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LGT Navigator: Anleger schalten einen Gang zurück

LGT Navigator: Vor dem Hintergrund der positiven Nachrichten in Bezug auf einen Covid-19-Impfstoff, verbuchte die Wall Street anfangs der Woche ein Rekordhoch.

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Gestern schalteten die Investoren einen Gang zurück. Auf die Stimmung der Börsen drücken zudem wieder verstärkt Sorgen über den weiteren Verlauf der Pandemie, die Auswirkungen der erneuten «Lockdowns» und schwächer als erwartet ausgefallene Daten zum US-Konsum.

Vor dem Hintergrund enttäuschender US-Einzelhandelsumsätze, der nach wie vor angespannten Pandemielage und deren negativen Auswirkungen auf eine Konjunkturerholung gaben die Aktienindizes an der New Yorker Börse nach der vorangegangenen Rekordjagd gestern nach. Der Dow Jones Industrial schloss -0.56% tiefer bei 29 783.35 Punkte. Der S&P 500 fiel ebenfalls um -0.48% und ging bei 3 609.53 Zählern aus dem Tagesgeschäft. US-Notenbankchef Jerome Powell drängte unterdessen erneut auf eine verstärkte fiskalische und geldpolitische Unterstützung der Wirtschaft. Die Sprecherin des US- Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und Chuck Schumer, der demokratische Fraktionsführer im Senat, forderten inzwischen den republikanischen Mehrheitsführer auf, die Verhandlungen um das Konjunkturpaket wieder aufzunehmen.

In Asien folgten die meisten Börsen den Vorgaben aus Übersee und notieren heute Morgen tiefer. In Tokio verliert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index rund -1%. Keinen positiven Impuls lieferten die neusten Daten zu Japans Aussenhandel. Zwar gingen die japanischen Exporte im Oktober um -0.2% gegenüber der Vergleichsperiode im Vorjahr zurück, jedoch war der Rückgang deutlich moderater als die von Ökonomen erwarteten -4.5%. Im September waren die Ausfuhren noch um knapp -5% eingebrochen. Andererseits gingen die Importe nach Japan im Oktober auf Jahressicht um -13.3% stärker zurück als vermutet.

Erholung des US-Konsums zeigt Schwächezeichen 

Die amerikanische Retail-Branche verbuchte im Oktober ein nur noch schwaches Umsatzplus, womit sich die Erholung von den Corona-bedingten Umsatzeinbrüchen wieder abzuschwächen scheint. Im Oktober setzten die Detailhändler noch +0.3% mehr um als im Monat zuvor, wie das Handelsministerium in Washington berichtete. Analysten hatten ein kräftigeres Umsatzplus von +0.5% prognostiziert, nach einem soliden Zuwachs von +1.6% im September. Die Konsumenten scheinen angesichts der anhaltenden Coronakrise mit wirtschaftlichen Beschränkungen, der schwierigen Lage am Arbeitsmarkt und der im Oktober noch unklaren Ausgangslage der US-Wahlen zurückhaltender zu agieren. Zudem war die Politik in Washington nicht fähig ein weiteres Konjunkturpaket auf den Weg zu bringen und damit auch die Privathaushalte in der Krise zu entlasten.

Trotz der anhaltenden Coronakrise zeigte sich die amerikanische Industrie im Oktober hingegen in relativ robuster Verfassung. So steigerten die Unternehmen ihre Produktion im letzten Monat kräftiger als erwartet um +1.1% zum Vormonat (Konsens +1.0%), nachdem im September noch ein Rückgang um -0.4% notiert wurde.

Brexit-Verhandlungen doch noch vor einem Durchbruch?

Während die Gespräche über die künftigen Handels- und Sicherheitsbeziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäische Union in Brüssel weiterlaufen, könnten die beiden Parteien laut Bloomberg kurz vor einem Durchbruch stehen. Der britische Premierminister Boris Johnson machte inzwischen Druck und meinte, dass es bei weitem nicht sicher sei, ob eine Einigung möglich sein werde und bemerkte, dass die Zeit jetzt sehr knapp werde. Grossbritannien sei sehr daran interessiert, ein Abkommen mit der EU zu erreichen. Dies könne aber nicht auf Kosten der Kernprinzipien der Souveränität gehen, insbesondere in Bezug auf die Kontrolle über Gesetze, Grenzen, Finanzen und die Fischerei. EU-Chefunterhändler Michel Barnier wird voraussichtlich am Freitag mit den 27 nationalen Botschaftern der EU zusammentreffen und sie über die Fortschritte informieren.

Wirtschaftskalender 18. November
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00GBVerbraucherpreise (Oktober, J/J)+0.5%
08:00GBVerbraucherpreise (Oktober, J/J)+1.3%
11:00EZVerbraucherpreise (Oktober, J/J)-0.3%
14:30USABaubeginne (Oktober, M/M)+1.9%
14:30USABaubewilligungen (Oktober, M/M)+4.7%

 

Unternehmenskalender 24. November
LandUnternehmenPeriode
GBCompass J
IRMedtronicQ2

 

Quelle: BondWorld.ch