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LGT Navigator: Börsen auf Erholungskurs, aber Virus-Sorgen bleiben

LGT Navigator: Der Ausverkauf an den internationalen Börsen in Folge des Coronavirus ist vorerst beendet. Nach ihren knapp dreiprozentigen Kursverlusten zu Wochenbeginn legten Dax und EuroStoxx50..

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am Dienstag jeweils etwa ein Prozent auf 13 323.69 beziehungsweise 3 717.98 Punkte zu. Der Dow Jones gewann 0.8%. Rückenwind für den Aktienmarkt erhofften sich Anleger von der angelaufenen Bilanzsaison. Am kommenden Freitag tritt Grossbritannien aus der EU aus, heute soll das Vertragswerks durch das Europaparlament ratifiziert werden.

Coronavirus

Ökonomen befürchten einen ähnlich negativen Effekt des Virus für die chinesische und die globale Wirtschaft wie bei SARS, einer ansteckenden Lungenkrankheit, die 2002 in China ausbrach. Inzwischen haben sich weltweit mehr als 4 500 Menschen mit Corona infiziert, mindestens 106 sind gestorben. Als SARS ausbrach, lag der Anteil des chinesischen BIP an der weltweiten Wirtschaft bei unter 5%, heute sind es 16.5%. China ist damit massgeblich dafür verantwortlich, wie stark die Wirtschaft weltweit insgesamt wächst.

Vor diesem Hintergrund nehmen die Ängste um die Weltkonjunktur zu. Wie stark der Ausbruch des Coronavirus die Konjunktur beeinträchtigen wird, ist unklar, aber als wahrscheinlich gilt die Annahme, dass die Verlängerung der Feiertage und die Quarantäne von mehreren Millionen Einwohnern das chinesische Wirtschaftswachstum im ersten Quartal deutlich senken wird. Das Virus belastet die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt in einer Phase, in der das Wachstum sich ohnehin bereits verlangsamt hat. Die Wirtschaftsleistung stieg im Vorjahr nur noch um 6.1% – und damit so verhalten wie seit fast 30 Jahren nicht mehr.

In Südkorea verzeichnete der KOSPI-Index gestern mit einem Minus von mehr als 3% in Euro den stärksten Kursverlust seit Oktober 2018. Besonders stark gaben Titel aus dem Tourismussektor nach, etwa ein Drittel der ausländischen Besucher 2019 kommen aus China. Aber auch der koreanische IT-Sektor geriet unter Druck. Grosse Produktionsstätten für Speicherchips liegen in Wuhan, dem Ursprungsort des Coronavirus.

Anleger hoffen auf positive Impulse von der Bilanzsaison

Rückenwind für den Aktienmarkt erhofften sich Anleger von der angelaufenen Bilanzsaison. Die gemeldeten Gewinne in den USA liegen wegen überraschend starker Margen vier Prozent über den Erwartungen. Apple hat glänzende Ergebnisse erzielt. Im letzten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von USD 91.82 Mrd. US-Dollar und übetraf damit die eigenen Prognosen für einen Umsatz zwischen USD 63 und 67 Mrd. sowie den Konsens USD 88.38 bzw. 62.33 Mrd. Es erholten sich auch die Kurse der Werte, die in den vergangenen Tagen wegen des Coronavirus unter Druck gekommen waren. Titel der stark vom China-Geschäft abhängigen Luxusgüter-Anbieter wie Kering, LVMH und Richemont gewannen bis zu 2.4%. Die Aktien von Fluggesellschaften wie der Lufthansa und der British Airways-Mutter IAG legten jeweils rund 1% zu. Der deutsche Software-Konzern SAP konnte dagegen mit einer Gewinnsteigerung im Rahmen der Erwartungen nicht überzeugen, SAP-Aktien fielen um 2.1%.

Kurz vor dem Austritt Grossbritanniens aus der EU besteht immer noch das Risiko eines harten Brexits

Am kommenden Freitag tritt Grossbritannien aus der EU aus, heute soll das Vertragswerks durch das Europaparlament ratifiziert werden. Die sich anschliessende Übergangsphase läuft bis Ende 2020. Premier Boris Johnson ließ im Brexit-Gesetz verankern, dass keine Fristverlängerung bei der EU beantragt werden kann. Sehr wenig Zeit für die Ausarbeitung eines Freihandelsabkommens, die Gefahr eines No-Deal-Brexits und eines damit verbundenen Rückfalls auf WTO-Regeln bleibt somit bestehen. Neben den dadurch entstehenden nichttarifären Handelshemmnissen wären gegenseitige Zölle die Folge. 2018 exportierte die EU Waren im Gesamtwert von etwa EUR 300 Mrd. nach Grossbritannien, etwa ein Sechstel des Handelsvolumens wäre in einem solchen Szenario durch Abgaben belastet. Die deutsche Industrie wäre mit Ausfuhren im Wert von fast EUR 19 Mrd. am stärksten betroffen.

Wirtschaftskalender 29. Januar
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEGfK Konsumentenvertrauen9.6
08:45FRKonsumentenvertrauen102
10:00ITKonsumentenvertrauen110.80
10:00ITKonjunkturstimmung100.70
10:00ITProduktionsvertrauen99.10
10:00EUECB M3 Geldmenge (J/J)5.6%
16:00USSchwebende Hausverkäufe (J/J)5.6%
20:00USUS-Fed Zinsentscheid1.5%
Unternehmenskalender 29. Januar
LandUnternehmenPeriode
CHNovartisJ19
ESBanco SantanderJ19
USAT&TQ4
USGeneral ElectricQ4
USMcDonald’sQ4
USMicrosoftQ4

 

Quelle: BondWorld.ch