LGT

LGT Navigator: Bilanzsaison und Notenbankentscheide im Fokus

LGT Navigator: Die Verunsicherung an den Kapitalmärkten wegen der potenziellen weiteren Ausbreitung des neuartigen Virus in China trat zum Ende der vergangenen Woche etwas in den Hintergrund, nachdem die WHO davon absah, eine «gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite» auszurufen.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


In der neuen Handelswoche steht heute zunächst die deutsche Ifo-Firmenumfrage im Vordergrund. Am Dienstag rücken die Ergebnisse grosser Blue-Chip-Werte wie Apple (Dienstag) in den Mittelpunkt.

Rund ein Drittel der S&P-500-Unternehmen legen ihre Zahlen für das vierte Quartal vor. Es wird erwartet, dass die Unternehmen ihre hohen Gewinne vom Vorjahr bestätigen. Ab Mittwoch stehen Notenbankentscheide (Fed & BoE) auf der Agenda.

In Asien eröffneten die Aktienbörsen mit einem pessimistischen Unterton. In China bleiben die Börsen wegen des Neujahrsfests bis Freitag geschlossen. Wegen der Verunsicherung an den Märkten aufgrund des Coronavirus könnte die geringe Liquidität im Handel zu starken Kursausschlägen führen. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus schränkten die chinesischen Behörden unterdessen die Reise- und Bewegungsfreiheit stark ein. So wurde der öffentliche Personennahverkehr in zehn Städten in der zentralchinesischen Provinz Hubei ausgesetzt und touristische Ziele geschlossen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht derzeit nicht von einer Epidemie von internationaler Bedeutung, sondern von einem «auf China beschränkten Notfall»

 

PMIs signalisieren Stabilisierung der Konjunkturperspektiven

Neuste Umfrageergebnisse des Londoner Forschungsunternehmens IHS Markit deuten auf eine leichte Verbesserung der Konjunkturaussichten in den Vereinigten Staaten sowie in der Eurozone hin. Der Einkaufsmanagerindex für die US-Privatwirtschaft (PMI Composite), der den Industrie- und den Dienstleistungssektor zusammenfasst, kletterte im Januar gemäss einer ersten Auswertung der Umfrageergebnisse von 52.7 auf 53.1 Punkte. Auch im Euroraum signalisierte der kombinierte Einkaufsmanagerindex zumindest eine Stabilisierung. Der entsprechende PMI blieb mit 50.9 unverändert zum Vormonat, verharrte damit aber immerhin leicht über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Positiv zu vermerken ist, dass die Stimmungsindikatoren für die deutsche Wirtschaft deutlich zugelegt haben. Insbesondere die angeschlagene deutsche Industrie zeigte Hinweise einer Stabilisierung. Heute werden mit Spannung die Umfrageergebnisse des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo erwartet.

Minimale Adjustierungen der EZB-Expertenprognosen

Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) regelmässig befragten Ökonomen haben ihre Wachstumsprognose für die Eurozone für das laufende Jahr leicht angehoben. Die befragten Volkswirte gehen 2020 nun von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um +1.1% aus. Im Oktober stellte die Prognose noch ein Wachstum von +1.0% in Aussicht. Andererseits senkten die Experten aber ihren Ausblick auf das Jahr 2021. Erwartet wird dann noch ein BIP-Wachstum von +1.2% (bisher +1.3%). Mit Blick auf die Inflationsentwicklung blieben die Prognosen unverändert. Längerfristig wird von einer Teuerungsrate von +1.7% ausgegangen. Die EZB befragt quartalsweise Ökonomen zu ihren Inflations- und Wachstumsprognosen. Die Umfrageresultate fliessen dann in die Überlegungen der Notenbank ein.

Wirtschaftskalender 27. Januar
MEZLandIndikatorLetzte Periode
10:00DEIfo-Geschäftsklimaindex96.3
10:00DEIfo-Erwartungsindex93.8
10:00DEIfo-Index gegenwärtige Situation98.8
Unternehmenskalender 28. Januar
LandUnternehmenPeriode
CHSGSJ19
DESAPJ19
FRLVMHJ19
USAppleQ1
USPfizerQ4
US3MQ4
USStarbucksQ1

 

Quelle: BondWorld.ch