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LGT Navigator: Anleger trauen ihrem Optimismus nicht

LGT Navigator: Die Anleger scheinen ihrer Zuversicht selbst nicht zu trauen und so ging es an den internationalen Aktienmärkten zur Wochenmitte wieder bergab …

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Gefangen zwischen der Hoffnung auf eine Konjunkturerholung und der Angst vor erneuten «Lockdowns» aufgrund einer zweiten Pandemiewelle, bleibt die Börsenstimmung fragil und die Stimmung schwankt zwischen Optimismus und Pessimismus. Während beispielsweise die Ifo-Umfrage eine deutlich zuversichtlichere Beurteilung der Unternehmen zeigte, senkte der IWF erneut seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft.

Der Dow Jones Industrial verbuchte gestern einen Tagesverlust von -2.72% und schloss bei 25 445.94 Punkten und auch die jüngste Rekordjagd an der Nasdaq fand ein vorläufiges Ende: der Nasdaq 100 fiel um -2.03% auf 10 002.69 Zähler. Der marktbreite S&P 500 ging um -2.64% auf 3 050.33 Punkte zurück. In Asien setzte sich der Trend fort und in Tokio notiert der Nikkei 225 bei 22 260.20 Punkten -1.22% tiefer. In Hongkong und Festland China blieben die Börsen aufgrund eines Feiertags heute geschlossen.

Unternehmensstimmung erholt sich schneller als gedacht

Den neusten Umfrageergebnissen des Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo zufolge hat sich die Stimmung der deutschen Unternehmen im Juni signifikant aufgehellt. Nach einem historischen Tief im April erholte sich das viel beachtete Geschäftsklimabarometer von 79.7 Punkten im Mai weiter auf 86.2 Zähler. Die Erholung im Juni war laut Ifo zudem der stärkste je gemessene Anstieg. Die befragten Firmen beurteilten erstmals seit Beginn der Corona-Krise auch die aktuelle Lage wieder optimistischer – dies sowohl im Industriebereich wie auch im Dienstleistungssektor. Ifo-Präsident Clemens Fuest fasste zusammen: Die deutsche Wirtschaft sieht Licht am Ende des Tunnels.

Auch in Frankreich hat sich die Unternehmensstimmung im Juni deutlich vom Einbruch während der Lockdown-Phase erholt. Der französische Geschäftsklimaindex kletterte von 59.9 auf 77.8 Punkte. Auch hier handelt es sich um den stärksten je gemessenen Anstieg seit Beginn der Datenserie 1980.

IWF schätzt Corona-Krise noch pessimistischer ein

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) dürften die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Schäden noch deutlich gravierender sein als bisher angenommen. Der Einbruch der Weltwirtschaft werde deshalb im laufenden Jahr noch viel stärker sein als erwartet. Dementsprechend geht die Washingtoner Institution in ihrer revidierten Wachstumsprognose davon aus, dass die globale Wirtschaft um -4.9% schrumpfen wird. Im April lautete die Vorhersage noch auf -3.0%. Andererseits rechnet aber auch der IWF mit einer fulminanten, wenn auch nicht ganz so starken wie bisher angenommenen, Erholung im nächsten Jahr, respektive einem Wachstum der Weltwirtschaft um +5.4% (bisherige Prognose +5.9%).

Erholung der US-Wirtschaft dürfte lange dauern

Der Präsident der Fed von Chicago, Charles Evans, meinte, dass eine vollständige Erholung der US-Wirtschaft von der Rezession in der Folge der Corona-Pandemie mehrere Jahre brauchen werde. Er rechne erst Ende 2022 mit dem Erreichen des Vorkrisen-Niveaus.

Anleihekäufe wirksamer als Zinssenkungen

Nach Ansicht von Philip Lane, Chefökonom der Europäischen Zentralbank (EZB), ist das Anleihekaufprogramm der Notenbank im gegenwärtigen Krisenumfeld ein wirksameres Instrument als Zinssenkungen. Laut Lane würden Renditen langfristiger Staatsanleihen in Phasen von Marktstress praktisch überhaupt nicht auf Zinssenkungen reagieren, wie sich vor dem Start des Pandemiekaufprogramms PEPP gezeigt habe. Massnahmen, die direkt auf die Staatsanleiherenditen zielten, seien wirksamer, da dadurch die relevanten Renditeaufschläge in diesem Marktsegment reduziert werden.

Grünes Licht für Lufthansa-Rettung?

An der heutigen Hauptversammlung der Deutschen Lufthansa soll über das milliardenschwere staatliche Finanzpaket entschieden werden. Strittig war vor allem ein zukünftiges Mitspracherecht des Staates. Insbesondere der Münchener Grossaktionär Heinz Hermann Thiele stellte sich quer. Nun soll Thiele aber doch gewillt sein, trotz Bedenken grünes Licht zu geben. Thiele hatte den ausgehandelten Rettungsplan mit einem Staatsanteil von 20% an der Lufthansa scharf kritisiert Mit einem Anteil von 15.5% hätte er den Plan zu Fall bringen können. Der heutige Entscheid ist auch für die Swiss durchaus von existenzieller Bedeutung.

Bayer erzielt in Glyphosat-Fall Milliardenvergleich

Der deutsche Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat sich einer Meldung von Reuters zufolge mit der Zahlung von USD 11 Mrd. mit einem Grossteil der Kläger geeinigt und befreit sich damit von den einem Grossteil der Altlasten aus der Monsanto-Übernahme.

Wirtschaftskalender 25. Juni
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEGfK-Konsumklimabarometer Juli-18.9
14:30USABIP Q1 Revision (Q/Q annualisiert)-5.0%
14:30USAKonsumausgaben Q1 Revision (Q/Q)-6.8%
14:30USAErstanträge Arbeitslosenversicherung (per 20. Juni)1.508 Mio.
14:30USAAufträge dauerhafte Güter Mai (M/M)-17.7%
Unternehmenskalender 25. Juni
LandUnternehmenPeriode
USANikeQ4

 

Quelle: BondWorld.ch