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LGT Navigator: Börsenstimmung bleibt vorsichtig optimistisch – Firmenbilanzen und Inauguration Bidens im Fokus

LGT Navigator: An den europäischen Aktienmärkten überwog angesichts fehlender Impulse von der Wall Street und der Befürchtung, dass die verstärkten Corona-Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung zunichtemachen könnten, die Zurückhaltung der Anleger.

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Das stärker als erwartete Wirtschaftswachstum in China, sowie die Aussicht auf ein weiteres Konjunkturpaket der neuen Administration Biden, sorgen hingegen für Unterstützung. Insgesamt bleibt die Börsenstimmung vorsichtig optimistisch. Die Kapitalmärkte fokussieren nun auf die anstehenden Unternehmensergebnisse und blicken gebannt auf die Vereidigung des gewählten US-Präsidenten Joe Biden am Mittwoch.

Da die Börsen in den USA wegen des Martin Luther King-Feiertages geschlossen blieben, fehlten an Europas Handelsplätzen grösstenteils neue Impulse. Nach einem Verlust von etwas mehr als einem Prozent am Freitag schloss der EuroStoxx 50 zum Wochenstart praktisch unverändert bei 3’602.67 Punkten (+0.09%). Im europäischen Branchentableau waren die Autowerte der gefragteste Sektor, während die Energieversorger das Schlusslicht bildeten. Gestützt wurde die Börsenstimmung durch die zu Handelsbeginn veröffentlichten Daten aus China, die ein überraschend robustes Wirtschaftswachstum zeigten, sowie durch die Erwartung weiterer Fiskalpakete, insbesondere nach der Machtübernahme des neugewählten US-Präsidenten Joe Biden. Neben der mit Spannung erwarteten Inauguration Bidens in Washington am Mittwoch, stehen in den nächsten Tagen vor allem weitere Quartalsergebnisse grosser US-Firmen im Fokus. Heute lassen u.a. die zwei Finanzhäuser Bank of America und Goldman Sachs in ihre Bilanzen blicken. Erwartet wird heute auch die Anhörung der designierten US-Finanzministerin Janet Yellen vor dem Nominierungsausschuss des US-Senats.

In Asien legten die meisten Indizes teils kräftig zu. Die Anleger scheinen darauf zu setzen, dass Chinas wirtschaftliche Stärke das Wachstum in der Region stützen wird. Auch für die europäischen Märkte deuten die Futures eine freundliche Börseneröffnung an.

EZB-Konjunkturpaket hat Ökonomen zufolge zu wenig Wirkung

Einer aktuellen Umfrage von Reuters unter über 80 Volkswirten zufolge wird das neue Corona-Hilfspaket der Europäischen Zentralbank (EZB) kaum Auswirkungen auf die Wirtschaft der Eurozone haben. 28 von 39 Ökonomen meinen, dass die jüngsten Massnahmen der EZB kaum Auswirkungen auf die Wirtschaft der Eurozone haben werden. Eine Minderheit erwartet hingegen einen signifikanten Schub durch das EZB-Paket. Vor dem Hintergrund dieser Annahmen zeigt sich denn auch eine Mehrheit der befragten Ökonomen deutlich pessimistischer in ihren Prognosen. Demzufolge dürfte die Euro-Wirtschaft im ersten Quartal um lediglich +0.6% wachsen. Vor einem Monat wurde im Schnitt noch ein BIP-Wachstum von +1.1% erwartet. Für das zweite, dritte und vierte Quartal 2021 gehen die Wachstumsprognosen aktuell von +2.3, +1.9% und +1.0% aus, was in etwa den vorhergehenden Voraussagen entspricht. Immerhin wurde für 2022 die Wachstumsprognose von +3.5% auf +3.9% angehoben.

Bundesbank erwartet keinen signifikanten Rückschlag in der Wirtschaftserholung

In dem gestern veröffentlichten Monatsbericht geht die deutsche Bundesbank davon aus, dass die heimische Wirtschaft im Schlussquartal 2020 trotz der neuerlich verschärften Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht geschrumpft ist und die Erholung vom Corona-Schock auch im ersten Quartal 2021 keinen signifikanten Rückschlag erlitten hat. Einige nicht unmittelbar durch die Massnahmen betroffene Bereiche der Wirtschaft, wie etwa die Industrie oder auch der Bau, hätten sich weiter erholten. Dies zeige die Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und lasse darauf hoffen, dass die noch weiter verschärften Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung in Deutschland nicht allzu weit zurückwerfen, kommentierte die Bundesbank. Im Q4 dürfte das BIP nach Berechnungen der Notenbank «in etwa stagniert» haben. Das Statistische Bundesamt wird am 29. Februar eine erste BIP-Schätzung für das vierte Quartal veröffentlichen. Für das Gesamtjahr geht die Behörde bisher von einem BIP-Rückgang von -5.3% aus.

Wirtschaftskalender 19. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Verbraucherpreise (Dezember, J/J) -0.7%
11:00 DE ZEW-Konjunkturindikator (Februar) +55.0
11:00 EZ ZEW-Konjunkturindikator (Februar) +54.4

 

Unternehmenskalender 19. Januar

Land Unternehmen Periode
USA Bank of America Q4
USA Goldman Sachs Q4
USA Netflix Q4

 

Quelle: BondWorld.ch