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LGT Navigator: Börsen starten dank positiver Wirtschaftsdaten mit Schwung in die neue Woche

LGT Navigator: In Asien starteten die Börsen mehrheitlich mit Gewinnen in die neue Handelswoche, getragen von stärker als erwarteten Konjunkturdaten aus Japan und China.

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Auch an der Wall Street dominierte zum Ende der vergangenen Woche ein positiver Grundton. Während die Börsenstimmung durch die Hoffnungen auf eine schnelle Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffes gestützt wird, sorgen die steigenden Infektionszahlen in den USA und Europa sowie die teilweise verhängten «Lockdowns» wieder für mehr Unsicherheit.

In Asien starteten die Börsen grösstenteils mit Gewinnen in die neue Woche. In Tokio notiert der Nikkei 225-Index ein Plus von rund +2% und erreicht mit rund 25 900 Punkten das höchste Niveau seit 29 Jahren! Zuvor hatten neuste Daten gezeigt, dass Japans Wirtschaft auf dem Weg der Erholung ist. Im dritten Quartal expandierte das Bruttoinlandsprodukt um +21.4% und übertraf damit die Markterwartungen (Konsens +18.9%). Getragen wurde die Erholung durch den Privatkonsum und die Auslandsnachfrage. Die weltweit drittgrösste Volkswirtschaft verzeichnete damit die stärkste Expansion seit 1980 und den ersten Anstieg seit vier Quartalen. Aufgrund der Corona-Pandemie wird die japanische Wirtschaft den offiziellen Prognosen zufolge aber im laufenden Bilanzjahr (bis März 2021) um -5.6% schrumpfen. Auch aus China wurden heute Morgen positive Konjunkturdaten vermeldet. So stieg Chinas Industrieproduktion nach dem corona-bedingten Einbruch im Oktober stärker als erwartet um +6.9% gegenüber dem Vorjahr.

Die US-Aktienindizes beendeten die letzte mit einem positiven Grundton. Nach einer durch die Hoffnung auf eine schnelle Impfstoff-Entwicklung dominierte Handelswoche legte der Dow Jones Industrial am Freitag um +1.37% auf 29 479.81 Punkte zu und verbuchte damit ein Wochenplus von gut +4%. Der marktbreite S&P 500 gewann zum Ende der letzten Woche +1.34% und notierte einen Schlusswert von 3 585.15 Zähler.

Druck auf Trump steigt und die Zeit drängt

Der amtierende US-Präsident versucht nach wie vor mit seinen Anwälten einen massiven Wahlbetrug nachzuweisen. Bisher konnten jedoch keine grossangelegten Wahlfälschungen oder Fehler nachgewiesen werden, die das vorläufige Resultat umstossen könnten. Am Freitag sicherte sich Joe Biden zudem die Elektoren-Stimmen von Arizona und konnte damit seinen Vorsprung sogar noch auf 306 ausbauen – Trump kommt bisher auf 232 Elektoren. Für die Demokraten ist der Gewinn von Arizona eine Sensation, denn seit 1952 hat kein Demokrat, ausser Bill Clinton 1996, diesen Staat für sich gewinnen können. Während verschiedene Stimmauszählungen und Nachzählungen noch andauern, läuft für Trump die Uhr. Am 8. Dezember (Safe Harbor Deadline) werden die Endergebnisse der Wahl beglaubigt und am 6. Januar im Kongress ausgerufen. Spätestens dann dürfte am Ausgang der Wahl, zumindest rechtlich, nicht mehr zu rütteln sein.

US-Konsumentenstimmung trübt sich wieder ein

Die Universität von Michigan stellte in ihrer am Freitag veröffentlichten Umfrage eine Verschlechterung der Verbraucherstimmung in den USA fest. Das Konsumentenvertrauensbarometer ging von 81.8 Punkten im Oktober auf 77.0 Zähler zurück. Angesichts der weiterhin nicht unter Kontrolle zu bringenden Corona-Pandemie schätzten die befragten Privathaushalte vor allem ihre Aussichten deutlich pessimistischer als zuletzt ein. In den USA gingen in der Folge der Corona-Pandemie mehr als 22 Mio. Jobs verloren, von denen bislang nur rund die Hälfte wieder geschaffen wurde. Gleichzeitig stieg die Zahl der mit Covid-19 infizierten Menschen auf über elf Millionen und rund 245 000 Amerikaner haben die Krankheit nicht überlebt.

Republikaner wollen Trumps Fed-Kandidatin schnell bestätigen

Da die bisherige Mehrheit der Republikaner im US-Senat noch nicht gesichert ist, sollen die vom noch amtierenden Präsident Donald Trump nominierten zwei Kandidaten für das US-Fed, Christopher Waller von der Fed in St. Louis und die Wirtschaftsberaterin Judy Shelton, noch in dieser Woche im Senat bestätigt werden. Noch halten die Republikaner in der laufenden Legislaturperiode eine Mehrheit von 53 der 100 Sitze, jedoch scheint insbesondere die Nomination von Shelton, einer früheren Wahlkampfunterstützerin von Trump, auch in den republikanischen Reihen umstritten. Sollte es den Demokraten zudem anfangs Januar bei der Stichwahl im Bundesstaat Georgia gelingen sich die zwei zu vergebenden Senatssitze zu sichern, wäre eine Wahl Sheltons sehr fraglich. Shelton ist deshalb umstritten, weil sie, wie Trump, Fed-Chef Powell heftig kritisierte und sich in der Vergangenheit u.a. für eine Rückkehr zum Goldstandard ausgesprochen hat.

Euro-Wirtschaftserholung im Q3 bestätigt

Die Wirtschaft in der Eurozone hat sich im dritten Quartal vom Corona-Schock erholt und ist um +12.6% gegenüber dem Vorquartal (-11.8%) gewachsen. Damit hat das Statistikamt Eurostat die vorherige und erste Schätzung von +12.7% praktisch bestätigt. Damit wiesen die Euroländer das stärkste Wachstum seit Beginn der Aufzeichnungen 1995 aus. Am kräftigsten wuchs im Q3 Frankreichs BIP mit +18.2%. In der Zwischenzeit haben sich die Konjunkturperspektiven angesichts der zweiten Pandemiewelle und erneuten «Lockdowns» allerdings wieder deutlich eingetrübt.

Wirtschaftskalender 16. November
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Unternehmenskalender 16. November
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Quelle: BondWorld.ch