LGT

LGT Navigator: Börsen blicken nervös auf Bondrenditen und Rohstoffpreise

LGT Navigator: Das Szenario einer schnellen und heftigen Reflationierung der Weltwirtschaft nach Bewältigung der Coronakrise einhergehend mit höheren Zinsen und Rohstoffpreisen sorgt an den Aktienbörsen weiterhin für Nervosität.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


In der Folge gerieten jüngst auch die Topwerte im Technologiesektor unter Druck. Verstärkt werden die Inflationssorgen auch von stärker als erwartet steigenden Verbraucherpreisen, wie die neusten Daten aus der Eurozone zeigen. US-Notenbankchef Powell ging währenddessen anlässlich seines Rechenschaftsberichts vor dem US-Kongress nicht näher auf die gestiegenen Inflationserwartungen an den Finanzmärkten ein.

Gewinnmitnahmen vor dem Hintergrund der aktuell im Mittelpunkt stehenden Inflations- und Zinssorgen verpassten den heiss gelaufenen Technologiewerten, welche die Rallye vom Tiefpunkt der Pandemie vor einem Jahr angeführt haben, zu Beginn der Woche eine Abkühlung. So brach der Auswahlindex Nasdaq 100 im frühen Handel um nochmals bis zu -3.5% ein, konnte dann aber bis zum Handelsschluss die Verluste eindämmen und schloss nur mit einem leichten Minus von -0.22% bei 13’194.71 Punkten. Der Dow Jones Industrial blieb erneut nur wenig verändert unweit der Höchstwerte und ging bei 31’537.35 Zählern (+0.05%) aus dem Tagesgeschäft. Der S&P 500 legte moderat um +0.13% auf 3’881.37 Punkte zu. Gleichzeitig stabilisierten sich die Renditen am Bondmarkt auf höherem Niveau. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe notierte bei knapp 1.35%. Währenddessen verzeichneten von Öl oder auch Kupfer weitere Kursgewinne. An Asiens Börsen setzte sich der negative Trend heute Morgen fort und die meisten Indizes verbuchen teilweise heftige Abschläge, wie z.B. in Hongkong wo der Hang Seng-Index rund -3.5% im Minus steht. Auch für die europäischen Aktienmärkte deuten die Futures-Märkte zum Handelsauftakt Verluste an.

Fed-Chef geht nicht näher auf die gestiegenen Inflationserwartungen ein

Der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell, bekräftigte, dass die Fed vorläufig an ihrer ultralockeren Geldpolitik festhalten wird. Der US-Notenbankchef betonte, dass der Wirtschaftsausblick trotz der konjunkturellen Erholung vom Einbruch zu Beginn der Coronakrise sehr ungewiss bleibe. Die Fed werde deshalb weiterhin bereitstehen, das gesamte monetäre Arsenal voll auszuschöpfen, um die Wirtschaft zu unterstützen. Bei seiner Rede vor dem Finanzausschuss ging Powell aber nicht auf die gestiegenen Inflationserwartungen an den Finanzmärkten ein, die jüngst zu einem deutlichen Anstieg der Anleiherenditen geführt haben.

US-Konsumentenstimmungsbarometer hellt sich etwas auf

Das Verbrauchervertrauen in den USA hat sich im Februar nach Angaben des New Yorker Konjunkturforschungsinstituts The Conference Board überraschend deutlich verbessert. Das viel beachtete Stimmungsbarometer legte um 2.4 auf 91.3 Punkte zu, während Analysten  einen moderateren Anstieg auf 90.0 Zähler prognostiziert hatten.

Sondereffekte erhöhen Inflationsdruck im Euroraum zu Jahresbeginn

In der Eurozone hat sich die Teuerung der Verbraucherpreise im Januar kräftiger als erwartet verstärkt. Auf Jahressicht nahmen die Lebenshaltungskosten in den 17 Euroländern um +0.9% zu. Im Dezember war die Jahresinflationsrate noch mit -0.3% negativ. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise um +0.2%. Zwar gingen die Energiepreise im Januar um -4.2% gegenüber der Vorjahresperiode zurück, jedoch war der Rückgang geringer als noch in den Vormonaten. In der Kernrate, also ohne Berücksichtigung der vielfach schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise, stiegen die Preise um +1.4% zum Vorjahr, verglichen mit einer Kernteuerung von lediglich +0.2% im Dezember. Noch liegt die Inflationsrate damit unter dem von der EZB angepeilten Wert von knapp zwei Prozent, jedoch schüren die neusten Daten die derzeitig verstärkt auftretenden Inflationssorgen. Es gilt aber auch zu beachten, dass in den Januar-Daten Sondereffekte wie das Auslaufen der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung und die Einführung einer CO2-Abgabe in Deutschland das Bild verzerren.

Deutschlands Exportaussichten intakt

Dem Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo zufolge hat sich die Stimmung in der deutschen Exportindustrie im Februar spürbar verbessert. So verbesserte sich der Ifo-Index der Exporterwartungen auf 10.7 Punkte und erreicht damit den höchsten Wert seit September 2018. Begründet wird der Optimismus laut Ifo mit der Erholung der chinesischen Wirtschaft sowie einer anziehenden Produktion in den USA. Der Indikator basiert auf einer monatlichen Umfrage unter 2’300 Industrieunternehmen in Deutschland.

Wirtschaftskalender 24. Februar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE BIP Q4 (Q/Q) +0.1%
08:45 FR Konjunkturumfrage (Februar) 98.0
16:00 USA Verkäufe neuer Häuser (Januar, M/M) +1.6%

 

Unternehmenskalender 24. Februar

Land Unternehmen Periode
CH Sulzer Q4
DE Puma Q4
FR Scor Q4
SP Iberdrola Q4
GB Lloyds Banking Q4
USA Alcon Q4

 

Quelle: BondWorld.ch