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LGT Navigator: Anlegerstimmung bleibt angespannt – warten auf neue Impulse

LGT Navigator: Die globalen Aktienbörsen scheinen sich am Montag nach dem starken Kursrutsch der Technologiewerte grösstenteils zu stabilisieren.

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Die Anlegerstimmung bleibt jedoch angespannt und die Volatilität hat zugenommen. In Asien starteten die Aktienmärkte ohne klaren Trend in die neue Woche. Da die US-Börsen heute feiertagsbedingt geschlossen bleiben, fehlen neue Impulse. Ins Zentrum rückt nun der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am Donnerstag sowie die wiederaufgenommenen Brexit-Verhandlungen zwischen London und Brüssel.

An der New Yorker Börse war der Handel am Freitag einerseits durch die neusten Daten vom US-Arbeitsmarkt, die auf eine weitere, wenn auch zähe Erholung hoffen lassen, geprägt, und andererseits durch anhaltende Gewinnmitnahmen bei Technologietiteln vor dem feiertagsbedingt langen Wochenende (Labor Day) bestimmt. Die asiatischen Börsen folgten zum Wochenstart den negativen Vorlagen aus den USA und notieren grösstenteils im Minus. Nach einem deutlichen Rückgang am Freitag tendiert der japanische Leitindex Nikkei 225 zum Wochenauftakt erneut negativ und gab um -0.41% auf 23 106.6 Punkte nach. Etwas Support lieferten neuste Konjunkturdaten aus China. So haben sich Chinas Exporte im August trotz der anhaltenden Corona-Pandemie weiter erholt. Die Ausfuhren legten im Vorjahresvergleich (in US-Dollar) stärker als erwartet um +9.5% zu. Die Importe gingen hingegen um -2.1% zurück. Netto verzeichnete Chinas Aussenhandel damit ein Plus um +4.2%.

An der Wall Street wurden die Nerven der Anleger einmal mehr auf die Probe gestellt. Während die zähe, aber fortlaufende Erholung am amerikanischen Arbeitsmarkt die Konjunkturperspektiven inmitten der Corona-Pandemie etwas aufhellten, sorgten weitere Gewinnmitnahmen vor dem feiertagsbedingten langen Wochenende insbesondere bei den heiss begehrten Technologietiteln für einen negativen Wochenabschluss. Der Dow Jones Industrial schloss am Freitag -0.56% tiefer bei 28 133.31 Punkten und verbuchte damit einem Wochenverlust von -1.8%. Der breitgefasste S&P 500 gab um -0.8% auf 3 426.96 Zähler nach und der Nasdaq 100 gab um -1.27% auf 11 622,13 Punkte nach, womit das technologielastige Börsenbarometer einen Wochenverlust von rund -3% notierte. Heute wird an den US-Börsen wegen des Labor Day nicht gehandelt.

Erholung am US-Arbeitsmarkt setzt sich verlangsamt fort

In den USA wurden im August 1.371 Mio. neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit setzt sich die Erholung zwar fort, jedoch sind trotz der starken Zuwächse in den letzten Monaten immer noch weniger als die Hälfte der im März und April verloren gegangenen 22 Mio. Arbeitsplätze wieder «zurückerobert» worden. Gleichzeitig fiel die Arbeitslosenquote den vierten Monat in Folge von 10.2% im Vormonat auf 8.4%. An den Finanzmärkten war mit einem Rückgang auf 9.8% gerechnet worden. Im April hatte die Arbeitslosenquote während des «Lockdowns» mit 14.7% den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg erreicht. Ob die Erholung am amerikanischen Arbeitsmarkt nachhaltig ist, steht angesichts der nach wie vor höchst unsicheren Pandemielage in den Sternen. Zudem haben bereits stark betroffene Branchen wie beispielsweise verschiedene Airlines grosse Jobkürzungen angekündigt. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt dürfte auch im laufenden Rennen um das Weisse Haus ein entscheidender Faktor sein.

Dollarschwäche sorgt bei EZB für Besorgnis

Einem Bericht der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times zufolge soll die Europäische Zentralbank (EZB) mit Besorgnis auf die Schwäche des US-Dollars respektive die Aufwertung des Euros blicken. Sollte die Aufwertung anhalten, steige einerseits der Druck auf die EZB, ihre Geldpolitik noch weiter zu lockern, und andererseits dämpfe der starke Euro die Konjunkturaussichten für die Eurozone. Die EZB wird am Donnerstag über ihre weitere geldpolitische Ausrichtung beraten. Der Euro hat gegenüber dem Greenback seit Mai rund zehn Cent an Wert gewonnen. Der US-Dollar wird vor allem auch durch die seit der Strategieanpassung der US-Notenbank wohl noch länger auf Tiefstniveau verharrenden US-Leitzinsen belastet.

Aufholprozess der deutschen Industrie hat sich etwas verlangsamt

Der Eingang der Auftragseingänge in der deutschen Industrie hat sich im Juli nach der Belebung im Mai und der starken Erholung im Juni verlangsamt fortgesetzt. Im Vergleich zum Vormonat sammelte die Industrie +2.8% mehr Aufträge. Analysten hatten im Schnitt mit einem Zuwachs um +5% gerechnet. Allerdings folgt die moderate Zunahme dem kräftigen Plus von fast +30% im Juni als Gegenreaktion auf den vorangegangenen Einbruch während des «Lockdowns». Auf Jahressicht lag der Auftragseingang im Juli um -7.3% tiefer. Rückläufige Kurzarbeitszahlen und verbesserte Geschäftserwartungen der Unternehmen würden aber auf eine Fortsetzung des Aufholprozesses in den nächsten Monaten hindeuten, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium.

Wirtschaftskalender 7. September
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEIndustrieproduktion (Juli, J/J)-11.7%
10:30EZSentix-Investorenstimmung (September)-13.4

 

Unternehmenskalender 13. September  
LandUnternehmenPeriode
USAOracleQ1

 

Quelle: BondWorld.ch