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LGT Navigator: Bidens Infrastrukturprogram soll die USA fit für die Zukunft machen

LGT Navigator: US-Präsident Joe Biden kündigte gestern nach Börsenschluss das mit Spannung erwartete Infrastrukturprogramm an.

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Die amerikanische Regierung will mit Ausgaben im Umfang von mehr als zwei Billionen US-Dollar die teilweise marode Infrastruktur des Landes erneuern, den Klimawandel bekämpfen und vor allem Millionen Arbeitsplätze schaffen.

US-Präsident Joe Biden will mit einem historischen Infrastrukturprogram «die stärkste, widerstandsfähigste und innovativste Volkswirtschaft der Welt schaffen». Hierfür sollen über die nächsten acht Jahre Ausgaben in Höhe von etwa 10% der jährlichen Wirtschaftsleistung der USA getätigt und teilweise durch Steuererhöhungen finanziert werden. Mit dem Programm will das Weisse Haus nicht nur die vielerorts veraltete Infrastruktur modernisieren, sondern auch Anreize schaffen für eine umweltfreundlichere Wirtschaft und schadstoffreduzierende Technologien, vor allem aber auch Millionen von Jobs schaffen. Das Projekt des demokratischen Präsidenten stösst naturgemäss bei den Republikanern auf Widerstand. Insbesondere die geplanten Steuererhöhungen für Unternehmen und Reiche dürften die Republikaner bekämpfen. Auf dem Capitol Hill verfügen die Demokraten zwar über eine Mehrheit im Repräsentantenhaus und auch über eine hauchdünne Mehrheit im Senat, dennoch dürfte das Vorhaben umstritten sein. Der republikanische Minderheitsführer im Senat, Mitch McConnell, erteilte Bidens Plan bereits umgehend eine Absage. «Die geplanten Ausgaben seien zu hoch und die Wirtschaft erhole sich von der durch die Corona-Pandemie verursachten Krise von selbst», so McConnell.

An der Wall Street wurde die Ankündigung des US-Präsidenten zwar antizipiert, jedoch dürften die Schlusskurse nicht unbedingt aussagekräftig in Bezug darauf sein, wie die Anleger das Infrastrukturprogramm Bidens bewerten. Der Dow Jones Industrial beendete den Monat März bei 32’981.55 Punkten, einem moderaten Tagesverlust von -0.26%. Der S&P 500 legte hingegen um +0.36% auf 3’972.89 Zähler zu und verbuchte damit im ersten Quartal ein Plus von knapp sechs Prozent. Der Nasdaq 100 stieg zur Wochenmitte um +1.51% auf 13’091.44 Punkte. Unterstützung lieferten gestern auch freundliche US-Konjunkturdaten im Vorfeld des morgen erwarteten US-Arbeitsmarktberichtes.

Beschleunigtes Jobwachstum in der US-Privatwirtschaft

Vor dem Hintergrund vielerorts gelockerter Corona-Beschränkungen und beeindruckenden Fortschritten bei den Corona-Impfungen entstanden im März 517’000 neue Stellen in der Privatwirtschaft (ohne staatliche Stellen). Damit hat sich das Stellenwachstum gemäss den neusten Daten des Arbeitsmarktdienstleisters ADP deutlich beschleunigt. Im Monat zuvor betrug das Wachstum 176’000 Jobs. Andererseits hatten Analysten aber im März einen noch kräftigeren Stellenzuwachs von 550’000 prognostiziert. Die Daten von ADP gelten als Indikator für den mit Spannung erwarteten offiziellen Arbeitsmarktbericht aus Washington, der morgen am Karfreitag veröffentlicht wird.

Ein ebenfalls positives Zeichen für die US-Wirtschaft sendete der Einkaufsmanagerindex (PMI) aus der Wirtschaftsmetropole Chicago. Der PMI hat sich im März von 59.5 Punkten im Vormonat auf 66.3 Zähler verbessert und erreichte damit den höchsten Stand seit Juli 2018. Der Chicago-PMI gilt wiederrum als Indikator für die landesweite Umfrage des Branchenverbandes ISM (Institute for Supply Management).

Inflation im Euroraum zieht spürbar an, jedoch bleibt Kernteuerung moderat

Die Lebenshaltungskosten sind in der Eurozone im März spürbar gestiegen. Gemäss dem Statistikamt Eurostat legten die Verbraucherpreise auf Jahressicht um +1.3% zu, verglichen mit einer Teuerungsrate von +0.9% im Februar. Analysten waren im Schnitt aber von einem noch kräftigeren Anstieg auf +1.4% ausgegangen. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Konsumentenpreise um +0.9%. Der Preisauftrieb im März sei hauptsächlich auf höhere Energiepreise (+4.3% gegenüber Vorjahr) zurückzuführen. Andererseits war die Teuerung in anderen Bereichen nur moderat, weshalb die Kerninflationsrate, also ohne Energie und Lebensmittelpreise, von +1.1% im Vormonat auf +0.9% zurückging. Ökonomen gehen davon aus, dass das Inflationsziel der EZB von rund 2% in den kommenden Monaten erreicht und wahrscheinlich auch überschritten wird. Die EZB machte aber bereits deutlich, dass sie die antizipierte Zunahme des Inflationsdrucks nur als temporär betrachtet und geldpolitisch nicht reagieren würde.

Der Inflationstrend im Euroraum ist auch uneinheitlich wie die neusten Daten aus Frankreich und Italien zeigten. So zog die Teuerungsrate der französischen Verbraucherpreise im März deutlich von +0.8% auf +1.4% an, während sich in Italien die Inflation im März von +1.0% auf +0.6% abgeschwächt hat.

Grossbritanniens Wirtschaft wuchs Ende 2020 stärker als erwartet

Die Wirtschaftsleistung im Vereinigten Königreich nahm im Schlussquartal des letzten Jahres revidierten Angaben zufolge um +1.3% gegenüber dem Vorquartal zu. Eine vorläufige Schätzung war noch von einer Wachstumsrate von +1.0% ausgegangen. Auf das Gesamtjahr gesehen sank das britische BIP im Coronajahr 2020 um -9.8%.

Wirtschaftskalender 1. April

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 CH Verbraucherpreise (März, M/M) -0.5%
09:00 SP IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (März) 52.9
09:30 CH Einkaufsmanagerindex Industrie (März) 61.3
09:45 IT IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (März) 56.9
09:50 FR IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (März) 56.1
09:55 DE IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (März) 60.7
10:00 EZ IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (März) 57.9
10:30 GB IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (März) 55.1
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 684’000
15:45 USA IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (März) 58.6
16:00 USA ISM Einkaufsmanagerindex Industrie (März) 60.8

 

Unternehmenskalender 1. April

Land Unternehmen Periode
GB Next Q4

 

Quelle: BondWorld.ch