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LGT Navigator: Börsenstimmung bleibt nach jüngsten Kurskapriolen fragil

LGT Navigator: An den europäischen Börsen und an der Wall Street ging am Freitag eine Woche mit starken Kursschwankungen zu Ende.

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Neben den anhaltenden Unsicherheiten in Bezug auf die Pandemieentwicklung sorgten vor allem auch die spekulativen Kursturbulenzen bei Retail-Aktien für Volatilität. Zum Wochen- und Monatsauftakt scheinen die Anleger wieder an Zuversicht gewonnen zu haben. Die Marktstimmung bleibt aber fragil. Heute stehen u.a. neuste Einkaufsmanagerumfragewerte im Fokus, die einen Hinweis auf die Konjunkturentwicklung in Europa und den USA liefern werden. Im Laufe der Woche nimmt dann die Unternehmensberichtssaison wieder an Fahrt auf.

An der New Yorker Börse setzten die andauernden Marktverwerfungen bei Aktien des Videospiel-Händlers Gamestop und der Kinokette AMC Entertainment die Kurse neuerlich stark unter Druck. Der Dow Jones Industrial fiel unter die Marke von 30’000 Punkten und schloss -2.03% tiefer bei 29’982.62 Zählern. Damit verbuchte der Dow den stärksten Wochenverlust seit letztem Oktober von -3.27%. Der marktbreite S&P 500 beendete den Handel am Freitag bei 3’714.24 Punkten, ein Tagesminus von -1.93%. Die Technologie-Indizes Nasdaq 100 und Nasdaq Composite schlossen ebenfalls rund zwei Prozent tiefer. Zum Monatsstart sollten die neusten Einkaufsmanagerumfragen neue Hinweise auf den Konjunkturverlauf diesseits und jenseits des Atlantiks liefern, bevor Ende der Woche der US-Arbeitsmarktbericht den Fokus auf sich ziehen wird. Im Zentrum des Geschehens steht auch weiterhin die Unternehmensberichtssaison, beispielsweise mit Alphabet, Amazon und Pfizer am Dienstag, Merck, Gilead, Roche, ABB, Unilever oder Royal Dutch Shell am Donnerstag sowie Sanofi und BNP am Freitag.

In Asien hat sich die Marktstimmung zum Start in die neue Woche wieder etwas stabilisiert und so legt der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans um +1.5% zu, nachdem der breite Index viermal in Folge Verluste verzeichnet hatte. Und auch in Tokio gewinnt der Nikkei 225 rund +1.5%, nach einem Rückgang von knapp -2% am Freitag. Neuste Daten aus China fielen hingegen verhalten aus. So zeigten die neusten Einkaufsmanagerindizes eine Eintrübung im chinesischen Industriesektor im Januar. Für Europas Aktienmärkte signalisieren die Futures ebenfalls einen positiven Wochenauftakt. Weiterhin im Zentrum steht auch die politische Lage in Italien. Matteo Renzi, Chef der Partei Italia Viva, soll Medienberichten zufolge den früheren EZB-Präsident Mario Draghi als neuen Regierungschef ins Gespräch gebracht haben.

Neuer Impfstoffkandidat soll weltweite Kampagne gegen Covid-19 entlasten

Der vom amerikanischen Pharmahersteller Novavax entwickelte Covid-19-Impfstoff (NVX-CoV2373) hat gemäss vorläufigen Ergebnissen einer Phase-III-Studie eine Wirksamkeit von rund 90%. Zudem soll das Vakzin auch gegen die in Grossbritannien zuerst entdeckte Mutation ähnlich wirksam sein. Gegen die Südafrika-Mutation des Coronavirus scheint die Wirksamkeit aber lediglich bei 60% zu liegen. Grossbritanniens Zulassungsbehörde kündigte umgehend an, den Impfstoff zu prüfen.

US-Verbrauchervertrauen trübt sich zu Jahresbeginn ein

Der neusten Erhebung der Universität von Michigan zufolge hat sich das Konsumklima in den USA im Januar stärker als von Analysten prognostiziert eingetrübt. So fiel das Verbrauchervertrauensbarometer von 80.7 Zählern im Dezember auf 79.0 Punkte zurück. Negativer beurteilt wurden sowohl die Erwartungen als auch die Beurteilung der aktuellen Lage.

Schlussquartal 2020 mit wenig Dynamik

In Deutschland, Frankreich und Spanien zeigten die am Freitag vorgelegten Daten zur Entwicklung des Bruttoinlandprodukts eine nur schwache, respektive im Falle Spaniens gar negative Dynamik. Die deutsche Wirtschaft ist im vierten Quartal des letzten Jahres im Vergleich zum Vorquartal um +0.1% gewachsen (nach +8.5% im Q3) und auf Jahressicht aufgrund der Coronakrise um +3.9% geschrumpft. Für das Gesamtjahr 2020 wird ein BIP-Rückgang von -5.3% ausgewiesen. Gemäss dem Statistischen Bundesamts (Destatis) haben die Exporte und die Bauinvestitionen die Wirtschaft gestützt, während der Privatkonsum einen negativen Effekt hatte. Frankreichs Wirtschaft ist im Zuge der zweiten Pandemiewelle im Q4 erneut geschrumpft. Das BIP der zweitgrössten Euro-Wirtschaft sank im Quartalsvergleich um -1.3% (nach +18.5% im Q3) und auf Jahressicht um -5.0%. Die spanische Volkswirtschaft ist im Schlussquartal 2020 hingegen trotz hoher Covid-19-Neuinfektionen gewachsen. Nach einer starken Erholung im Sommer legte die viertgrösste Volkswirtschaft der Eurozone im Q4 moderat um +0.4% gegenüber dem Vormonat zu, lag aber im Jahresvergleich um -9.1% tiefer.

Wirtschaftskalender 01. Februar

MEZLandIndikatorLetzte Periode
09:15SPIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Januar)51.0
09:30CHEinkaufsmanagerindex Industrie (Januar)58.0
09:45ITIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Januar)52.8
09:50 FRIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Januar)51.5
09:55DEIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Januar)57.0
10:00EZIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Januar)54.7
10:30GBIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Januar)52.9
11:00EZArbeitslosenrate (Dezember)8.3%
15:45USAIHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (Januar)59.1
16:00USAISM Einkaufsmanagerindex Industrie (Januar)60.5

 

Unternehmenskalender 2. Februar

LandUnternehmenPeriode
GBBPQ4
USAAlphabetQ4
USAAmazonQ4
USAPfizerQ4
USAAmgenQ4
USAExxon MobilQ4
USAUPSQ4

 

Quelle: BondWorld.ch