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LGT Navigator: Auf die Zentralbanken ist weiterhin Verlass

LGT Navigator: Neben den antizipierten weiteren fiskalpolitischen Impulsen können die Kapitalmärkte auf eine anhaltende Unterstützung von Seiten der Notenbanken ausgehen.

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Diese Annahme wurde durch die weiterhin expansive Ausrichtung der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan gestern nochmals bekräftigt. Auch der in der nächsten Woche anstehende geldpolitische Entscheid der Federal Reserve dürfte diesen Glauben festigen.

Nach der jüngsten Rekordjagd an den Aktienbörsen und dem vollzogenen Machtwechsel in den USA tendierten der Dow Jones Industrial und der breite S&P 500 in New York gestern seitwärts. Der Dow schloss bei 31’176.01 Punkten (-0.04%) und der S&P bei 3’853.07 Zählern (+0.03%). An der Nasdaq ging die Aufwärtsbewegung weiter, angefeuert von starken Quartalszahlen von Intel, dessen Aktie um rund +6.5% zulegte. Der Chipkonzern hat im vergangenen Quartal die Erwartungen deutlich übertroffen und erzielte im Gesamtjahr 2020 einen Rekordumsatz von USD 77.9 Mrd.

In Asien haben die meisten Indizes nach drei Tagen mit Gewinnen am Freitag nachgegeben. Der breite MSCI Asia Pacific Index lag rund -0.6% im Minus, nachdem der regionale Benchmark am Donnerstag ein Allzeithoch erreicht hatte. Besonders deutliche Verluste gab es in Hongkong, wo Medienberichten zufolge ein Corona-Lockdown bevorsteht. Malaysia verlängerte Beschränkungen und Singapur erwägt weitere Beschränkungen für das bevorstehende Neujahrsfest.

Zum Wochenabschluss stehen neben einer Reihe weiterer Unternehmensergebnisse vor allem die Einkaufsmanagerumfragen von IHS Markit im Fokus, die Aufschluss geben sollen, wie sich die Wirtschaft im Euroraum, Grossbritannien und den USA angesichts der vielerorts erneuten Corona-Beschränkungen schlägt.

EZB hält die Türe für weitere Stimulierungsmassnahmen offen

Wie erwartet bekräftigte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre expansive Geldpolitik und beliess ihre Leitzinsen unverändert. Angesichts der hohen Unsicherheit in Bezug auf den Konjunkturausblick vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hält sich die Zentralbank aber alle Optionen offen. Nachdem die EZB ihre Stimulierungsmassnahmen im Dezember bis weit in das nächste Jahr hinein verlängert hat, stellten die Coronakrise und das langsame Tempo der Impfungen die Projektion der EZB für eine schnelle wirtschaftliche Erholung ab dem zweiten Quartal in Frage und erhöhten das Risiko, dass eher früher als später weitere Massnahmen erforderlich sein könnten. Der EZB-Rat sei weiterhin bereit, alle seine Instrumente gegebenenfalls anzupassen, um sicherzustellen, dass sich die Inflation im Einklang mit der Verpflichtung des Rats zur Symmetrie nachhaltig auf ihr Ziel zubewege, kommentierte EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Auch Norwegens Zentralbank hielt ihren Schlüsselzins wie von Analysten erwartet auf dem Rekordtief von null Prozent. Eigentlich wollte die Norges Bank das Zinsniveau anfangs 2022 langsam anheben, jedoch lege die aktuelle Einschätzung der Aussichten und der Risikobilanz nahe, dass der Leitzins höchstwahrscheinlich noch für einige Zeit auf dem heutigen Niveau bleiben werde, kommentierte Notenbankchef Oeystein Olsen.

Besser als erwartete Konjunkturdaten aus den USA

Der Philly Fed-Index signalisierte im Januar mit einem Anstieg um 9.1 auf +26.5 Punkte eine unerwartet deutliche Aufhellung des Geschäftsklimas in der Industrieregion Philadelphia. Analysten hatten mit +11.8 Punkten gerechnet. Ein Wert über null Punkten deutet auf einen Anstieg der Wirtschaftsaktivität hin, ein Wert unter null Punkten signalisiert einen Rückgang. Gleichzeitig ging die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA in der Woche bis zum 16. Januar zurück. Gezählt wurden 900’000 neue Anträge, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Das ist etwas weniger als Ökonomen mit 935’000 Anträgen erwartet hatten. Die Erstanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung am US-Arbeitsmarkt. Das Niveau der Anträge bleibt aber sehr hoch. Vor der Coronakrise wurden jeweils etwa 200’000 wöchentlichen Anträge notiert.

China hofft mit Biden auf Verbesserung der Beziehungen zu den USA

Mit der Amtsübernahme durch den neuen US-Präsidenten Joe Biden hofft auch China auf wieder bessere Beziehungen. Das Aussenministerium in Peking liess verlauten, dass die Beziehungen wieder auf den richtigen Weg gebracht würden. In den letzten vier Jahren seien viele Brücken abgebrannt worden, die nun wiederaufgebaut werden müssten, hiess es. Sollte aber Chinas Interessen und Souveränität untergraben werden, werde die chinesische Regierung entsprechend reagieren. Für die neue Administration in Washington dürfte die künftige Beziehung zu China ein Schlüsselfaktor in der Aussenpolitik darstellen. Jedoch ist dies eine heikle Aufgabe, die auch innenpolitisches Gewicht hat, denn eine Mehrheit der Amerikaner hatte den harten Kurs Trumps gegenüber China durchaus gutgeheissen.

Wirtschaftskalender 22. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Einzelhandelsumsätze (Dezember, J/J) +2.4%
09:15 FR IHS Markit PMI Composite (January) 49.5
09:30 GE IHS Markit PMI Composite (January) 52.0
10:00 EZ IHS Markit PMI Composite (January) 49.1
10:30 GB IHS Markit PMI Composite (January) 50.7
15:45 USA IHS Markit PMI Composite (January) 55.3
16:00 USA Absatz bestehender Eigenheime (Dezember, M/M) -2.5%

 

Unternehmenskalender 26. Januar

Land Unternehmen Periode
USA Microsoft Q4
USA Texas Instruments Q4
USA Johnson & Johnson Q4
USA Starbucks Q4
USA American Express Q4
USA General Electric Q4
USA 3M Q4

 

Quelle: BondWorld.ch