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LGT Navigator: Börsen blicken auf Nach-Trump-Ära

LGT Navigator: Nach der durch US-Präsident Trump ausgelösten Aufruhr in Washington und der darauffolgenden, gewaltsamen Eskalation im US-Parlament wurde das Wahlergebnis und damit der designierte Präsident Biden kurz darauf offiziell durch beide Kongresskammern zertifiziert.

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Da nun auch nach der Zusage Trumps zu einer geordneten Machtübergabe der Inauguration von Biden nichts mehr im Wege stehen dürfte, profitierten die Aktienkurse von der verbesserten Visibilität .

In der Folge der unrühmlichen Szenen in der amerikanischen Hauptstadt zeigt sich der abgewählte US-Präsident Donald Trump zumindest bereit, sich nicht mehr gegen die Machtübergabe an Nachfolger Joe Biden zu sperren. Trotzdem bekräftigte Trump, dass er mit dem Ausgang der Wahl nicht einverstanden sei. Kurz zuvor hatte der Kongress die Wahl von Biden zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten bestätigt, womit der Weg zur Amtseinführung am 20. Januar frei ist. Nachdem die Demokraten nun auch im Senat dank dem Stichentscheid durch die zukünftige Vizepräsidentin Kamala Harris ihre politische Agenda einfacher durchsetzen können, hoffen die Finanzmärkte auf noch umfangreichere Konjunkturhilfen und verstärkten Investitionen in die Infrastruktur. Obwohl Trump um Schadensbegrenzung bemüht scheint, werden nun kurz vor dem Ende seiner Amtszeit die Rufe nach einer Amtsenthebung lauter. Biden macht Trump für die Ausschreitungen am Kapitol direkt verantwortlich und Nancy Pelosi und Chuck Schumer, die Top-Demokraten im Kongress,  fordern Trumps Absetzung auf Basis des Zusatzartikels 25 der US-Verfassung. Dies müsste aber von Vizepräsident Mike Pence initiiert werden.

An den Aktienbörsen sorgten die nun klareren Verhältnisse in der US-Politik für Kauflaune und an der Wall Street setzte sich die Rekordrally fort. Alle wichtigen Indizes der Standard- und Technologiewerte erreichten am Donnerstag neue Höchststände. Der Dow Jones Industrial legte im Handelsverlauf bis auf die Rekordmarke von 31’193 Punkten zu und schloss +0.69% höher bei 31’041.13 Zählern. Der S&P 500 stieg um +1.48% auf 3’803.79 Punkte und der Nasdaq 100 verbuchte ein Plus von +2.51% und ging bei 12’939.57 Zählern aus dem Tagesgeschäft. In Asien folgten die meisten Börsen heute Morgen den positiven Vorgaben aus Übersee und legten dank der Hoffnung auf weitere US-Konjunkturhilfen nach der demokratischen Übernahme des Senats und der Zusage von US-Präsident Trump zu einem geordneten Machtübergang kräftig zu. Auch für Europas Aktienmärkte signalisieren die Futures einen positiven Handelsauftakt, während die Rendite der zehnjährigen Treasuries auf den höchsten Stand seit März kletterte.

Im Fokus steht heute die monatliche US-Arbeitsmarktstatistik. Analysten rechnen für Dezember mit einer deutlichen Verlangsamung des Stellenaufbaus in der US-Wirtschaft.

US-Handelsbilanzdefizit klettert auf den höchsten Stand seit mehr als 14 Jahren

Das Defizit der USA im Aussenhandel erreichte im November mit USD 68.1 Mrd. den höchsten Stand seit August 2006. Ökonomen waren von einem Anstieg des Defizits von USD 63.1 Mrd. im Oktober auf USD 67.3 Mrd. ausgegangen. Ausschlaggebend war dabei ein stärker als erwarteter Anstieg der Importe, die auf Monatssicht um +2.9% zulegten, während die Exporte um +1.2% zunahmen. Der kräftige Anstieg des Handelsdefizits zeigt, dass die aggressive Handelspolitik der Administration Trump nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat und könnte im Rahmen der zukünftigen Ausrichtung der Regierung Biden gegenüber China durchaus hinterfragt werden.

Coronavirus schleicht sich zurück nach China

China erlebt derzeit den stärksten Ausbruch von Covid-19 seit Monaten. Nachdem die Volksrepublik das Virus seit dem Sommer weitestgehend im Griff hatte, steigen jüngst die Infektionszahlen wieder an. Besonders betroffen soll die Provinz Hebei nördlich der Hauptstadt Peking sein. Kurzerhand wurde ein Grossteil der Transportverbindungen in die Region unterbrochen. Nun sollen die rund elf Millionen Einwohner der Provinzhauptstadt Shijiazhuang alle getestet werden. Heikel ist der regionale Ausbruch auch wegen dem am 12. Februar beginnenden chinesischen Neujahr.

EZB rechnet im Schlussquartal 2020 mit deutlichem Rückgang der Wirtschaftsleistung

Die Europäische Zentralbank (EZB) geht in ihrem gestern publizierten Wirtschaftsbulletin angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie von einem deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung im Euroraum zum Ende des letzten Jahres aus. Immerhin soll die antizipierte Abschwächung im Schlussquartal aber klar geringer ausfallen als der massive Einbruch im zweiten Quartal 2020. Laut EZB bleiben die Aussichten für 2021 und darüber hinaus eng mit dem weiteren Verlauf der Pandemie und der Bereitstellung von Covid-19-Impfstoffen verknüpft. Unterdessen scheint sich zumindest die generelle Wirtschaftsstimmung zum Ende des letzten Jahres trotz der zunehmenden erneuten Pandemie-bedingten Einschränkungen etwas aufgehellt zu haben. So verbesserte sich der von der EU-Kommission herausgegebene Economic Sentiment Indicator (ESI) um 2.7 auf 90.4 Punkte (Konsens 89.8). Während sich die Stimmung in der Euro-Industrie spürbar verbesserte, blieb der Indexwert für den Dienstleistungssektor weiterhin auf niedrigem Niveau.

Wirtschaftskalender 8. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:45 CH Arbeitslosenrate (Dezember)  3.4%
08:00 DE Exporte (November, M/M) +0.8%
08:00 DE Importe (November, M/M) +0.3%
08:45 FR Konsumentenvertrauen (Dezember)  +90.0
14:30 USA Arbeitslosenrate (Dezember) 6.7%
14:30 USA Beschäftigung Gesamtwirtschaft  +245’000
14:30 USA Beschäftigung Privatwirtschaft +344’000

 

Unternehmenskalender 15. Januar 
Land Unternehmen Periode
USA JPMorgan Chase Q4
USA Citigroup  Q4
USA Goldman Sachs  Q4
USA Alcoa Q4

 

Quelle: BondWorld.ch