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LGT Navigator: Biden hat Präsidentschaft in Griffnähe, während die Fed ihren Kurs bestätigt

LGT Navigator: US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden holt bei der Auszählung der Wahlstimmen in mehreren hart umkämpften Bundesstaaten weiter auf und kommt damit den erforderlichen 270 Elektoren-Stimmen immer näher.

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Im Fokus stehen die nach wie vor laufenden Auszählungen in Arizona und Nevada (Biden führt) sowie in Georgia und Pennsylvania (Trump führt). Unterdessen überziehen Trumps Republikaner das Land mit einer Welle von juristischen Klagen. Gleichzeitig bekräftigte die amerikanische Notenbank (Fed) angesichts der Risiken durch die Corona-Pandemie ihre unverändert expansive Geldpolitik.

Joe Biden ist mit 253 Stimmen dem Sprung ins Weisse Haus sehr nahe – Trump vereinigt derzeit 213 auf sich. Gewinnen die Demokraten in den umkämpften Bundesstaaten Nevada und Arizona, wo sie derzeit vorne liegen, käme Biden mit den 17 zusätzlichen Elektoren-Stimmen genau auf die erforderlichen 270 Stimmen. Ebenfalls hart umkämpft bleiben die Swing States Georgia und Pennsylvania, wo Trump aktuell knapp führt. Unterdessen haben die Republikaner laut Bloomberg 300 juristische Klagen in 44 Bundesstaaten eingereicht. Dabei geht es vor allem um die inmitten der Pandemie abgegebene Rekordzahl von 101 Mio. Briefstimmen. Auch wenn Biden bereits heute den Sieg für sich reklamieren kann, bleibt die Ungewissheit wie sich Trump verhält und sich der juristische Kampf hinzieht. Zudem bleibt auch das Rennen um den US-Senat weiterhin offen, wobei der Vorteil hier bei den Republikanern liegt.

An der New Yorker Börse blieb die Stimmung trotz der anhaltenden Unsicherheit über den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl positiv und der Dow Jones Industrial schloss mit einem soliden Tagesgewinn von +1.95% bei 28 390.18 Punkten. Damit fährt das Börsenbarometer in der laufenden Wahlwoche ein Plus von rund +7% ein. Der breite S&P 500 legte ebenfalls knapp +2% auf 3 510.45 Zähler zu. Die Technologiebörse Nasdaq (100) konnte gar ein Plus von +2.56% verbuchen. Auch in Asien setzte sich der positive Trend teilweise fort, so notiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index in Tokio rund +1% höher. An den chinesischen Aktienmärkten verbuchten die meisten Indizes jedoch Tagesverluste.

Fed bleibt angesichts der Risiken der Coronakrise auf Kurs

US-Notenbankchef Jerome Powell betonte anlässlich des gestrigen Zinsentscheids, dass sich die Erholung der US-Wirtschaft und des Arbeitsmarkts wieder abgeschwächt habe und die Corona-Pandemie weiterhin ein erhebliches Risiko darstelle. Vor diesem Hintergrund bestätigte die Fed ihren bisherigen ultra-expansiven geldpolitischen Kurs. D.h. sie beliess ihren Leitzins unverändert auf rekordtiefen 0.0-0.25% und führt die milliardenschweren Anleihekäufe zur Stützung der Konjunktur fort.

Unterdessen bleibt die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA auf hohem Niveau. In der letzten Woche stellten 751 000 Personen einen erstmaligen Antrag – das sind nur 7000 weniger als in der Woche zuvor. Im Zuge der Corona-Krise sind in den USA mehr als 22 Mio. Arbeitsplätze verschwunden und bisher konnte nur etwa die Hälfte davon wieder zurückgewonnen werden. Mit Spannung wird nun der heute Nachmittag um 14:30 Uhr (MESZ) anstehende offizielle US-Arbeitsmarktbericht erwartet.

Bank of England öffnet vor dem Brexit nochmals die Geldschleusen

Noch vor dem endgültigen Ausscheiden des Königreichs aus der EU und vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie kündigte die britische Notenbank eine Ausweitung ihres laufenden Wertpapierkaufprogramms um GBP 150 Mrd. auf GBP 895 Mrd. an. Die Erhöhung des Volumens fiel damit höher aus als von Analysten mit GBP 100 Mrd. erwartet. Gleichzeitig beliess Gouverneur Andrew Bailey den Leitzins unverändert auf rekordtiefen +0.1%. Eine weitere Lockerung in den Negativbereich scheint angesichts der getrübten Konjunkturperspektiven aufgrund des erneuten Lockdowns zur Eindämmung des Coronavirus nicht ausgeschlossen. Die Bank of England erwartet im laufenden Jahr einen rekordhohen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um -11%. Im Frühling war die Notenbank noch von einem Minus von -9.5% ausgegangen.

Euro-Wirtschaft auf einem langen Weg zum Vorkrisenniveau

Nach Einschätzung der EU-Kommission wird die Wirtschaft im Euroraum bis 2022 brauchen, um wieder das Niveau von vor der Coronakrise zu erlangen. Die zweite Pandemiewelle habe die Konjunkturerholung ausgebremst. In ihrer Herbstprognose geht die Brüsseler Exekutive im laufenden Jahr von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um -7.8% aus. 2021 wird dann wieder mit einem Wachstum von +4.2% gerechnet und 2022 von +3.0%.

Wirtschaftskalender 6. November
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEIndustrieproduktion (September, J/J)-9.6%
09:00SPIndustrieproduktion (September, J/J)-5.7%
14:30USAArbeitslosenrate (Oktober)7.9%
14:30USABeschäftigung Gesamtwirtschaft (ex-Agrar, Oktober)+661’000
14:30USABeschäftigung Privatwirtschaft (Oktober)+877’000

 

Unternehmenskalender 6. November
LandUnternehmenPeriode
CHRichemontH1
DEAllianzQ3
USMarriottQ3

 

Quelle: BondWorld.ch