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LGT Navigator: Börsenrally hält an, verliert jedoch etwas an Dynamik

LGT Navigator: Die nach den hoffnungsvollen Signalen vom US-Arbeitsmarkt, der die zuversichtliche Haltung der Anleger bekräftigte, akzentuierte Rally an den Aktienbörsen hielt auch zu Wochenbeginn an …

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Allerdings liess die Dynamik am Montag im Vergleich zur vergangenen Woche etwas nach. Positiv stimmen die Investoren die weitgehenden Lockerungen in Europa und den USA sowie die vielerorts nur noch moderat steigenden Covid-19-Infektionenszahlen.

Der Dow Jones Industrial schloss gestern +1.7% höher bei 27 572.44 Punkten, nachdem der Leitindex in der vergangenen Woche um insgesamt knapp +7% zugelegt hatte. Die grössten Gewinner waren Papiere aus dem Energiesektor und die von Versorgern. In Asien zeigte sich die Börsentendenz uneinheitlich. Der S&P 500 legte um +1.25% auf 3 232.39 Punkte zu, womit das breite Aktienbarometer seit Jahresbeginn wieder im positiven Bereich notiert. An den asiatischen Börsen zeigte sich keine einheitliche Tendenz. Die Börse in Tokio fiel um -0.54% auf 23 053.28 Zähler zurück.

Fed lockert Kreditvergabe für kleinere Unternehmen

Die US-Notenbank (Fed) kündigte gestern an, die Bedingungen ihres Kreditprogramms für kleinere und mittlere Unternehmen (Main Street Lending Facility) zu lockern, damit sich die Wirtschaft schneller vom Corona-Schock erholen kann. Einerseits wird die Mindestsumme von USD 500 000 auf USD 250 000 gesenkt und andererseits die Zahlungsfristen verlängert. Das Kreditprogramm hat ein Volumen von rund USD 600 Mrd. Mit Spannung wird nun der geldpolitische Entscheid der Fed am Mittwochabend erwartet.

EZB-Politik «temporär, zielgerichtet und angemessen»

EZB-Präsidentin Christine Lagarde stand gestern vor dem Europäischen Parlament Rede und Antwort. Die Notenbankchefin betonte, dass die Krisenreaktion der EZB «temporär, zielgerichtet und angemessen» sei. Angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise rechnet die EZB im laufenden Jahr mit einem deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung im Euroraum, weshalb die EZB-Politik flexibel bleiben werde. Gleichzeitig sei aber auch die Fiskalpolitik gefordert. Aufgrund der aussergewöhnlichen Herausforderung brauche Europa eine aussergewöhnliche Antwort. Dabei könne der EU-Haushalt eine Schlüsselrolle bei der Mobilisierung der notwendigen Ressourcen und ihrer produktiven Nutzung spielen, meinte Lagarde. In Anspielung auf das Urteil des deutschen Verfassungsgerichts in Karlsruhe meinte Lagarde, dass die EZB kontinuierlich die Verhältnismässigkeit ihrer Instrumente prüfe.

Heute beraten die EU-Wirtschafts- und Finanzminister (ab 15.00 Uhr) über das EUR 750 Mrd.-Euro-Paket der EU-Kommission zur Eindämmung der Corona-Krise. Dabei geht es u.a. um die Frage, ob Staaten wie Italien oder Spanien, die am härtesten von der Pandemie getroffen wurden, im Gegenzug für die Hilfsgelder Reformen zustimmen müssen.

Sentix-Umfrage bestätigt Optimismus der Anleger

Die neusten Umfrageergebnisse der deutschen Finanzmarktanalysefirma Sentix bestätigen die wieder zuversichtlichere Konjunktureinschätzung. Vor dem Hintergrund der jüngsten Lockerungsschritte in der Corona-Krise verbesserte sich das Stimmungsbarometer im Juni von minus 41.8 auf minus 24.8 Punkte. Analysten hatten im Schnitt mit einem noch tieferen Wert von minus 22.0 Zählern gerechnet. Obwohl es noch ein langer Weg zur Normalität sei, scheine es als ob die Talsohle durchschritten sei und im Euroraum ein konjunktureller Aufschwung begonnen habe, kommentierte Sentix. Dennoch gehen viele der befragten Investoren davon aus, dass innerhalb eines Jahres gerade einmal etwas mehr als 50% des Einbruchs ausgeglichen werden können. Die monatliche Umfrage wurde im Zeitraum vom 4. bis zum 6. Juni durchgeführt. Teilgenommen haben 1 173 Anleger, davon 263 professionelle Investoren.

Deutsche Industrie verzeichnet wegen Corona-Krise Rekordeinbruch

Im April mussten die Industrieunternehmen in Deutschland aufgrund des pandemie-bedingten Stillstands einen historischen Einbruch der Produktion hinnehmen. Der Ausstoss ging im Monatsvergleich um knapp -18% zurück, wie das Statische Bundesamt mitteilte. In der Automobilindustrie sank die Produktion vor dem Hintergrund geschlossener Fabriken und unterbrochener Lieferketten im April um fast -75%. Für die kommenden drei Monate rechnen die Industriebetriebe mit einem weiteren Rückgang der Produktion, aber dank des in der Zwischenzeit weitestgehend beendeten «Lockdowns» nicht mehr im gleichen Ausmass wie im April. Das Bundeswirtschaftsministerium zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass damit der konjunkturelle Tiefpunkt erreicht sei.

Italien mit neuer Anleihe speziell für Kleinanleger

Die italienische Regierung will im laufenden Jahr etwa EUR 500 Mrd. aufnehmen, um die in der Folge der Corona-Pandemie stark angeschlagene Wirtschaft wieder anzukurbeln. Dabei strebt Ministerpräsident Giuseppe Conte auch die Emission einer neuen Anleihe speziell für Kleinanleger an. Mit der so genannten «BTP Futura»-Anleihe soll der Anteil der Kleinanleger, die Staatsanleihen halten, schrittweise verdoppelt werden. Die Laufzeit soll zwischen acht und zehn Jahren betragen.

Wirtschaftskalender 9. Juni
MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEExporte April (M/M)-11.7%
08:00DEImporte April (J/J)-5.0%
11:00EZBIP Q1 (Q/Q)-3.8%
Unternehmenskalender 19. Juni
LandUnternehmenPeriode
USAOracleQ4

Quelle: BondWorld.ch