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LGT Navigator: Biden vor immensen Herausforderungen und noch höheren Erwartungen

LGT Navigator: Die Herausforderungen, denen Joe Biden bei seinem Einzug in das Weisse Haus gegenübersteht, sind angesichts der zutiefst zerrütteten Bevölkerung und der ungezähmten Corona-Pandemie gewaltig.

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Auch an den Aktienmärkten sind die Erwartungen hinsichtlich weiterer fiskalpolitischer Hilfen nach dem Amtsantritt des neuen amerikanischen Präsidenten hoch. Gestützt wurde die Hoffnung auf weitere Konjunkturhilfen durch die Aussagen der nominierten US-Finanzministerin Yellen. Die Wall Street begrüsste den neuen Präsidenten mit neuen Rekordständen.

Die Inauguration von Bidens verlief ohne Zwischenfälle, und der 46. Präsident der Vereinigten Staaten fokussierte in seiner Rede vor allem auf Einheit. Der neue Präsident unterzeichnete gleichentags erste «Executive Orders» und macht damit bereits einen Teil von Trumps Politik rückgängig. So ordnete Biden die Rückkehr zum Pariser Klimaschutzabkommen und in die Weltgesundheitsorganisation WHO an, und stoppte den Bau der Grenzmauer zu Mexiko sowie die Ölpipeline Keystone XL. Zuvor hatte die Kandidatin für den Finanzministerposten, die ehemalige US-Notenbankchefin Janet Yellen, anlässlich ihrer Nominierungsanhörung vor dem US-Senat weitere Impulse von Seiten der Fiskalpolitik gefordert. Der Kampf gegen die Coronakrise müsse unter dem Motto «act big» stehen. Yellen argumentierte, dass die wirtschaftlichen Vorteile die Risiken einer höheren Schuldenlast bei weitem überwiegen würden.

Wall Street feiert Machtwechsel in Washington mit neuen Rekorden

An der Wall Street wurde der neue US-Präsident mit soliden Gewinnen und neuen Rekorden willkommen geheissen. Am Tag des Machtwechsels in den Vereinigten Staaten notierte der Dow Jones Industrial ein kräftiges Plus von +0.83% und schloss bei 31’188.38 Punkten. Am stärksten zulegen konnte die Technologiebörse Nasdaq. Der Nasdaq 100 stieg um +2.31% auf 13’296.45 Zähler und erreichte wie auch der marktbreite Nasdaq Composite (+1.97%) ein Rekordhoch. Insbesondere die starken Quartalszahlen des Streaming-Anbieters Netflix sorgten für Schwung. Die Aktie sprang um rund +17% auf ein Rekordhoch. Der S&P 500 erreichte mit einem Tagesgewinn von +1.39% bei 3’851.85 Punkten ebenfalls ein Rekordhoch. Die Börsen in Asien sind am Donnerstag den positiven Vorgaben aus New York gefolgt und die Aktienfutures signalisieren einen positiven Start an Europas Handelsplätzen.

Bank of Japan bekräftigt expansiven Kurs, zeigt sich aber im Ausblick etwas optimistischer

Japans Zentralbank hält an ihrem expansiven geldpolitischen Kurs fest. Die Bank of Japan bestätigte sowohl ihr Renditeziel von null Prozent für zehnjährige Staatsanleihen, als auch den negativen Einlagensatz von -0.1%. Zudem geht die Notenbank davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im Fiskaljahr (per Ende März 2021) um -5.6% zurückgehen wird. In ihrem Ausblick für das nächste Jahr (per März 2022) zeigt sich die BoJ aber etwas zuversichtlicher und erhöhte ihre BIP-Prognose von +3.6% auf +3.9%.

Heute Nachmittag (13:45 Uhr MEZ) wird auch die Europäische Zentralbank (EZB) ihren geldpolitischen Entscheid bekannt geben. Es werden derzeit aber keine neuen Massnahmen erwartet. EZB-Chefin Christine Lagarde könnte aber an der nachfolgenden Pressekonferenz (14:30 MEZ) durchaus eine weitere Ausweitung der Zentralbankpolitik im Kampf gegen die anhaltende Coronakrise in Aussicht stellen.

Kanadas Notenbank bestätigte ebenfalls wie erwartet ihren Kurs und behielt ihren Leitzins unverändert bei +0.25%. Zudem werde die Bank of Canada die Zinsen so lange tief halten bis eine nachhaltige Wirtschaftserholung einsetzt. In ihrem Ausblick geht die Zentralbank davon aus, dass die kanadische Wirtschaft im laufenden Jahr um +4% und 2022 um knapp +5% wachsen wird.

Anhaltend negativer Inflationstrend im Euroraum

Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Dezember erneut gesunken. Die Jahresinflationsrate blieb zum Jahresende 2020 bereits den vierten Monat in Folge unverändert bei -0.3%, wie die Statistikbehörde Eurostat bestätigte. Hintergrund sind hauptsächlich die im Jahresvergleich deutlich tieferen Energiepreise. Im Dezember gingen die Preise für Energie auf Jahressicht um knapp -7% zurück. In der Kernrate, d.h. ohne Berücksichtigung der Energiepreise, lagen die Konsumentenpreise in den Euroländern um 0.2% höher als in der Vergleichsperiode im Vorjahr. Die Inflationszahlen könnten der Europäischen Zentralbank (EZB) nach wie vor Spielraum für weitere geldpolitische Manöver geben, um die Auswirkungen der Coronakrise abzufedern.

Wirtschaftskalender 21. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 JN Bank of Japan Zinsentscheid -0.1%
08:45 FR Geschäftsklima (Januar) +93.0
13:45 EZ EZB Zinsentscheid -0.5%
14:30 EZ EZB Pressekonferenz  
14:30 USA Philly Fed-Industrieindex (Januar) +9.1
14:30 USA Neubaubeginne (Dezember, M/M) +1.2%
14:30 USA Baubewilligungen (Dezember, M/M) +5.9%
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosengeld (wöchentlich) +965’000

 

Unternehmenskalender 21. Januar

Land Unternehmen Periode
USA IBM Q4
USA Intel Q4
USA Travelers Q4

 

Quelle: BondWorld.ch