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LGT Navigator: Börsen starten positiver Dinge in den neuen Monat

LGT Navigator: Die Nervosität an den Aktienmärkten bleibt zwar spürbar, denn nach wie vor drücken steigende Renditen am Anleihenmarkt und die Befürchtung einer viel früher als bisher antizipierten Straffung der Geldpolitik der Notenbanken auf die Stimmung.

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Am Freitag dämpften aber Aussagen aus den Reihen der Europäischen Zentralbank (EZB) die wachsenden Inflationssorgen. Zudem gab das US-Repräsentantenhaus grünes Licht für das USD 1.9 Billionen schwere Corona-Hilfspaket. Des weiteren sorgt Optimismus in Bezug auf eine schnelle Eindämmung der Corona-Pandemie dank neuer Impfstoffe und fortlaufender Impfkampagnen für Entlastung. In der Folge verzeichneten die Aktienindizes in Asien einen soliden Wochenstart.

Die amerikanischen Börsenindizes verabschiedeten sich am Freitag mit deutlichen Verlusten ins Wochenende. Der Dow Jones Industrial büsste -1.5% zum Vortag ein und schloss bei 30’932.37 Punkten. Gleichzeitig stabilisierte sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bei rund 1.4%. Auf Wochensicht ergab sich ein Minus von knapp -1.8%. Für den Monat Februar weist das Börsenbarometer aber dennoch eine positive Bilanz von +3.2% aus. Der S&P 500 beendete den Freitagshandel -0.48% tiefer bei 3’811.15 Zählern, während sich die Tech-Werte vom jüngsten Einbruch erholten. Der Nasdaq 100 schloss +0.63% höher bei 12’909.44 Punkten. Am Wochenende gab das demokratisch dominierte Repräsentantenhaus grünes Licht für Präsident Joe Bidens USD 1.9 Billionen schwere Corona-Hilfspaket. Das Paket geht nun in den Senat, wo die Demokraten nur dank dem Stichentscheid von Vizepräsidentin Kamala Harris eine hauchdünne Mehrheit halten. In Tokio legt der 225 Titel umfassende Nikkei 225 um +2.4% und in Hongkong notiert der Hang Seng rund +1.4% höher.

Heute stehen insbesondere die neusten Einkaufsmanagerumfragewerte aus den USA und Europa im Fokus. In China hat sich die Stimmung in der Industrie vor dem Hintergrund der Neujahrsfeiertage, steigender Rohstoffkosten und regional neuer Beschränkungen in der Corona-Pandemie, im Februar eingetrübt. Der staatliche Einkaufsmanagerindex als auch der vom Wirtschaftsmagazin Caixin ermittelte Einkaufsmanagerindex fielen schwächer aus, als von Analysten erwartet.

EZB signalisiert Bereitschaft gegen einen starken Anstieg der Kapitalmarktzinsen vorzugehen

Nachdem es in der letzten Woche zu einem kräftigen Anstieg der Renditen am Anleihenmarkt gekommen war, warnte die Europäische Zentralbank (EZB), dass steigende langfristige Zinsen die bestehenden geldpolitischen Stützungsmassnahmen der Notenbank ausbremsen könnten. Die EZB werde daher sicherstellen, dass sich die Finanzierungskonditionen nicht ungerechtfertigterweise verschlechterten, meinte das deutsche EZB-Direktionsmitglied Isabel Schnabel. Auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte in den vergangenen Tagen das Thema steigender Kapitalmarktzinsen angesprochen und versicherte, man werde die Entwicklung genau beobachten.

«Inflation nicht unterschätzen»

Volker Wieland, einer der Wirtschaftsweisen in Deutschland warnt vor den zunehmenden Inflationsgefahren, welche die Notwendigkeit einer Zinserhöhung durch die EZB zur Folge haben könnten. Mittelfristig bestehe das Risiko von Preissteigerungen von 3-4%, so Wieland und verweist dabei vor allem auf das starke Geldmengenwachstum. Hält ein derartig hohes Geldmengenwachstum längerfristig an, werde dies früher oder später auch zu dauerhaften Preiserhöhungen führen. Auch der Chefökonom der Bank of England, Andrew Haldane, warnt vor einer Unterschätzung der Inflationsgefahren. Zumindest in Grossbritannien sehe er das Risiko einer stärkeren Inflationsentwicklung. Die Aussagen stehen im Kontrast zum jüngsten Statement von US-Notenbankchef Jerome Powell, der zurzeit keine erhöhten Inflationsrisiken ausmacht und eine weiterhin extrem lockere Geldpolitik signalisiert. Mit einem gewissen Anstieg der Inflation dürfte aufgrund eines Aufholeffekts nach der Coronakrise zu rechnen sein. Allerdings stellt sich die Frage, ob der Inflationsanstieg dann wirklich nur temporär ist oder doch nachhaltig und eventuell stärker als bisher erwartet.

Donald Trump kehrt zurück auf die politische Bühne

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit seinem Ausscheiden aus dem Amt hat der ehemalige US-Präsident Donald Trump klar gemacht, dass für eine Fortführung des «Trumpismus» kämpfen wird. «Ich werde weiterhin direkt an Eurer Seite kämpfen», rief er seinen Anhängern am Sonntag in Florida zum Abschluss der Konferenz CPAC zu. Trump scheint dabei weiter auf seinen Einfluss auf die republikanische Partei zu setzen. So schloss er die Neugründung einer eigenen Partei aus und liess gleichzeitig eine mögliche Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2024 offen. Bei einer informellen Umfrage unter den CPAC-Teilnehmern sprachen sich 95% dafür aus, Trumps Politik fortzusetzen, und 70% wünschten sich, dass Trump 2024 erneut antritt.

Wirtschaftskalender 1. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
01:30 JP Einkaufsmanagerindex Industrie (Februar) 49.8
09:00 AUT BIP Q4 (Q/Q) +12.0%
09:15 SP IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Februar) 49.3
09:30 CH Einkaufsmanagerindex Industrie (Februar) 59.4
09:45 IT IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Februar) 55.1
09:50 FR IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Februar) 55.0
09:55 DE IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Februar) 57.1
10:00 EZ IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Februar) 54.8
10:30 GB IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Februar) 54.9
11:00 IT Verbraucherpreise (Januar, J/J) +0.7%
14:00 DE Verbraucherpreise (Januar, J/J) +1.6%
15:45 USA IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Februar) 58.5
16:00 USA ISM Einkaufsmanagerindex Industrie (Februar) 58.7

 

Unternehmenskalender 1. März

Land Unternehmen Periode
USA Zoom Video Communications Q4

 

Quelle: BondWorld.ch