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LGT Navigator: Börsen reflektieren Pandemie-Angst

LGT Navigator: Die Furcht vor einer weltweit unkontrollierten Ausbreitung des Coronavirus, respektive einer Pandemie, mit entsprechend negativen Implikationen auf die Weltwirtschaft erhöht die Nervosität an den Kapitalmärkten täglich…….

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Zudem sorgten auch schlechte Nachrichten aus der Unternehmenswelt mit negativen Effekten des Coronavirus in den Bilanzen von Blue-Chips wie beispielsweise Microsoft oder Anheuser-Busch Inbev, für eine nochmals deutlich akzentuierte risikoaverse Anlegerstimmung.

Pandemie-Angst hat Börsen fest im Griff

Inzwischen gibt es bereits in mehr als 20 europäischen Ländern Fälle des «Covid-19»-Virus. In Italien, dem derzeitigen europäischen Hotspot des Coronavirus, hat sich unterdessen die Zahl, der mit dem neuen Virus Infizierten trotz der teilweise drastischen Gegenmassnahmen weiter erhöht. So wurden mittlerweile 655 Menschen positiv getestet. Die meisten Fälle gibt es nach wie vor in der nördlichen Lombardei, gefolgt von Venetien und Emilia-Romagna. Zudem ist die Zahl der infizierten Personen auch in Südkorea auf über 2’000 gestiegen. Weltweit beläuft sich die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen aktuell auf 83’389. Es gibt bisher 2’858 Todesfälle.

Dow Jones mit grösstem Tagesverlust in der Geschichte des Börsenindex

An der New Yorker Börse brach der Dow Jones Industrial Index um -4.42% ein – der grösste Tagesverlust in der Geschichte des Aktienbarometers. Seit Jahresbeginn verlor der Index damit bereits fast -10% und seit dem Rekordhoch vor rund zwei Wochen ist der US-Leitindex um knapp -13% abgesackt. Der S&P 500 verzeichnete seinen schlimmsten Tag seit dem 18. August 2011. Der europäische Benchmark Euro Stoxx 50 büsste zeitweise bis zu -4.67% ein und schloss -3.4% unter dem Vortagesniveau. Auch hier beträgt das Minus seit Jahresbeginn fast -10%. In Asien folgten die Börsenindizes den negativen Vorgaben aus Übersee und notieren zwischen -1.2% (Taiwan) und -4% (Jakarta) im roten Bereich. In Tokio fällt der Nikkei 225 zeitweise um bis zu -4.7% und steht kurz vor Handelsschluss -3.67% tiefer.

US-Wirtschaft blieb im Schlussquartal 2019 auf solidem Wachstumskurs

Die amerikanische Wirtschaft ist im vierten Quartal solide mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von +2.1% zum Vorquartal gewachsen. Damit wurde die letzte Schätzung von Ende Januar bestätigt. Die Revision zeigte jedoch, dass sich der gewichtige Privatkonsum im vierten Quartal etwas abgeschwächt hatte. Ausgeglichen wurde dies durch etwas höher als zuvor angenommene Lagerbestände der Unternehmen.

Wie aus der US-Industrie verlautet, gingen die Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter (mit einer Lebensdauer von mindestens einem Jahr) im Januar zwar um -0.2% zum Vormonat zurück, was deutlich geringer war als von Analysten erwartet (Konsens -1.4%). Zudem wurde der Anstieg im Vormonat von zuvor +2.4% auf +2.9% nach oben korrigiert. Die Aufträge für zivile Kapitalgüter (ohne Militär und Flugzeuge) – welche als Indikator für die Investitionstätigkeit der Unternehmen gelten – stiegen zu Jahresbeginn um +1.1% gegenüber dem Vormonat.

Umfragewerte aus der Eurozone nur wenig aussagekräftig

Neuste Umfragewerte der EU-Kommission zur Wirtschaftsstimmung in der Eurozone sind aufgrund der sich laufend ändernden Nachrichtenlage in Sachen Coronavirus derzeit wenig aussagekräftig. So verbesserte sich das Stimmungsbarometer im Februar den vierten Monat in Folge und erreichte mit 103.5 Punkten den höchsten Wert seit Mai 2019. Die Ausbreitung des Coronavirus auf viele europäische Länder dürfte jedoch für erhöhte Unsicherheit und für einen Stimmungsdämpfer sorgen. Laut EZB-Direktorin Isabel Schnabel erhöht die Epidemie in erheblichen Ausmass die Unsicherheit in Bezug auf die Wachstumsaussichten in der Eurozone und der Weltwirtschaft. An den Finanzmärkten wird zunehmend damit gerechnet, dass die EZB bereits an ihrer nächsten Zinssitzung am 18. März eine weitere, notgedrungene Lockerung der Geldpolitik beschliessen könnte.

London demonstriert Härte vor Beginn der Verhandlungen mit Brüssel

Die britische Regierung von Premierminister Boris Johnson hat der Europäischen Union (EU) noch vor Beginn der Verhandlungen am kommenden Montag mit dem Abbruch der Gespräche über die künftigen Beziehungen gedroht, sollte sich abzeichnen, dass bis Juni kein Abkommen erzielt werden kann. Im Falle eines Scheiterns werde sich Grossbritannien nach dem Auslaufen der Übergangsphase Ende des Jahres auf einen Brexit ohne Anschlussabkommen vorbereiten. Die Verhandlungen zwischen der EU und London dürften sich schwierig gestalten, hatte doch die britische Regierung bereits im Vorfeld klargestellt, dass eine Anpassung britischer Gesetze an EU-Regeln nicht akzeptierbar sei.

Wirtschaftskalender 28. Februar
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:45FRBIP Q4 (Q/Q)-0.1%
08:45FRVerbraucherpreise (J/J)+1.7%
09:00CHKOF-Konjunkturbarometer100.1
09:55DEArbeitslosenrate5.0%
11:00ITVerbraucherpreise (J/J)+0.4%
14:00DEVerbraucherpreise (J/J)+1.6%
14:30USKonsumausgaben (M/M)+0.3%
14:30USPersönliche Einkommen (M/M)+0.2%
14:30USPCE-Kern-Inflationsindikator (J/J)+1.6%
16:00USUni Michigan Konsumentenstimmung100.9
Unternehmenskalender 28. Februar
LandUnternehmenPeriode
CHSwiss LifeJ19
DEBASFJ19
DEMünchener RückJ19
FRVeoliaJ19
ITEniJ19

 

Quelle: BondWorld.ch