte «Lockdowns» und ein nach Einschätzung von US-Notenbankchef Powell «aussergewöhnlich ungewisser» Ausblick für die US-Wirtschaft sorgen für Unsicherheit. Andererseits deuten Konjunkturdaten eine Erholung an. An der Wall Street überwog nach den vorhergegangenen Verlusten wieder ein vorsichtiger Optimismus. Die Kapitalmärkte bleiben aber hin- und hergerissen zwischen Corona-Sorgen und der erhofften raschen Konjunkturerholung.

Angetrieben von robusten US-Konjunkturdaten, legte der Dow Jones Industrial zu Wochenbeginn kräftig um +2.32% zu und schloss bei 25 595,80 Punkten, nachdem das Börsenbarometer am Freitag noch -2.8% verloren hatte. Der breite S&P 500 stieg ebenfalls um +1.46% auf 3 053.24 Punkte und der technologielastige Nasdaq 100 verzeichnete ein Tagesplus von +1.14% bei 9 961.16 Zählern. In Asien setzte sich der positive Börsentrend fort. In Tokio legt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um +1.88% auf 22 407.88Punkte zu.

Ein positives Zeichen setzten zum Wochenstart neue Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt. Demnach erholten sich die noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe (Pending Home Sales) im Mai stärker vom corona-bedingten Einbruch als von Analysten erwartet. Die Zahl der noch ausstehenden Hausverkäufe stieg im Mai gegenüber dem Vormonat um +44.3%, wie der Branchenverband National Association of Realtors (NAR) berichtete. Analysten hatten mit einer deutlich moderateren Erholung von rund +18% gerechnet. Im Jahresvergleich resultiert aber dennoch ein Rückgang um rund -5%. Die noch nicht ganz abgeschlossenen Hausverkäufe gelten als Frühindikator für den US-Häusermarkt, da sie die Lage zu einem frühen Zeitpunkt im Transaktionsprozess abbilden.

Angesichts neuer Rekordwerte der täglich gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus – nicht nur in den USA – sehen sich einige US-Bundesstaaten gezwungen, das öffentliche Leben teilweise wieder herunter zu fahren. So verhängte beispielsweise Arizona erneut einen Lockdown und in Los Angeles werden die Badestrände wieder geschlossen.

US-Konjunkturausblick mit grossen Unsicherheiten behaftet

Nach Einschätzung von Federal Reserve-Chef Jerome Powell ist die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den USA angesichts der Corona-Krise äusserst schwierig absehbar. Der Ausblick sei «aussergewöhnlich ungewiss», meinte Powell bei einer Anhörung im Kongress. Erst wenn sich die Menschen wieder ganz sicher fühlten, könne mit einer vollständigen Konjunkturerholung gerechnet werden. Entscheidend sei auch, wie nachhaltig die Regierung die Wirtschaft unterstütze, kommentierte der Zentralbankpräsident. Am Montag hat die Fed ein weiteres Notfallprogramm zur Stabilisierung der Finanzmärkte gestartet. Künftig kann die Zentralbank direkt Anleihen von Unternehmen kaufen, die vor der Pandemie über gute Bonitätsnoten verfügten. Mit der Primary Market Corporate Credit Facility (PMCCF) könne die Fed den Geldmarkt liquide halten und grosse Arbeitgeber mit Krediten versorgen.

Erholungstendenz im Euroraum bekräftigt

Gemäss den aktuellsten Umfrageergebnissen der EU-Kommission hat sich die Stimmung der Unternehmen und privaten Haushalte in der Eurozone im Juni weiter signifikant vom Einbruch in der Corona-Krise erholt. Nachdem sich das Vertrauensbarometer Economic Sentiment Indicator (ESI) bereits im Mai etwas aufgehellt hatte, legte der Indikator im Juni um 8.2 auf 75.7 Punkte zu und registrierte damit den kräftigsten bisher gemessenen, monatlichen Anstieg. Die Erholung war von den meisten Analysten erwartetet worden und so lag die Konsenserwartung mit 80 Zählern sogar noch einen Tick höher.

Deutschland kündigt erste grüne Bundesanleihe an

Deutschland plant im September die Ausgabe der ersten ökologisch nachhaltigen Bundesanleihe. Das Ziel sei es, Deutschland zu einem führenden Standort für nachhaltige Finanzwirtschaft zu entwickeln. Die Eckpunkte der Emission sollen im August festlegt werden. «Wir wollen einen substanziellen Beitrag auch im neuen ökologischen Marktsegment leisten», kommentierten Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Auch Frankreich will grüner werden

Um die französische Wirtschaft umweltfreundlicher zu machen, kündigte Staatspräsident Emmanuel Macron Investitionen im Umfang von EUR 15 Mrd. über zwei Jahre an. Die Ankündigung folgt prompt auf eine Schlappe von Macrons Partei La République en Marche an den Bürgermeisterwahlen vom vergangenen Wochenende. Der grünen Partei gelang ein Sieg in wichtigen Städten wie Strassburg, Lyon oder Bordeaux. Andererseits lehnte Macron aber den Vorschlag einer Dividendensteuer von vier Prozent ab. Dies würde Investoren abschrecken und sei kontraproduktiv für Frankreichs Wirtschaft.

Britischer Premier Johnson verspricht massive Investitionen in heimische Wirtschaft

In Anlehnung an den sogenannten «New Deal» von US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der die USA mit seinem Programm in den 1930er Jahre aus der Weltwirtschaftskrise führte, will Premierminister Boris Johnson die britische Wirtschaft mit zusätzlichen Staatsgeldern aus der Krise führen. Unter anderem schlägt die Regierung eine Plattform vor, die Unternehmen Anreize für Investitionen und Weiterbildungsoffensiven liefern soll, berichtete Reuters.

Wirtschaftskalender 30. Juni
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:45FRVerbraucherpreise Juni (J/J)+0.4%
09:00SPBIP Q1 (Q/Q)-5.2%
09:00CHKOF-Konjunkturbarometer53.2
11:00EZVerbraucherpreise Juni (J/J)+0.1%
11:00EZKern-Verbraucherpreise Juni (J/J)+0.9%
11:00ITVerbraucherpreise Juni (J/J)-0.3%

Unternehmenskalender 14. Juli
LandUnternehmenPeriode
USAJPMorgan ChaseQ2
USACitigroupQ2

 

Quelle: BondWorld.ch