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LGT Navigator: Anleger warten auf nächste Impulse

LGT Navigator: Das Versprechen der US-Notenbank an ihrer quasi Nullzinspolitik noch für lange Zeit festzuhalten, konnte den Aktienindizes nicht zu weiten Avancen verhelfen.

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Zudem sorgten enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA sowie deutliche Abschläge bei Technologietiteln, wie Apple, Amazon & Co. für Ernüchterung und eine verstärkte Zurückhaltung der Investoren. Investoren scheinen zum Wochenschluss vorerst auf neue Impulse zu warten. Inzwischen haben die globalen Covid-19-Infektionen weltweit die Marke von 30 Mio. überschritten. Die höchsten Fallzahlen melden weiterhin die USA, Indien und Brasilien.

An den US-Börsen gaben erneut vor allem die Tech-Aktien den Ton an und sorgten für einen Rückgang der Indizes. Der Dow Jones Industrial fiel in einem nervösen Handel um -0.47% auf 27 901.98 Punkte. Der marktbreite S&P 500 gab noch stärker um -0.84% nach und schloss bei 3 357.01 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 fiel am stärksten und beendete den gestrigen Tag beim Schlussstand von 11 080.95 Punkten, ein Tagesverlust von -1.48%. In Asien zeigte sich zum Wochenschluss kein einheitliches Bild. In Tokio notiert der Nikkei 225-Index praktisch unverändert zum Vortag, bevor die Börse am Montag und Dienstag feiertagsbedingt geschlossen bleibt. In Hongkong handelt der Hang Seng-Index rund +0.5% höher als am Vortag. An der Frankfurter Börse steht heute der sogenannte «Hexensabbat» im Vordergrund. Der Verfalltag von Futures auf Indizes sowie Optionen auf einzelne Aktien kann für eine erhöhte Volatilität sorgen. Am Bond-Markt lagen die US-Treasuries minimal im Plus, während sich der US-Dollar nach seinen jüngsten Verlusten wieder stabilisierte. Der Öl- und der Goldpreis legten gleichzeitig moderat zu.

Getrübte US-Konjunkturdaten

Die gestern publizierten Wirtschaftsindikatoren aus den USA zeigten, dass die Erholung vom Corona-Schock fragil ist und jederzeit mit Rückschlägen zu rechnen ist. So trübte sich beispielsweise das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im September den dritten Monat in Folge ein und der so genannte Philly Fed-Index gab um 2.2 Punkte auf 15.0 Zähler nach. Den Tiefpunkt hatte dieser Indikator im April mit einem Rekordtief von -56.6 Punkten erreicht. Seither hat sich der Industriesektor in der Wirtschaftsregion im Nordosten der USA zwar wieder erholt, die Dynamik scheint jedoch wieder nachzulassen.

Den wöchentlich gemeldeten Arbeitsmarktdaten zufolge stellten in der Woche zum 12. September 860 000 Amerikaner erstmals einen Antrag auf Arbeitslosenunterstützung. Das sind etwas weniger als in der Vorwoche als noch knapp 900 000 Menschen einen solchen Antrag gestellt hatten. Zum Höhepunkt der Pandemie hatten die Anträge Ende März bzw. anfangs April Werte von über 6.5 Mio. Anträgen erreicht.

Auch der amerikanische Immobilienmarkt hat im August einen leichten Dämpfer erhalten. So gingen die Baubeginne im August um -5.1% (Konsens -0.6%, Juli: +17.9%) zurück und die für die zukünftige Bautätigkeit noch aussagekräftigeren Baugenehmigungen fielen um -0.9% (Konsens +2%, Juli +17.9%).

Bank of England stellt weitere Lockerung in Aussicht

Die britische Zentralbank hat anlässlich ihrer geldpolitischen Standortbestimmung ihren Kurs bekräftigt, den Schlüsselzins unverändert auf dem Rekordtief von +0.1% gehalten und das Gesamtvolumen der Wertpapierkäufe mit bei GBP 745 Mrd. unverändert belassen. Angesichts der anhaltenden Corona-Krise stellte Notenbankgouverneur Andrew Bailey eine weitere Ausweitung des Krisenmanagements in Aussicht, d.h. in Diskussion sind auch Negativzinsen. Inmitten der Pandemie und auch aufgrund des ungewissen Ausgangs der Brexit-Verhandlungen mit der EU bleibe der Konjunkturausblick unsicher. Nach der Ankündigung der Bank of England gab das britische Pfund gegenüber dem Euro und dem US-Dollar nach, während die Kurse britischer Staatsanleihen zulegten.

Euro-Aufwertung beunruhigt EZB zunehmend

Der anhaltende Kursanstieg des Euro scheint die Europäische Zentralbank (EZB) zunehmend zu beschäftigen. Die Aufwertung könnte die fragile Erholung der Euro-Wirtschaft vom Corona-Schock in Gefahr bringen. Zudem lag die Inflation zuletzt sogar im negativen Bereich. Der Wechselkurs beeinflusse die Inflationserwartungen und die Bedingungen, die die Inflation bestimmen, kommentierte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos gestern. Auch EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hatte jüngst davor gewarnt, dass der Euro-Anstieg die Inflationserwartungen dämpft. Seit Mitte Mai hat der Euro gegenüber dem US-Dollar fast 10% an Wert gewonnen, womit sich die Exporte aus dem Euroraum verteuern und an Wettbewerbsfähigkeit einbüssen. Gleichzeitig werden importierte Produkte billiger, was die Inflation dämpft. Es ist vor allem der Greenback, der unter der expansiven Geldpolitik der US-Notenbank leidet, insbesondere nachdem die Fed angekündigt hatte, die Zinsen langfristig tief zu halten.

Negative Inflation im Euroraum bestätigt

Finalen Daten zufolge war die Teuerungsrate der Verbraucherpreise in der Eurozone im August erstmals seit etwa vier Jahren rückläufig. Auf Jahressicht gingen die Konsumentenpreise um -0.2% zurück, nachdem die Preise im Juni noch um +0.4% gestiegen waren. Noch stärker fiel die Kernteuerungsrate, welche die oft schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise ausschliesst, von +1.2% im Juli auf +0.4% im August. Die EZB peilt bekanntlich eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an, verfehlt ihr Ziel aber trotz der extrem expansiven Geldpolitik seit langem.

Wirtschaftskalender 18. September
MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:30GBDetailhandelsumsätze (August, J/J)+1.4%
16:00USAFrühindikator (August, M/M)+1.4%
16:00USAUni Michigan Konsumentenstimmungsindex (September)74.1

 

Unternehmenskalender 24. September  
LandUnternehmenPeriode
USA NikeQ1

 

Quelle: BondWorld.ch