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LGT Navigator: Börsen erholen sich – Corona-Virus bleibt Hauptgesprächsthema

LGT Navigator: Obwohl die Angst vor einer globalen Ausweitung des Corona-Virus an den Kapitalmärkten nach wie vor für Unsicherheiten sorgt,…..

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haben sich heute Chinas Aktienindizes im Gefolge des positiven Wochenstarts an den europäischen und amerikanischen Börsen erholt. Neuste Konjunkturindizien aus den USA und der Eurozone signalisieren eine gewisse Erholung des darbenden Industriesektors. Bei den Vorwahlen der Demokraten in Iowa kommt es unterdessen aufgrund technischer Probleme zu Verzögerungen.

Börsenerholung

Die Börsenindizes in Shanghai und Shenzhen setzten nach dem drastischen Einbruch zu Wochenbeginn von bis zu -9% und anfänglichen erneuten Verlusten von mehr als -2% zum Handelsschluss zu einer leichten Erholung an und notierten zwischen +1.3% bis +1.8% im Plus. Der CSI 300 steigt gar um +2.6% im Plus. Zur kurzfristigen Beruhigung trugen vor allem auch die Massnahmen der chinesischen Zentralbank bei, die gestern mit der Senkung der Kreditzinsen und dem Zuschuss von Liquidität die Folgen für die Wirtschaft abzufedern versucht.

Zuvor hatte der europäische Benchmark-Index Euro Stoxx 50 die Woche mit einem Plus von rund +0.5% eröffnet und an der Wall Street legte der marktbreite S&P 500 um +0.73% zu. Die Technologiebörse Nasdaq verbuchte gar einen Tagesgewinn von +1.5% und etablierte sich wieder über der 9000er Marke.

US-Industrie gewinnt wieder Schwung

Der Industriesektor in den USA scheint sich zu Jahresbeginn etwas erholt zu haben. So verbesserte sich der wegen seiner starken Korrelation zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum stark beachtete ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) im Januar auf 50.9 Punkte von 47.8 im Monat zuvor und notierte damit erstmals seit Mitte 2019 auch wieder über der Expansionsschwelle von 50 Zählern. Die gleichzeitig veröffentlichten Umfragewerte des Londoner Marktforschungsunternehmens IHS Markit zeigten hingegen einen Rückgang des Industrie-Barometers von 52.4 im Vormonat auf 51.9 Zähler im Januar. Nach Einschätzung von IHS-Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson dämpften schwächere Exporte das Produktionswachstum.

In der Eurozone hat sich die Stimmung in der Industrie zu Jahresbeginn spürbar aufgehellt. So kletterte der Einkaufsmanagerindex im Januar gegenüber dem Vormonat um 1.6 auf 47.9 Punkte und erreichte damit das höchste Niveau seit April 2019. Trotz der Verbesserung verharrt der Indikator damit unter der Wachstumsgrenze von 50 Zählern. Der Schweizer Industrie-PMI fiel hingegen von 48.8 Punkten im Dezember auf 47.8 Zähler zurück und signalisiert damit eine verschärfte Kontraktion des Sektors.

US-Präsidentschaftswahlkampf nimmt Fahrt auf

In Iowa haben gestern die Vorwahlen der US-Demokraten begonnen, die am Schluss den Herausforderer von Donald Trump hervorbringen sollen. Während moderate Demokraten – angeführt durch den ehemaligen Vizepräsidenten Joe Biden – nach der unkonventionellen Politik Trumps eine Rückkehr zum «Courant normal» in Washington anstreben, fordern die beiden linken Kandidaten Elizabeth Warren und Bernie Sanders einen Bruch mit dem bisherigen Politik-Establishment respektive quasi eine «Revolution» von links. Medienberichten zufolge soll es bei der Ermittlung der Resultate zu technischen Pannen gekommen sein, weshalb sich das Endergebnis verspäten wird.

Johnson fordert «pragmatisches Freihandelsabkommen» mit der EU

Grossbritanniens Premierminister Boris Johnson will mit Brüssel eine pragmatische Handelsvereinbarung treffen. London wolle dabei aber EU-Regeln in Bezug auf Wettbewerb, staatliche Subventionen, sozialen Schutz oder die Umwelt nicht übernehmen. Johnson drohte, die Beziehungen zur EU nach dem Ende der Übergangsphase notfalls auch ohne ein Abkommen zu regeln. Von Seiten der EU betonte Chefunterhändler Michel Barnier, dass die EU Grossbritannien eine ambitionierte Partnerschaft anbieten wolle, die einen Handel ohne Zölle und ohne Quoten sowie ein ebenso Dienstleistungsabkommen umfassen soll. In einer Übergangsfrist bis Jahresende müssen sich beide Seiten über die Regelung ihrer künftigen Beziehungen einigen.

Alphabet mit schwächstem Wachstum in einem Schlussquartal seit 2015

Die Google-Mutter Alphabet vermochte die Anleger nicht zu überzeugen und die Aktie verlor nach Börsenschluss rund -3%. Das Umsatzwachstum im vergangenen Quartal verfehlte mit +17.3% auf USD 46.1 Mrd. die Markterwartungen von USD 47 Mrd. Der Quartalsgewinn stieg um +19% auf USD 10.67 Mrd. und lag damit über dem Analystenkonsens von USD 8.8 Mrd. Die Investitionen in den Aufbau neuer Rechenzentren und für Marketing sorgten im letzten Quartal für einen kräftigen Anstieg der Kosten um +18.5% auf USD 36.8 Mrd.

Einen richtiggehenden Sprint legte die Aktie von Tesla mit rund +20% auf bis zu USD 786 hin. Damit ist der Hersteller von Elektrofahrzeugen mehr als USD 140 Mrd. wert – mehr als Volkswagen und BMW zusammen. Hintergrund waren positivere Einschätzungen verschiedener Broker.

Wirtschaftskalender 4. Februar
MEZLandIndikatorLetzte Periode
11:00EZErzeugerpreise (J/J)-1.4%
11:00ITVerbraucherpreise (J/J)+0.5%
16:00USAuftragseingang dauerhafte Güter (M/M)+2.4%
Unternehmenskalender 4. Februar
LandUnternehmenPeriode
GBBPJ19
USWalt DisneyQ1
USGilead SciencesQ4
USAflacQ4

 

Quelle: BondWorld.ch